Rainking-Music - Tommy Kirchmann und Co - haben wieder ein acoustic-Festival auf die Beine gestellt - war mein erstes (für die Veranstalter schon die dritte Runde, wie das Vorwort zum Programm sagt - lobenswert übrigens, so ein Programm, das zum einen die running order zeigt, aber auch Infos über die auftretenden Künstler zusammengetragen hat, danke dafür!), aber es war großartig und schreit nach Wiederholung - auch ohne Justin Sullivan, der neben North Alone dieses Jahr Veranlasser für die Teilnahme war. Das Line-Up sagte mir ehrlich gesagt, bis auf die beiden Genannten nichts, aber wenn es akustisch ist und mit Gitarre, dann kann das eigentlich gar nicht so sehr daneben gehen. Nachdem ich einen Parkplatz in der Nähe gefunden hatte, sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ein Entstörungswagen der SW Düsseldorf rumfuhr und in einem der Nachbarhäuser scheinbar einen Termin hatte, nur schon mal so vorab diese kleine Info, könnte für den weiteren Verlauf des Abends noch wichtig werden...

Start war um 17:00 h mit Heart of Oak. Es war eher noch leer, vielleicht 20 - 40 Leute hatten schon um diese Zeit hergefunden, hörten dafür aber auch aufmerksam zu, was Jimmy Broomfield, der aus dem Süden Englands stammt, aber scheinbar in Duisburg zumindest mal seine Freundin hat (und vielleicht auch dort wohnt? ;-) und morgen dort auftritt?), zu bieten hatte. Nette Gitarren-Singer-Songwriter-Sachen, die er uns eine halbe Stunde lang vorstellen durfte. Show eher verhalten, ein bisschen hat er was erzählt, in erster Linie aber die halbe Stunde für seine Songs genutzt. War gut, die Stimme mir persönlich aber ein bisschen zu hoch. Und im April kommt endlich sein erstes Album. Auf die Frage der Moderatorin Emily Whigham, warum das denn nun so lange gedauert hat und was denn dazwischen gekommen sei, sagte er schlicht: Life. Yep, that happens ;-).

Genau nach Zeitplan war dann schon der Auftritt von Safetyville dran, ihres Zeichens Isabell Meiner aus Köln - was sie auch zugegeben hat - obwohl sie nicht wusste, ob das in Düsseldorf eine gute Idee sei ;-). Da auch sie nur eine Gitarre dabei hatte, war das mit dem Umbauen und dem Zeitplan einhalten ein Einfaches. Singer-Songwriter die zweite, war bestimmt schön, mir hat die Stimme nicht so gut gefallen (bin da bei Frauen irgendwie wählerisch) und hab mich an die Bitte des Programmhefts gehalten: wer quatschen will, geht raus (dort war es sehr viel höflicher formuliert ;-)). Ich hab mir dann halt mal den Merch angeschaut und das Chili probiert. Kann daher zu der halben Stunde, die Isabell hatte, nicht viel berichten.

Die nächste Band war tatsächlich eine: Joel Havea mit Gitarre und seinem Partner Leo Lazar, Percussions. Aus Hamburg - wobei er in Melbourne geboren wurde und den deutschen Winter aber mal so gar nicht mag, wie er uns berichtete. MIt Leo zusammen ist er auch ergänzt um Arnd Geise, Bass, als Trio unterwegs. Hat schon ein bisschen mehr Show gemacht als die beiden zuvor (wobei ich das aufgrund der 1 1/2 Lieder, die ich von Safetyville gehört habe, natürlich nur vermuten kann). Auch eine gute halbe Stunde Zeit für die beiden, die sich ein bisschen angehört haben wie Jack Johnson, zumindest würde ich die Musik in diese Richtung sortieren. Das letzte Stück haben sie unverstärkt und ohne Mikro gesungen - was natürlich bei den Leuten super ankam, die zum einen mehr geworden waren, zum anderen jetzt nochmal ein bisschen näher an die Bühne gerückt sind. Ein Omen? Wer weiß.

