The National, Mitsubishi Electric Hall, Düsseldorf, 05.11.2013

Vorband waren This is the Kit aus Bristol. Sängerin Kate Stables, deren Projekt this is the kit ist, zog erstmal die Schuhe aus und zeigte uns ihre Ringelsöckchen. Die vier, zwei Mädels und zwei Jungs, standen recht zusammengedrängt am anderen Ende der Bühne, sahen ein bisschen aus, als seien sie grade aus dem Proberaum auf die Bühne geschickt worden ohne Zeit, sich vorher nochmal zu kämmen und umzuziehen. Musik: netter, ruhiger Indie-Rock, die ersten drei Stücke mit Banjo, danach ist auch die Sängerin umgestiegen auf Gitarre, so dass die restlichen Songs aus 2x Gitarre, einem Bass, einem Schlagzeug bestritten wurden. Die Stimme von Kate war wirklich super-schön und klar, hat mich ein bisschen an Suzanne Vega erinnert. Zum Singen stellte sie sich immer auf die Zehenspitzen um ans Mikro zu kommen. Das geht auch einfacher, sieht aber nicht so nett aus ;-) . Sie bat darum, dass wir die gemachten Bilder ins Netz stellen, damit sie ihre Reise mit The National im Netz verfolgen können. Aber gerne doch, siehe unten. Sie erwähnte auch ihre Homepage, die ich unten verlinkt habe.

10 songs haben sie gespielt vom 20:00 h bis 20:42 h, angesagt haben sie das 5. Earthquake, war aber - fand ich - eines der eher nicht so guten. Beim 6. fing Kate zum Einstieg an zu flöten, nicht schlecht! Das 7. hieß nits oder knits und sie stellte die Band vor (kann ich leider nicht wiedergeben und auf der Homepage steht dazu auch nichts wirklich Erhellendes, nur dass es immer mal wieder verschiedene Freunde sind).

Das 9. Lied war ein bisschen anders als die anderen, die sich doch recht ähnlich waren: irgendwas mit footprints in the snow. Lied 10 hat Kate nochmal angesagt und viel Spaß mit The National gewünscht: bashed out.

Doch, sehr schön. Es gab schon schlechteres Vorprogramm. Homepage: this is the kit

Die Halle hatte sich mittlerweile gefüllt, ausverkauft war es glaub ich nicht, aber fast. Wir hatten in unserem Sitzblock links von der Bühne vor Start der Vorband und als Zwischenprogramm den Cure-Fan (mitsamt T-Shirt Frau und Sohn - der vermutlich National-Fan war), der alle mit seinen Bandgeschichten unterhielt (Cure? Meine Lieblingsband, 30 x gesehen. Mission? Super, bestes Lied: Severina. Ian Curtis von Joy Division? Live gesehen ein halbes Jahr bevor er sich umgebracht hat. Control, geiler Film..., Editors? War ich vorgestern, White lies dann unbedingt auch anhören), war zwar etwas anstrengend, weil er jedem die Stories nochmal von vorne erzählt hat, aber der Musikgeschmack ist natürlich 1a ;-) .

Nachdem unser Zwischenprogramm dann also beendet war, starteten The National um 21:13 h. Nicht wie erwartet 5 Leute, sondern 7, einer davon an der Posaune. Hat mich ein bisschen daran erinnert, dass ich schon lange nicht mehr bei Element of Crime war (ja, ist eine Trompete, hört sich aber ähnlich an ;-) ). The National hatten sogar eine Video-/LED-Leinwand aufgebaut, die von meinem Platz aus allerdings nicht wirklich zu sehen war. Videos, bunte Farben und die Bandmitglieder in größer für diejenigen, die hinten saßen. Ging aber auch ohne, schließlich war ich nah genug dran an den Herren.

The National aus Brooklyn, New York, USA, wurde gegründet 1999 und bestehen aus Matt Berninger, Gesang, Bryce (Gitarre und Keyboards) und Aaron Dressner (Gitarre, Bass, Keyboards), Scott (Bass und Gitarre) und Bryan Devenhoff (Drums). Begleitet noch von einem Posaunisten und einem Keyboarder (?). Mitlerweile haben sie 6 Alben, diese Tour war anlässlich der letzten CD, Trouble will find me.

Der Sänger, Matt, ist mir irgendwie unheimlich, läuft komisch auf der Bühne rum, wirft Mikros weg, steigt in die Menge, sagt komische Sachen.. hmm, Tom Smith von den Editors ist auch verrückt, aber anders, der macht einfach eine super Show und spielt den Clown. Dieser Herr hier... ich weiß nicht, ob ich ihm, wenn er mal schlechte Laune hat, unbedingt im Dunkeln begegnen will.. ;-) . Sieht im übrigen irgendwie eher aus wie ein Professor, der eine Vorlesung hält. Gesanglich und musikalisch großartig, ich hätte allerdings nicht erwartet, dass er so... schreit! Ich kenn nur die letzten beiden Platten, die ersten scheinen nach Anhören dieses Konzerts durchaus schräger gewesen zu sein. Manchmal seltsame Tempiwechsel, mit denen ich nicht so recht was anstellen konnte, grundsätzlich aber... spannend. Editors haben mir besser gefallen - übrigens scheine ich viele derjenigen, die um mich rumgesessen haben - auch unseren Cure-Fan von grade - am letzten Sonntag bei den Editors im E-Werk schon getroffen zu haben. Wenn ich samstag zu den White Lies gehen würde (und nicht stattdessen Koffer packen würde für den Urlaub) würde ich sie vermutlich nochmal treffen ;-) . Zurück zum Thema: Editors haben mir besser gefallen. Bei denen kann ich sagen: immer und auf jeden Fall wieder. Hier bin ich unentschlossen. Ja, war gut, ja war spannend, aber so richtig vom Hocker gerissen hat's mich nicht.

