Das letzte Festival im Winter schrie nach Wiederholung - ich war so hin und weg von dem, was die Herrschaften um Tommy Kirchmann gezaubert hatten, dass ich auch beim Acoustic Summer Festival am 20.08.2016 nicht fehlen wollte - und das, obwohl dieses Mal kein Justin Sullivan zu Besuch war und ich nur eine Band vom Hörensagen kannte (Katzenjammer) und von einer anderen "damals" mal ein Lied gut fand (Hothouse Flowers). Aber egal, wie gesagt, das letzte Mal war so großartig, dass das hier einfach wieder sein musste! Und wirklich, es war wieder großes Kino. Tommy - dieses Mal unterstützt von Chris und Thea - hat wieder gezaubert. Das Weltkunstzimmer in Düsseldorf-Flingern war eine Art mit Glas überdachter Hinterhof mit Tor davor, an beiden Seiten Gänge, von denen einer für die diversen Catering- und Merch-Zelte genutzt wurde, der andere war "gesperrt" durch das freundliche Wachpersonal vor Ort. Für die späteren Bands gab es direkt nebendran auch eine Halle, so dass auch gegen die Ruhestörung nach 22:00 h alles gerüstet war. Das Dach hätte es nicht gebraucht, es war schönes Wetter, aber man weiß ja nie ;-).

Vorab vielleicht mein persönliches Band-Fazit: es gab wieder viele Bands, die ich im Nachgang bei Facebook hinzugefügt habe, es gab ein großes (die neue Band von Sol Heilo) und ein etwas kleineres Highlight, aber immer noch zur Kategorie "muss ich unbedingt nochmal sehen" Highlight (The Contenders) und etwas sehr, sehr Skurriles, was noch mehr Spaß gemacht hätte, wäre ich nicht so platt gewesen (die beiden Herren der Hothouse Flowers). Selbiges werde ich mir aber definitiv nie, nie, nie in meinem Wohnzimmer anhören, live war's der Hammer! Und der Rest war einfach richtig, richtig gut. Durchaus unterschiedlich, aber durchweg sehr, sehr gut. Wenn ich also im Folgenden den Anschein erwecken sollte, etwas habe mir nicht gar so gut gefallen, ist das Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau und ich habe mir den nächsten Acoustic-Festival-Termin (am 14.01.2017) schon fest in meinem Kalender vermerkt, denn egal, wer kommt, ich weiß, dass Tommy und Mannen (verstanden als Damen und Herren natürlich ;-) ) wieder einen großartigen Job machen werden bei der Auswahl der Künstler. Überhaupt gefällt mir auch die Größe sehr gut, es waren vielleicht in Spitzenzeiten 400 Leute da. Ich mag mich verschätzen, aber in jedem Fall war es übersichtlich und wenn man wollte, war man so richtig nah dran!

Den Opener machte um 15:30 h Luise Weidehaas - die für die Bands im Folgenden verwendeten Infos stammen größtenteils wieder aus dem großartigen Programmheft - die begleitet wurde von René Neumann, der auch ein bisschen den Ansager machte und der von Luise als "meine Band" vorgestellt wurde. Spielte Gitarre und hat auch beim Singen hin und wieder unterstützt. Start damit nicht, wie ihr es vielleicht gelesen habt, mit Arrow, denn Arrow war krank. Also. Die Luise, Wahldüsseldorferin, ist eher eine leise Luise. Vermutete ich schon direkt nach dem ersten Lied - auch, dass die Lieder jetzt mal nicht so richtig fröhlich werden würden. Ich hatte recht, aber sie waren schön, die Stimme war schön und der Klang in dieser Open-Air-Halle war auch sehr schön. Die Lieder hab ich leider nicht alle rausfinden können, daher teilweise nur Textfetzen, wer's weiß, möge sich melden. Die Lieder, die ich gefunden habe, stammen von ihrer EP "Swell".