Dann - immer noch im Zeitplan - Niall Connolly aus Irland, der mittlerweile in New York, genauer gesagt, in Brooklyn lebt. Kleiner Mann mit Brille und Zauselbart, jemand, den man in einen Irish Pup erwarten würde - und der wirklich Stimmung gemacht hat, auch als Alleinunterhalter! Hat nette Geschichten erzählt zu seinen songs und dazwischen einfach so (ich lebe in Brooklyn in der MItte zwischen zwei Parks. Der eine wird von ganz vielen Leuten besucht, die Yoga machen und Pilates und Tai Chi und die Sachen stricken für ihre Hunde, die auch Yoga machen und Pilates und Tai Chi... und der andere ist der Friedhof, wo die Leute das nicht mehr machen.. ). Ein oder zwei Lieder hat er geschafft - dann - aha! fiel der Strom aus. Alles weg, nix mehr mit Mikro. Aber davon lässt sich ein gestandener Musiker wie Niall nicht aus der Ruhe bringen. Er pfeift die Leute einfach näher an die Bühne, erklärt ihnen den Refrain seines nächsten Liedes - in dem es übrigens um Handys und Kommunikation mit einander geht (come back to the table, come back to the table if you can) und singt einfach ohne Strom weiter! Der Chor war nett, hat sich alles richtig gut angehört - und hätte zur Not mindestens mal bei ihm auch so weitergehen können. Ob das für die anderen Bands so gut gewesen wäre... Hmm. Aber Tommy Kirchmann konnte es richten. Wie die Moderatorin Emily uns mitteilte, war der Plan der Stadtwerke, die einen Stromausfall zu beheben hatten, eigentlich der Straße den Saft abzudrehen und selbige aufzureißen. Konnte das Team (Tommy oder Sabine oder alle zusammen) verhindern, so dass Niall nach diesem einen Song mit Strom weiterspielen konnte. Super gerettet und etwas, das im Gedächtnis bleibt. Übringes hat er bereits 4 CDs gemacht, die er auch alle dabei hatte - und gerne nicht wieder mitnehmen wollte - er würde auch nach Gewicht verkaufen, hat er gesagt. Obwohl er nicht sicher sei, wie dieses Angebot von jemandem, der aussieht wie er, verstanden werden könnte ;-). Letztes Album heißt Sound und ist 2013 erschienen. Gemäß seiner Homepage ist er am 29.01. in der Moyland-Kirche (wer weiß, wie man da an Tickets kommt, gerne melden ;-) ).