Sehr geniale Bilder übrigens bei laut.de

Kommen wir zu den songs:

Intro mit Gesinge und Leinwand aber ohne Leute auf der Bühne. diese kamen etwas später und starteten dann mit Should live in Salt, wie auch am Vorabend. Danach Don't swallow the cap und Mistaken for strangers. Es war übrigens tatsächlich jemand relativ dicht vor der Bühne, der statt eines Handys bei den langsamen Liedern doch noch ein echtes Feuerzeug mit einer echten Flamme hochgehalten hat. Danke dafür!! ;-) . Der Sound war übrigens ein bisschen basslastig, die Lichtshow war großartig. Auch hier an der Seite der Bühne Scheinwerfer in Reihen, die entweder nach unten auf die Bühne oder in Richtung der Bühne auf die Künstler scheinen konnten. Sah irre aus - für meine Kamera war ersteres besser, weil Gegenlicht blöde Bilder macht ;-) .

Lied vier war Sorrow, danach eines, das sie der Vorband gewidmet haben und dabei aber überlegt haben, ob es angesichts des Titels wirklich eine gute Idee sei: Demons. Danach eines der heftigeren: Sea of Love, gefolgt von Heavenfaced und Afraid of Everyone. Das nächste hat der Sänger angesagt: Conversation 16, wow, hat mir sehr gefallen, genau wie das nächste, Squalor Victoria. Hier stellte man auch fest, dass der Fan an sich weiß was er tut, der "geklatschte" Übergang von Lied 9 auf Lied 10 war sehr grandios. Auch Squalor Victoria wieder mit für mich ungewohntem Geschrei am Ende. Ich glaub deswegen hätte ich vor dem Sänger im Dunkeln auch Angst ;-) . Weiter mit I need my girl und This is the last time. Dann Ansage des nächsten Songs vom Gitarristen (einer der Zwillinge, der, der nachher die Jacke ausgezogen hat): Available (vom zweiten Album), wieder eines der heftigeren Lieder. Hätte ich nach Kenntnis der letzten beiden Platten nun wirklich so gar nicht erwartet, interessant. Allerdings gefallen mir ehrlicherweise genau diese Sachen nicht so gut wie die langsameren, bin halt später eingestiegen. Dann kam auch was für mich, nämlich Bloddbuzz Ohio, sehr genial, mit sehr genialem Licht. Danach eines, das mir ebenfalls gut gefallen hat: Appartment Story, ebenso wie das nächste: Daughters of the Soho riots. Die nächsten beiden waren einfach wow: England und Graceless, letzteres auch wild bejubelt vom Publikum. Als letztes Lied des Hauptsets - mit Getröte - Fake Empire. 22:40 h.

Zugaben:

Learning (ein Cover von Perfume Genius, wie uns der Sänger berichtete). Danach die Zugaben, die sie auch schon am Vorabend gespielt haben: Humiliation mit der Gitarre als Geige (diesmal war's der andere Zwilling; der vorher auch schonmal Töne mit der Gitarre gemacht hat, indem er sie brutal mit dem Hals auf den Boden gehauen hat - die Techniker hatten ganz schön viel zu tun, dauernd die Gitarren auszutauschen). Danach noch Mr. November, Terrible Love (schön!) und zum Schluss Pink rabits mit allen Künstlern vorn auf der Bühne, auch dem Tröter. Sehr, sehr schöner Abschluss. Ein weiterer der Herren hat ebenfalls mit einem Blechblasinstrument unterstützt.

Interessant, aber mitgerissen hat's mich nicht, wie gesagt. Einige sehr schöne Momente in Verbindung mit dem Licht - und ich stelle fest, ich mag die neueren Sachen lieber - oder ich muss mich nochmal intensiver mit den älteren beschäftigen, was ich definitiv tun werde.

Viele Grüße noch an meine Sitznachbarn, ich melde mich wegen der Bilder.

Songs:

Intro
I sould live in Salt
Don't swallow the cap
Mistaken for strangers
Sorrow
Demons
Sea of Love
Heavenfaced
Afraid of everyone
Conversation 16
Squalor Victoria
I need my girl
This is the last Time
Available
Bloodbuzz Ohio
Appartment Story
Daughters of the Soho riots
England
Graceless
Fake Empire

---22:40 h --

Learning (Cover Perfume Genius / Mike Hedreas)
Humiliation
Mr. November
Terrible Love
Pink rabbits

--- 23:05 h----

(c) bat 11/13

This is the kitThe National - Matt ganz nah am PublikumThe National - Gitarre als GeigeThe National beim letzten Song

The National - bei Bloodbuzz Ohio mit rotem LichtThe National - mit gelben Strahlen