1 erst wenn der morgendliche Schleier sich legt
2 Foto (Gesang beide)
3 Kepler
4 Prag
(sehr schön: "uns bleiben Jahre noch uns anzusehen")
5 Tag (die "Hitsingle" ihrer EP, die René eigentlich schon bei Lied 4 angekündigt hat und es hier dann einfach nochmal gemacht hat ;-) )
6 November
7 Zur Nacht
(ohne ihre "Band")

Schluss um 16:00 h. Guter Start. Beide sind übrigens auch - wie fast alle Künstler - über das ganze Festival hinweg noch da geblieben, haben brav Fragen beantwortet und einfach die Musik der anderen genossen. Sehr schön. René: " Luise ist schüchtern, also sprecht sie an, sie wird euch nicht ansprechen" ;-).

Dann Umbaupause - bevor ich sie vergesse, gab es im Gang neben dem Cocktail-Zelt eine sehr nette Cover-Band (Hillbilly) mit Bass, Gitarre und Banjo (?) namens Mack Drietens aus Wuppertal (der Name ist Wuppertaler Platt oder so - fragt mal einen euch bekannten Wuppertaler was das denn wohl heißt ;-)). Mitglieder sind Sunny und Gundi und Christel, letzere zumindest für das Festival dabei. Manchmal sind Dinge im übrigen erstaunlich. Ich war vor einer Weile - noch gar nicht sooo lange her - bei Tim Vantol, der wiederum bei Bochum Total aufgetreten ist. Und er hat in seinem Repertoire genau einen Song gehabt, der nicht von ihm selber war und den er gecovert hat. Schon älter. Hatte ihn vorher nie gehört: Wagon Wheel (Rock me Mama - von Bob Dylan und Ketch Secor) - und siehe da, auch hier wurde dieser Song wieder gecovert - hab ein bisschen gebraucht um darauf zu kommen, warum ich denn wohl dieses Lied kenne, das so gar nicht in mein Musik-Beuteschema passt ;-).

Weiter im Line-Up mit Chaplin, 3 Jungs, die eigentlich 5 sind (auch hier haben diverse Krankheiten zugeschlagen) aus Berlin. Der Sänger ist Dominik Hoffmann, Jens Baumann dürfte noch dabei gewesen sein (Drums, das war einfach) und beim dritten im Bunde muss ich leider passen, weil ich nicht drauf geachtet hab, ob er Gitarre (Mike Knorpp) oder doch vielleicht Bass gespielt hat (Hans Kämmerer). Hören sich an wie eine Mischung aus Element of Crime (Texte nicht schräg genug) und Kettcar (Texte nicht schlau genug). Ich fand's melodietechnisch ganz gut, was sie erzählt bzw. gesungen haben, war leider nicht ganz so gut zu verstehen, weshalb ich bei den Songs ebenfalls ein bisschen raten musste. Schaut euch auch das Video zu Hohenzollernbrücke auf youtube an, hier wurde vom Sänger erzählt, wie es gedreht worden ist - er hatte deutlich Spaß beim Erzählen, wir konnten den Spaß nicht ganz nachvollziehen - ist ein bisschen so, als würde jemand versuchen "das Leben des Brian" zu erzählen und den Witz zu vermitteln.. ;-). Das Lied gibt euch zudem einen ganz guten Eindruck vom Rest.

Start übrigens um 16:15 h bis 16:45 h. Die wunderbare Emily Whigham hat auch dieses mal wieder durchs Programm geführt und hat charmant mit den Gästen geplaudert - außer mit Monotrol Kid, aber dazu komme ich noch.

1 Bär
2 Ich kann dich nicht sehen (?)
3 Rede nicht so viel (?)
4 Hohenzollernbrücke
5 Nachher
6 Wenn uns morgen keiner kennt
7 Im Taxi hinter der Tram

Letzteres ist auch der Titel ihrer aktuellen CD, die neue ist grade in Produktion.

Dann ging es um 17:00 h schon weiter mit NEPOMUK, die mir gut gefallen haben - schön fand ich auch, dass Emily einen neuen Dortmunder Stadtteil erfunden hat: Dortmund-Attendorn. Die Jungs kommen zum einen aus Do zum anderen eben aus dem Sauerland, aber Emily fragte, ob denn wirklich alle aus Dortmund-Attendorn seien. Die Jungs nickten, guckten aber durchaus ein bisschen irritiert ;-). Musik: kraftvoller Rock, meine sie irgendwie und -wo auch schon mal gehört oder gesehen zu haben, jedenfalls kam mir der Sänger irgendwie bekannt vor.