Der nächste Künstler - North Alone alias Manuel Sieg - war nicht mit seiner ganzen Band da, hatte sich aber zur Verstärkung So-Kumneth Sim an der Geige mitgebracht. Raue Stimme, Folk-Rock-Punk vom feinsten, durfte als Opener schon bei Frank Turner eine Tour mitmachen und hat auch schon für New Model Army im Vorprogramm gespielt. Die Musik wird gerne mit Gaslight Anthem und Co. verglichen, hört sich jedenfalls nicht nach Osnabrück an (sorry Osnabrück ;-) ). Mittlerweile zum dritten Mal hab ich sie gesehen und sie gefallen mir von Mal zu Mal besser -wird Zeit, dass ich mir wirklich mal ein Set alleine von ihnen anschaue und nicht immer nur als Opener oder im Rahmen anderer Bandauftritte. Verflixt ist nur, dass die Solo-Auftritte alle irgendwie rund um Osnabrück stattzufinden scheinen und das ist mir einfach zu weit weg. Jedenfalls hatten die beiden 40 Minuten Zeit zu zaubern, die Halle mittlerweile gut gefüllt und von der Stromausfall-Nummer bei Niall auch noch deutlich näher an der Bühne. Manuel wieder mit Käppi, So-Kumneth mit dem scheinbar obligatorischen gestreiften Pulli. Und los ging's. Neben mir drei Mädels, die North Alone schon mal alleine gesehen hatten - das zumindest signalisierten sie auf die Frage von Manuel hin. War auch super, konnten auch die Texte (teilweise). Nur leider haben sie wohl nicht ganz verstanden, was er denn so singt. Grade noch mitgesunden beim Lied, das sich befasst mit dem Respekt dem Künstler gegenüber (zum Quatschen einfach mal rausgehen) laberten sie was das Zeug hält und das in einer Lautstärke... nicht nur bei Bands, die sie nicht interessierten oder die sie nicht kannten, nein, auch bei ihrem Favourite Manuel. Und das war echt sehr, sehr nervig. Hat zumindest gereicht, dass ich meinen Standort verlassen habe - obwohl ich dort viel besser hätte fotografieren können. Ist ja nicht so als hätte es in diesem Venue keine Möglichkeit gegeben, das quatschen auch an einen anderen Ort zu verlagern, sind sie aber scheinbar nicht drauf gekommen. So, genug des Gemeckers, zurück zu North alone. Wie gesagt, 40 Minuten, 8 songs. Das erste ein neues, Titel daher nicht bekannt: remember the good times. Danach missing heart shadow vom aktuellen Album Cure and Disease. Ebenso wie das folgende, eingeleitet mit der Frage, wieviele Leute denn wohl noch einen Plattenspieler haben? Einige. Dann, meinte Manuel, weiß der eine oder die andere ja bestimmt noch, dass es, wenn die Platte zuende war, und der Tonabnehmer nicht automatisch wieder zum Ausgang zurück ging, ein merkwürdiges Geräusch gab, das erst ganz beruhigend, aber irgendwann doch nervig wurde: The last inch. Weiter mit Old dog barking und Scatter my ashes into the sea. Das nächste war Inscription, von einem Mann, der eigentlich nie wirklich gelebt hat und auf dessen Grabstein steht, dass es eben nur konsequent ist, dass er jetzt tot ist. Das nächste wieder eines, das ich noch nicht kannte, über das Leben als Rockstar - oder was sich andere drunter vorstellen - sie würden jedenfalls nicht in einem Tourbus rumgefahren werden sondern hätten immer noch ihren alten Twingo..: The romantic sense of Rock'n'Roll. Das letzte dann übers Touren und wie oben schon beschrieben über den Respekt, den man als Publikum den Künstlern entgegen bringen sollte - und dass man bei H&M keine Ramones- oder Nirvana-T-Shirts kaufen sollte ;-): The road most traveled. Sehr schön - und bei dem einen oder anderen leider ohne nachhaltigen Effekt ;-).

Fliegender Wechsel zu einem Mann mit Schal und Fönwelle und seinen zwei Mitstreitern. David Berkeley, aus den USA, der neben seiner Musik auch noch Bücher schreibt, bislang zwei. Das letzte, The free brontosaurus, ist verknüpft mit den Songs seines neuen Albums cardobard boat - was nicht jeder, der vielleicht nur eine der beiden Seiten an ihm mag, wissen kann. Wir haben hier also einen einmaligen Wissensvorsprung und können gleich in beides einsteigen und die Verknüpfungen aufspüren. Durchaus eine schöne Stimme, die nur an Stellen, an denen man nicht damit rechnet in hohe Töne abrutscht, mir vielleicht ein bisschen zu... künstlerisch? Ich habe mal wieder frei nach dem Motto: "Quatschen stört den Künstler" das Café aufgesucht, kann zum Auftritt leider nichts weiter sagen, allerdings hab ich mindestens mal ein Foto gemacht, das ich euch nicht vorenthalten werde.