Hier bin ich bei den Songs komplett raus, bei den anderen hab ich ja vielleicht nochmal irgendwas gefunden, hier nur das, was sie angesagt haben. Komisch war übrigens, dass sie, die ja wirklich richtige Rock-Punk-Mukke machen - im Gegensatz zu den doch eher ruhigen Sachen der beiden vorherigen Künstler - auf der Bühne gesessen haben - alle. Das Publikum übrigens auch - lade gleich dazu auch noch ein Foto hoch. Alles sehr entspannt und auch noch ein bisschen leer.

Jetzt aber zu den songs:

1 All worth nothing (?)
2 What do you want me to do (?)
3 Devil on my shoulder
4 We got to get together... started all again (?)
5 Things went high and low (?)
- sehr schön!
6 Rainman (hab ich verstanden, fand ich auch super)
7 We are the people (das einzige, das ich auch auf youtube gefunden habe, reinschauen lohnt!)
8 Somthing we all know (?) (auch sehr schön!)

Schluss um 17:35 h - gerne mehr davon.

Dann mein erstes Highlight - wenn ich denn wählen müsste - The Contenders: Jay Nash und Josh Day aus den USA. Zusammen machen sie unter dem Namen erst Musik seit 2012. Gitarre und selbstgebaute Trommel oder wie immer man dieses Dings auch bezeichnen mag. War eher eine Art Holzhocker vorne mit einem Trommelschlegel und diversen Sachen, die Töne machen, die irgendwie drangehängt waren. Sehr schöne Ami-Acoustic-Gitarren-Musik a la Dylan and Tom Petty (sagt u.a. das Programmheft), hat mir sehr gut gefallen, auch, dass sie ein bisschen mehr als die Herrschaften vor ihnen auf Entertainer gemacht haben. Und dass sie Whisky mögen. Sehr sympathisch ;-). Hätte gern noch gefragt, ob es denn ein schöner Malt sein darf oder doch eher Bourbon, hat sich aber irgendwie nicht ergeben, bin mir auch nicht sicher, ob die beiden tatsächlich noch länger dageblieben sind ;-).

Start um 17:43 h mit

1 we can see the light (?)
2 Lincoln 1958
(kind of a murder ballad, or more like a really very dysfunctional relationship - sagte Jay)
3 The Contender (daher heißt die Band so - und das erste Album - und das Live-Album. und... ;-) )
4 Baby broke down on the telephone (oder so - Jay zusätzlich noch mit Mundharmonika)
5 Picking it out (? von der neuen CD)
6 Stumble through the years, laugh away the tears, save a place at the table for me (? sehr, sehr schön!)
7 Not enough
8 back in time

Leider schon Schluss um 18:27 h.

Der nächste in der Reihe - natürlich wieder nach schöner Umbaumusik von Mack Drietens - waren Joco - die Schwestern Josepha und Cosima Carl (jetzt) aus Hamburg, die es wohl auch auf dem letzten EOC-Vorentscheid (2016) versucht haben, aber nicht genommen worden sind. Hätten vermutlich bessere Karten gehabt...Haben einen sehr professionellen Auftritt hingelegt, machen auch schon ewig Musik, Josepha an den Drums und ab und an am Keyboard und Cosima am Keyboard und ab und an an der Gitarre. War schön, war irgendwie orchestral, Stimmen, die sich abwechseln, sich ergänzen, sich ineinanderfügen. Schöner Pop. Josepha erzählte, dass sie ihre Platte Horizon in den Abbey Road Studios aufgenommen haben - mit dem Produzenten Steve Orchard, der auch mit Paul McCartney, Coldplay, U2 etc. gearbeitet hat und dass der erstgenannte jetzt eine Platte von ihnen im Schrank hat. Darauf kann man sich schon mal was einbilden - wenn er sie denn auch hört ;-). Die songs recht ähnlich, irgendwie nicht so recht passend in die Reihe der Menschen, die alle in erster Linie mit Gitarren bewaffnet waren, aber war unterhaltsam. Und sie sind gut angekommen, durchaus ja auch was fürs (männliche) Auge ;-). Haben versucht, die sitzenden Menschen irgendwie zur Bewegung zu bringen ("Ihr könntet ja mal mit denen tauschen, die jetzt stehen"), aber hat nicht so recht geklappt. Dafür haben sie sehr schön mit dem Schwestern-sein gespielt: " wir kennen uns ja schon länger", " der Song ist für meinen Opa, ist ja auch Cosimas Opa, liegt in der Familie" etc. Unterhaltsam. Echt gut gemacht. Hier wäre aber das mit dem "Gejammer auf hohem Niveau" von oben wieder zu lesen, hat für mich irgendwie nicht so ganz richtig reingepasst, obwohl es auf seine Art schön war und man von den beiden Mädels ganz bestimmt noch viel hören wird.

Songs - ab 18:42 h bis 19:15 h - auch wieder auf Basis der Texte mitgeschrieben, ob die Lieder alle so heißen? Ich fürchte nicht! ;-)

1 Why didn't I see
2 Pilot (der Pilot in Deinem Kopf solltest lieber Du selber sein)
3 Mr Mountain
4 Winter (das einzige deutsche Lied)
5 your hand in my hand
6 Isolation of the moment
7 My heart is bigger than yours
8 Over the horizon (für den leider verstorbenen Opa)
9 full moon

Ab 19:36 h The Monotrol Kid alias Eric van de Broeck aus Belgien. Nicht mehr alleine, wie bei seiner ersten Platte, sondern jetzt mit anderen, hier genauer gesagt auf der Bühne zusammen mit einem Schlagzeuger (Philip Mathuis) und einem Bassisten (Bart Strubbe). Fand ich ganz gut und er hat es tatsächlich geschafft, die Leute, die alle noch gemütlich auf der Erde saßen, in Bewegung und bis vor die Bühne zu bringen. Es war immer noch genug Platz vor der Bühne, ganz so nah sind sie ihm nicht gekommen, aber gesetzt haben sie sich auch nicht wieder. Super gemacht!

Der Mann hat mich mit der Brille und der Frisur ein bisschen an Johnny Depp erinnert, der mal eine Weile lang auch so eine Frisur hatte... ob's Absicht war? Man weiß es nicht. Songs irgendwas zwischen Pop und Rock, viel gesprochen hat er nicht, nur ein bisschen was von "auf keinen Fall mitsingen, auch wenn ihr den Text kennt". Hat wieder geklappt, wie das mit dem Gefallen, endlich mal aufzustehen. Nicht schlecht!. Lieder wieder rate mal mit Textfetzen - ich werde bei Gelegenheit noch ein bisschen suchen und die korrekten Namen einfügen, aber damit ihr was zu lesen habt, erstmal dies:

1 out of mind
2 The rain
(mit Mundharmonika)
3 Stock all the clocks...
4 Touch sound
5 Clouds
6 Tuscan Moon
(hier hat's geklappt mit dem Aufstehen)
7 Almost another (wurde häufig wiederholt)
8 The Voice

Um 20:10 h war Schluss. Emily war versehentlich schon nach Lied 7 auf die Bühne gelaufen, wurde recht unwirsch verscheucht und als sie dann noch mit ihm nach dem letzten Song plaudern wollte, wo er denn jetzt noch auftritt, haben sie irgendwie aneinander vorbei geguckt (er hat abgebaut) und dann war es eben auch ohne Sprechen gut. Schade, ein etwas seltsamer Abgang, Auftritt aber trotzdem gelungen und sehens-/hörenswert.

Dann kam Faber. Faber war anders. Faber heißt eigentlich Julian Pollina und ist aus der Schweiz, genauer aus Zürich. Er singt fiese Sachen auf deutsch - und italienisch - und spielt Gitarre. Sieht aus wie ein verschmitzter Schulbub mit Grübchen in der Wange und Strubbelhaaren. Und hat zuckersüße Melodien zu seinen fiesen Texten. Dabei war die Band: Tilman Ostenberg, Posaune und Trommel. Dieser wiederum sah aus wie einer aus der Band vom letzten Jahr - Ushti Baba. Barfuß (oder hatte er Schuhe an??), Jogginghose, buntes Hemd, lange zusammengefriermselte Haare (gibt es dieses Wort geschrieben überhaupt? Jedenfalls irgendwie in einem Zopf zusammengewurschtelt für alle, die nicht aus dem Ruhrgebiet sind und dieses Wort nicht kennen ;-) ). Sehr böse Texte, sehr nett anzusehen, schöne Melodien, hat richtig Spaß gemacht zuzuhören. Schon die zweite Schweizer Band, die ich kenne und die echt gute Sachen macht - wenn sie auch unterschiedlicher nicht sein können ;-). Zur Aufklärung: die andere ist The Beauty of Gemina, eher der düsteren Indie-/Wave-Ecke zuzusortieren.