Dann wurde ein bisschen mehr umgebaut für die nächste Band One Eye Open aus Düsseldorf, Mitglied in dieser Band neben Majo(r) alias Markus Günther (Gesang, Gitarre), Heiko Wichelhaus (Gitarre, Mandoline, Gesang) und Julia Booth (Geige, Gesang) auch der Veranstalter des heutigen Festivals Tommy Kirchmann (Cajon, Percussion) ;-). Gegründet schon 1998, sind sie erst 2014 mit Jules Booth zum Quartett geworden, haben die neuen Platte Ballads from a tired world veröffentlicht, spielen nach eigenen Aussagen ganz, ganz viele Liebeslieder - und hören sich an wie Folkbands a la Mumford and Sons (sorry, der Vergleich wird mir wohl immer dann kommen, wenn - wie hier - jemand eine Mandoline spielt ;-) ). Hat Spaß gemacht ihnen zuzuhören, man merkt, dass sie alte Hasen sind im Geschäft und das sie Spaß haben an den, was sie da zaubern. 50 Minuten, 9 Songs bis 21:33 h. Alle Songs werd ich nicht zusammen bekommen, das erste hat ein bisschen Heroes eingebaut, bei einem weiteren spielten sie ein bisschen Vagabonds, a tribute to all the NMA Fans, die vielleicht schon da waren und netterweise zugehört haben. Song zwei hab ich auch nicht richtig mitbekommen, da war ich noch dabei, zu versuchen, Fotos zu schießen. Lied Nr. 3, eingebaut in eine Einleitungsgeschichte, hieß she's coming from the sea, dann Kathleen gefolgt von Parachute. Das nächste - wieder mal ein Liebeslied: Kisses and Volcanos, gefolgt von Barricades. Danach when you open the door, verstärkt von einem jungen Mann mit Trompete und zum Schluss Storm, wieder vom neuen Album. Schön, macht ein angenehmes Gefühl im Bauch. Gerne wieder.

Dann wieder ein bisschen Umbau für die nächste Band, dieses Mal wieder aus UK, The Lion and the wolf. Thomas George heißt der Sänger, der vor 2 Jahren seinen Job bei Apple (wirklich?) gekündigt hat, weil er Vollzeit Musik machen wollte. Im letzten Jahr war er schon alleine da, dieses Mal mit kompletter Band, die Namen des Bassisten, des Saxophonisten und der Keyboarderin waren leider nicht rauszubekommen. 2014 kam die erste Platte: Symptoms, in 2016 soll schon die neue folgen (oder ist sie gar schon erschienen?): The Lion and the Wolf, so wie auch die Band heißt. Mann mit Brille und Bart mit Stephen King-T-Shirt, toller Stimme. Lieder eher von der melancholischen Art, allerdings glaube ich, dass sie weniger Happy Ends haben wie diejenigen von One Eye Open. Auf jeden Fall, wie alles an diesem Abend, sehr hörenswert. Netter singer-songwriter-folk-rock, definitiv aus der melancholischen Ecke.Start mit einem Lied, das ich mal wieder aufgrund von Fotos-machen nicht so richtig mitbekommen hab. Danach The Lion and the Wolf, gefolgt von einem Song, den er für seine Schwester geschrieben hat, als er nicht für sie da sein konnte: sie hatte ihre Freundin verloren, mit grade mal 18 Jahren. The hole that it leaves (desperately searching my soul). Danach Colour (über Leute, die Töne sehen - Synästhesie - zumindest hat er das in Zusammenhang mit dem Song erzählt) und einem song über seinen Vater David George, der sich ab und an für den Dude (The Big Lebowski) gehalten hat: My Father's eyes. Weiter ging's mit Barstools, Symptoms, November Saints und zum Schluss Ghosts of Trinity.