Nun denn. Der Herr startete um 20:24 h und durfte immerhin bis 20:58 h die Leute unterhalten. Hier hab ich bis auf die italienischen die Sachen wieder ganz gut verstanden, werde bestimmt auch die richtigen Songnamen noch rausfinden:

1 es ist so schön dass es mich gibt
2 irgendwas mit Portofino und Susanna
3 Nichts
("Lied ist eher schlecht, lieber also aufstehen und tanzen, bloß nicht zuhören")
4 Sag niemals was Du denkst (" ist ein Kinderlied, spiele ich oft auf Geburtstagen, damit die Kinder auch direkt was lernen")
5 Ich kann dich nicht spüren (??)
6 Es wird ganz groß
7 Wenn Du am Boden bist, weißt Du wo Du hingehörst
8 Ich bin ein Hamster im Käfig, Purpurrot, Montag Morgen, Sorgen beim Psychiater
9 Amore (italienisch)

Wäre jetzt wahrscheinlich nichts für die Dauerrotation im meinem Wohnzimmer, aber Texte durchlesen oder live sehen: sehr gerne! Und von ihm und seinen gut beobachteten fiesen Geschichten über seine Mitmenschen wird man glaub ich noch 'ne Menge hören: Vorband von Sophie Hunger, von AnnenMayKantereit, Auftritt auf dem Reeperbahnfestival - und jetzt hier - da geht noch was! Bin gespannt.

So, jetzt kam das große Highlight und für mich eine echte Überraschung. Ein Bekannter erzählt häufiger von Katzenjammer aus Norwegen, ich hab mal reingehört, fand's ganz nett, war guter Dinge, dass es mir wohl gefallen würde, damit war's das aber auch schon. aber das, was Sol Heilo mit ihrer Band hier abgezogen hat, wow, großes Kino! Auch optisch - sehr schicke Kostüme - und so bunt! ;-) Und die Leute waren dann auch scheinbar für sie da (so wie wir letztes Jahr für Justin Sullivan): es wurde voll vor der Bühne, Handys und Kameras wurden gezückt, endlich kam auch der eine Fan mit dem Katzenjammer-T-Shirt und der Katzenjammer-Tasche zum Zuge, wobei ich ihn beim Konzert selber leider gar nicht gesehen habe, nur die ganzen Stunden und Bands davor.  Ich hoffe, es hat ihm gefallen - Sol hat sich extra bei den Katzenjammer-Fans bedankt, vermutlich (man möge mir widersprechen) aber keines ihrer Lieder gespielt, sondern eher ihre eigenen und das eine oder andere Traditional. Sie hat auf der letzten Tour wohl diverse Songs geschrieben, die aber nicht so richtig ins Konzept gepasst haben - und daher - Geheimnis gelüftet! - ist sie grade dabei, ihre erste eigene Platte aufzunehmen. Bin gespannt und werde auf jeden Fall reinhören. Live in diesem Jahr wohl leider nicht mehr zu sehen, freue ich mich um so mehr, dass ich dabei sein durfte! Sie war nicht alleine, sondern hatte diverse Menschen mitgebracht, die sich auf der Bühne teilweise abwechselten: einen großen, sehr dünnen Herrn, der Akkordeon, Keyboard und Trompete gespielt hat, eine Freundin (wie sie nachher erzählte), die mindestens mal Banjo, Akkordeon und Keyboard gespielt hat, einen Drummer, der auch eine winzig kleine Gitarre spielen konnte, einen Bassisten, einen Gitarristen, der zusammen mit dem Bassisten auch noch mit gesungen hat und einen Gitarristen, der die Dinge mit einer elektrischen Gitarre untermalt hat. Sie selber spielte Gitarre, Banjo, zwischendrin auch noch Keyboard und mindestens bei Lied Nr. 10 auch noch Schlagzeug. Hut ab!

Start um 21:12 h. Ich versuche mich mal wieder an den Songfetzen, im Netz ist bislang so richtig nichts dazu zu finden:

1 Time may come (May)
2 Like a Print
3 London is trouble
(hab ich verstanden)
4 Call me up just to call me down
5 Rocky road to Dublin
(traditional, hier musste ihre arme Freundin - Ingenieur - Banjo spielen - wie sie überhaupt dazu überredet worden ist, insgesamt 7 verschiedene Instrumente zu spielen! Wow! Gesehen hab ich allerdings bewusst "nur" 3. Ich sage nur, dabei wäre ich schon froh, wenn ich wenigstens eine Triangel spielen könnte ;-)).
6 Walk a little further (Sol am Piano, dazu kam noch ein Akkordeon)
7 Everything that you want (reinrassiger Folk)
8 We will conquer all our fears..
9 you can't escape
(ruhiger song, Sol am Piano, erzählte, dass sie eigentlich eine fröhliche Person ist, dass es ihr aber wie jedem irgendwann auch mal richtig schlecht ging und da hat sie den Song geschrieben - soll allen, denen es grade nicht so gut geht, Mut machen, dass es immer irgendwie weitergehen wird)
10 Bad Girl - hier sogar unterstützt von elektrischer Gitarre. Und natürlich von Herrn Schmidt:

Sie starteten das Lied, fragten, ob es jemand kennt und ob es vielleicht sogar jemand spielen kann - jawohl, sagte ein Mann mit einer Pfeife und einem angeklebten Bart. Herr Schmidt (leider hab ich den Vornamen vergessen, Alois oder sowas). Selbiger schritt dann auf die Bühne und unterstützte sehr gekonnt mit der Gitarre.... irgendwie kam er uns dann doch bekannt vor - und erklärt vielleicht, warum der eigentliche Gitarrist nach dem neunten Song von der Bühne verschwand und im Schweinsgallopp zur doch eher abgelegenen Künsterunterkunft joggte (um sich umzuziehen) ;-).

Schluss um 22:09 h. Wirklich toll, ein echtes Highlight. Teile des Verdienstes gehen übrigens in ein Projekt von Sol in Uganda.

Weiter ging es danach in der Halle - mit deutlich verringertem Publikum. War leider auch ein kleiner Break in der Stimmung, der Tag war lang, die Leute - Tommy eingeschlossen, so sah es zumindest aus - ein kleines bisschen erschöpft. Daher deutlich ruhiger für den Sänger von I am Kloot - John Bramwell aus England ("super Jahr dieses 2016, David Bowie, England verlässt die EU..."). Der Typ war wirklich klasse, sehr toller Alleinunterhalter, typisches Singer-Songwriter-Zeugs, wie ich es wirklich gerne mag - nur leider, leider war seine Stimme mal so gar nicht meins. Start um 22:30, Ende um 23:20 h. Trotzdem sehr hörenswert. Uff.

1 Mouth on me
2 I believe
3 No fear of falling
4 86 TV's
5 To the brink
("about drinking and desaster")
6 From your favourite sky
7 I love you best (?)
8 I still do
9 The moon is a blind eye
10 Masquerade
11 Gods and monsters
12 Proof