Während dieses Auftritts (oder war es schon bei One Eye Open) standen sehr nette englischsprachige Menschen mit seltsamen Frisuren vor mir, die in einer Tour gequatscht haben und dann irgendwann mittendrin im Set gemeinsam verschwunden sind. Jetzt wusste ich wohin: umziehen und anmalen - nur die Frisuren waren vorher schon fertig: Ushti Baba. 8 bis 9 Leute auf dieser doch eher kleinen Bühne, die... Sachen anhatten und in einigen Fällen keine Schuhe. Samthosen für die Herren oder eine, die wie gebatikt aussah und in der Mitte "durchhing". Für die Damen was Glitzerndes mit bunter Strumpfhose und ein Matrosenoutfit mit Rose am Hut; einer der Jungs mit Hut und einem T-shirt mit dem Ohngesicht aus Chihiros Reise ins Zauberland. Spielte nachher Trompete. Ok. Die Dame mit dem Matrosenoutfit spielte natürlich Akkordeon, der Herr mit der "durchhängenden" Hose war die Soundbox, der Typ mit den Zöpfen und der lila Samthose spielte Gitarre und Banjo, der andere Typ mit der Samthose Gitarre (?), der mit dem Ohngesicht wie gesagt Trompete. Dann war da noch die Glitzerfrau, die Geige gespielt hat, eine weitere Frau, die im Hintergrund auf der Erde saß und Cello gespielt hat oder Percussions und im Hintergrund war noch jemand mit einem Kontrabass. Ach ja, und dann war da noch die Frau mit dem Bauchtanzoutfit und den Schleiern... Musik haben sie auch gemacht, fragt mich aber nicht, was das war. Es war laut und bunt und zum Tanzen und die Lieder waren lang und sie hatten eine ganze Stunde dafür Zeit. Sehr nett anzuschauen, live ein echter Hingucker und Hinhörer. Zuhause als reine Musik wäre das nichts, was ich mir anhören würde, aber live haben die Herrschaften aus Bristol die Bühne echt gerockt und das Publikum geflasht. Dabei wollten sie doch nur Justin sehen ;-)). War wohl nix, wer da war, musste auch mitwippen ;-). So, ich hab im Programmheft nachgelesen: sie machen "Gypsy-Folk mit hypnotischen transeuropäischen Melodien und Juglebeats". Und sie können alle singen - die Stimme der Matrosenfrau hat mich umgehauen - und alles Mögliche an Instrumenten spielen und haben aber mal so richtig Spaß an ihrem Job - zumindest vermitteln sie das ;-). 2012 gegründet und die grade beschriebenen Menschen heißen Jack Salt,Sam Ford, Ursula Billington, Sam G, Simon Alexander, Gerry Barnet, Henry Edmonds und Jassy Seagull. Fragt mich aber bitte nicht, wer wer ist. Egal, einfach angucken.

Jetzt waren wir leider 20 Minuten über dem Zeitplan, so dass unser aller Justin Sullivan statt um 23:30 h - was ja nun auch schon nicht wirklich früh ist - erst gegen 23:50 h die Bühne betrat. Ehrlich gesagt hat sich alles davor aber gelohnt und bei einem solchen Orgaaufwand "nur" 20 Minuten über der Zeit zu sein, war an sich schon eine Super-Leistung, also keine Beschwerden meinerseits ;-). Zudem Justin trotzdem seine Stunde + Zugaben (die einzigen des Abends!) bekam und nicht vorzeitig aufhören musste. Alles gut also.

Start mit Changing of the light, gefolgt von before I get old. Dann erzählte er, dass sie irgendwann in Amerika mal in einem Reservat waren, in dem die Bewohner eine alte Geschichte erzählen, dass Wölfe zu Menschen werden: La Push. Weiter ging's mit Into the wind. Gefolgt von Another imperial day, passend zur aktuellen Weltlage. Ohne Instrument, nur er und sein Gesang - in der Halle alles ruhig - bis auf einen Fan hinter mir, der den Text kannte und mitgesungen hat. Andächtig fast. Wirklich ein Gänsehautmoment. Danke, dass ihr leise wart! Und dann eines, das ebenfalls zur Lage passt und das ich tatsächlich nicht einordnen kann - neu? - gab's schon auf dem Weihnachtskonzert in Nottingham, hab ich gelesen: cross the water or die trying. Danach Autumn - und alles sang shalalalalaala ;-). Danach wieder ein Gänsehautmoment: One of the chosen ohne Instrument, nur Gesang. Ähnlich wie bei AID war alles ruhig, bis auf den einen, der den ganzen Text kannte, der Rest stieg nur beim Refrain ein. Ganz kurz, erzählte, Justin, wäre er auch mal einem solchen Kult beigetreten und die Sucht danach, einen Sinn zu haben (auch wenn er blödsinnig ist), Teil einer Gemeinschaft zu sein, könnte je nach Kult schlimmer und gefährlicher als alles was man an Drogen nehmen könnte: watch out for the holy fools (sagt er sonst immer, dieses Mal nicht). Dann - von seiner Solo-Platte - Sun on Water (also konnte er doch nicht ganz ohne Ozean-Lieder, wie er am Anfang behauptet hat). Das nächste scheint neu zu sein, ist in 2014 wohl auch schon mal gespielt worden (sagt setlist.fm), ich hab's live noch nicht gehört: hold on (to the beginning) - der Sound war ein bisschen fragwürdig, irgendwie hat die rechte Box komische Geräusche gemacht, hat sich danach aber wieder beruhigt. Justin fragte dann, wieviele Leute denn so aus Düsseldorf sind - von den 300 - 500 Leuten, die da waren, zeigten dann mal ca. 6 auf. Hmm. New Model Army sei die Band, die Leute dort zusammenbringt, wo sie normalerweise nie hinfahren würden - würde jetzt vielleicht nicht für Düsseldorf gelten, weil große Stadt und so aber es gäbe durchaus Orte an denen sie gespielt haben, wo genau das zutrifft. Zum Beispiel wären sie mal in Österreich gewesen in einem Ort der Hühnerschrei geheißen hat - und das würde es auch sehr gut zusammenfassen ;-). Ob's den Ort wirklich gibt? Auf google-maps sei er nicht, die Amis wären mit ihren Satelliten dort zumindest auch noch nicht vorbei gekommen, was ein Vorteil sein könnte ;-). Fate war das nächste Lied, natürlich mit entsprechendem Chor. Danach eine leidenschaftliche Rede dafür, dass man nicht alles hinnehmen soll sondern ruhig mal demonstrieren gehen sollte - auch wenn man meist verliert, so hätte man es doch wenigstens versucht: Snelsmore Wood! Dann hat er Karaoke gemacht - hab nicht ich gesagt sondern er selber. Auch wenn es ein Acoustic-Festival sei, würden doch eigentlich alle mogeln - bis auf der eine Ire, der heute nicht anders konnte ;-). Er würde jetzt offen mogeln: Musik von You weren't there aus dem off mit Gesangs- und Mundharmonikabegleitung live, sehr schön. Stunde um 00:50 h. Ende Hauptset. Aber er kam nochmal wieder - die einzigen Zugaben des ganzen Festivals: Headlights. Er hätte überlegt - oder wäre gefragt worden? - ob er denn ein Bowie-Cover spielen sollte. Aber er hätte sich dagegen entschieden, er hätte mal reingehört in die Cover, die es gibt von Bowie-Songs und sie sind fast alle schlecht - was auch so eine Art Kompliment ist - und deshalb lässt er es sein. Und was ist mit Lemmy? Fragte jemand aus dem Publikum. Das gleiche, sagte Justin. Auch wenn sie sehr verschiedene Musik gemacht hätten, wären sie doch beide im Grunde ihres Herzens englische Gentlemen gewesen. Lest dazu mal den Kommentar von Justin auf der New-Model-Army-Seite, sehr gut. Stattdessen gab's Stoned, fired and full of grace (super!!) und zum Schluss (man sagte ihm extra, er hätte noch genau ein Lied - dann würde Düsseldorf wohl zugemacht ;-)) - The Ballad of Bodmin Pill. Super Abschluss!

Fazit: ein tolles Festival, viele tolle Künstler, großes Lob an die Veranstalter, die Organisatoren, die ganzen Helfer, gerne wieder. Ein einziger Verbesserungswunsch: Kaffee wäre toll gewesen ;-))

Hier noch die links auf die Seiten der aufgetretenen Bands:

Heart of Oak

Safetyville

Joel Havea

Niall Connolly

North Alone - und denkt hier an das Facebook-Like ;-)

David Berkeley

One Eye Open

The Lion and the Wolf

Ushti Baba

Justin Sullivan

(c) bat 01/16 - hier eine kleine Fotoauswahl - schönere mal wieder bei Frank auf pixiac

Heart of Oak
Safetyville
Joel Havea und Leo Lazar Niall Connolly
North Alone
So-Kumneth Sim Manuel North
David Berkeley One Eye Open
One Eye Open One Eye Open
One Eye Open The Lion and the Wolf
The Lion and the Wolf The Lion and the Wolf
Ushti Baba Ushti Baba
Ushti Baba
Ushti Baba
Justin Sullivan Justin Sullivan
Justin Sullivan Justin Sullivan

(c) bat 01/16