Und dann kam nach einer kurzen Verschnaufpause das Skurrilste des Abends: Liam Ó Maonlaì und Peter O'Toole von den Hothouse Flowers aus Irland. Gefühlt hab ich tatsächlich nach don't go von den Herrschaften nichts mehr gehört und gesehen und das ist aber mal so richtig lange her. Peter O'Toole sah aus wie er früher auch ausgesehen hat, Liam sah aus wie jemand, der jeden Moment anfängt, von Gott zu predigen und Gospels zu singen ;-). Lange, wallende Haare, ausgelatschte weiße (!) - naja, vielleicht eher ehemals weiße, Slipper, eine türkis-/petrolfarbene Hose, irgendein helles Hemd dazu und für die Tasten auf dem Keyboard bzw. seinen Zettel eine passende Lesebrille. Oha! ;-). Startete ein bisschen verhalten gegen 23:28 h mit etwas vermutlich Gälischem, sehr schön. Das Lied wurde allerdings recht lang. Hmm, dachte ich mir so, wenn sie ebenso wie ihr Vorkünstler 12 Lieder spielen wollen, wird das noch ein langer Abend... Der nächste Song ein Cover von Johnny Nash - I can see clearly now. Wurde gegen Ende etwas... improvisiert. Ich kann gar nicht so recht sagen, was das eigentlich für ein Musikstil war. Folk war es nur zwischendrin, vielleicht ein bisschen Rock, aber auch nur zwischendrin. Eher jazz mit soul oder sowas. Irre war's auch, insbesondere die Barfuß-Tanzeinlagen von Liam. Weiter ging es mit Christchurch Bells, einem sehr, sehr langen Lied. Gefolgt von Shut up and Listen. Dass das Lied so heißt, weiß ich erst seit gestern - verstehe aber jetzt, warum Liam das T-Shirt des Herrn vor mir so toll fand, auf dem vorne genau der Spruch stand und das einen Tourplan auf dem Rücken hatte ;-). Seine Tochter - vielleicht 10 oder 12 - stand direkt vor der Bühne und bekam auch gleich einen Song gewidmet: for the Children (und damit sie es auch ganz sicher verstand, kam am Ende des Lieds nochmal "for you", sehr süß). Das nächste kannte ich nicht, aber alle anderen: Liam gab Befehle, die Menge sang: see light, immer und immer wieder (war es vielleicht one tongue?). Wenn einer sein Publikum mit nur einem Wink der Hand im Griff hatte, dann Liam. Irre! Weiter mit It took a long time, gefolgt von wieder einem gälischen song (der für das Kind war), bei dem Liam Flöte spielte. Peter wechselte zwischendrin immer die Gitarren und blieb bei den Tanzeskapaden seines Kollegen doch eher im Hintergrund. Zwischendrin dankte Liam dem großartigen Catering und Gott fürs Wetter ("wie nennt ihr ihn hier, Thor"? "God" "ah, "God" - shall we pray? Wir konnten ihn grade noch davon abhalten ;-) ). Danach ein Swedish Jig, wieder Liam mit Flöte. Garmarna wären stolz gewesen ;-). Zum Schluss dann noch das vermutlich obligatorische Don't go mit entsprechendem Chor. 00:37 h. Es waren "nur" 9 Songs, dafür aber in der gleichen Zeit sher lange!! Und sie durften noch eine Zugabe spielen,einen acapella-Song mit Klatschen und Tanzen und Befehlen von Liam ans Publikum. Sehr, sehr eindrucksvoll und bis 00:41 h. Uff, ein wirklich sehr, sehr langer und sehr sehr schöner Tag und Abend!

Fazit: wieder mal ein tolles Festival, viele tolle Künstler, ganz, ganz großes Lob an die Veranstalter, die Organisatoren, die ganzen Helfer, gerne wieder im nächsten Januar! Und mein Verbesserungswunsch vom Winter wurde auch umgesetzt: es gab Kaffee (zu den Waffeln ;-) ). Danke ür diesen tollen Tag!!!

PS: hab mich noch gefragt, warum denn One Eye Open nicht spielen, sozusagen als Haus- und Hofband. Hab dann aber irgendwann zwischendrin Julia Booth gesehen mit einem ganz, ganz winzigen Kind, was vermutlich die Pause erklären könnte ;-).

(c) bat 08/16 - hier noch eine kleine Fotoauswahl - hoffentlich mit Einverständnis der Künstler - sonst bitte melden!

Luise Weidehaas René Neumann
Mack Drietens Chaplin
Nepomuk
Nepomuk
Festivalbesucher
Nepomuk
The Contenders
The Contenders
ein zufriedener Tommy
The Contenders
Joco
The Monotrol Kid
The Monotrol Kid
Faber
Faber
Sol Heilo Sol Heilo
Sol Heilo Sol Heilo
Sol Heilo Sol Heilo
John Bramwell Liam und Peter
Liam
Liam
Liam und Peter

(c) bat 08/16