Logo De/Vision De/Vision, Zeche, Bochum, 06.12.1998

Vorband bei diesen Konzert waren Ego Blue aus Recklinghausen. Scheinbar haben De/Vision bei dieser Tour auf jedem Gig eine andere Vorband: Ein Bekannter ist jedenfalls am 13.12. in Frankfurt bei De/Vision und dort ist die Vorband eine andere... irgendwo sind sogar Philtron Vorband.. die hätte ich sicherlich lieber gesehen als Ego Blue...Selbige begann jedenfalls um 8 und hörte auf um 8:30 h. Sie hatten 8 songs lang Zeit, die gut gefüllte, aber nicht ausverkaufte Zeche zu überzeugen, was aber nicht so ganz gelang: keine Zugabenrufe. Imho fehlte der Kick, der Funke, das gewisse Etwas. Musikalisch zwar ähnlich wie De/Vision, also in der Synthie-Pop-Ecke anzusiedeln, fehlte ihnen einfach die stimmliche Überzeugungskraft der Hauptband. Wenn der Sänger - dessen Stimme anfangs zu laut, gegen Ende fast zu leise rüberkam (Mischpultschuld) - zusammen mit dem linken der beiden Keyboarder sang, war es gar nicht schlecht, aber allein war seine Stime etwas dünn, zu monoton, teilweise zu hoch. Aber sie wirkten noch sehr jung, wer weiß, vielleicht finden sie den Funken ja noch und werden berühmt... immerhin gibt es die Hauptband auch schon seit etlichen Jahren und wer weiß, wie selbige sich am Anfang ihrer Karriere angehört haben? ;-)

De/Vision begannen um 10 vor 9 mit einem Song, der irgendwas mit day hieß. Nach Lied Nr. 2 begann der Sänger, der übrigens wie die beiden Keyboarder 'bemützt' war ('Ist ja schließlich Nikolaus heute' - hatte was von Rap-Band...die Musik gothseidank nicht ;-)) und entsprechend beschränkt aussah (was ihm aber glaub ich bewußt war, er machte zwischenzeitlich, als er sein Mützchen wieder aufsetzte, seltsame Grimassen in Richtung Keyboard links ;-) ), die Leute aus ihrer Trance zu reißen und sie zum Klatschen zu animieren. Gegen Ende mußte er nur noch mit den Armen wedeln und seine gut erzogene Fangemeinde gehorchte ;-)
Einerseits echt witzig - hat ja auch gewirkt, zumindest am Anfang der Songs - andererseits mußte er doch immer wieder damit anfangen. Mag natürlich auch am manchmal schwer zu begeisternden Publikum in Bo gelegen haben, bzw. an der 'Szene'... es waren schon einige schwarzgewandetet Leute darunter, die ja doch manchmal arge Bedenken zu haben scheinen, ihre Begeisterung auch zu zeigen.. ;-)
Egal, ich fand das Konzert ganz okay, die Leute haben vor allem bei den älteren songs aber auch bei den aktuellen wie we fly... tonight klasse mitgesungen. Besonders gelungen war in dieser Hinsicht die erste der vier Zugaben, Blue Moon. Hier hat der Sänger abwechselnd mit dem Publikum gesungen und hat zwischenzeitlich zwei Mal jemandem aus dem Publikum das Mikro unter die Nase gehalten. über die gesangliche Qualität dieser vom Sänger hoch gelobten Darbietungen sag ich jetzt mal nichts, aber witzig war's schon ;-) Eine weitere Zugabe hat mir auch sehr gut gefallen: Endlose Träume...
Unter den 13 (oder doch nur 12??) songs und den vier Zugaben waren Strange affection, We fly.. tonight, Blue Moon ( Zugabe), Endlose Träume (Zugabe), Try to forget (nach Aussage des Sängers ihre erste bei einer Plattenfirma veröffentlichte Single - 1989; dazu hab ich allerdings auch schon andere Meinungen gehört, die hands on your skin als erste Single bezeichnen... Aufklärung vielleicht demnächst in diesem Kanal ;-)), I regret (heftig, hat mir nicht so sehr gefallen), hear me calling, New drug (Zugabe, genial!), Slaves to passion, Deliver me...
An die anderen kann ich mich nicht erinnern oder kannte sie nicht... ich muß feststellen, Konzerte, bei denen ich die Songs - und die Texte! - kenne, machen mehr Spaß... Ich dachte - vor allem bei new drug und bei strange affection - im Vorfeld, daß De/Vision wie die alten Depeche Mode klingen würden - wogegen ich wirklich nichts gehabt hätte ;-))) - stimmt aber nur bedingt bei einigen Songs. Sie haben schon ihren eigenen Stil. Nett anzusehen war übrigens der ab und an auftretende Gitarrist Lars. Nicht nur eine musikalische, sondern auch eine optische Bereicherung des Bühnenbildes - natürlich ist das immer relativ im Vergleich zu den restlichen De/visions zu sehen, über die ich mich in optischer Hinsicht jetzt nicht weiter äußern möchte - außer vielleicht, daß der Herr Sänger doch vielleicht mal wieder zum Friseur gehen sollte;-))) Entschuldigt diesen 'typisch weiblichen' Abschweifer ;-)

Alles in allem: nett. hat mich nicht umgehauen und total mitgerissen, hat aber dennoch Spaß gemacht und obwohl es keine Bühnenshow - außer dem tanzenden Sänger - und kein Bühnenbild oder eine hinreißende Lightshow gab (im Gegensatz zu z.B. Wolfsheim ;-) ), würde ich mir de/Vision live jederzeit wieder ansehen (wieder im Gegensatz zu z.B. Wolfsheim ;-))) ). Diese Sache mit der fehlenden Bühnenshow/-bild/-Lightshow mag im übrigen auch an der Zeche liegen - man vergleiche Berichte Army in Bochum und in Köln - oder einfach an der 'Club-Tour'...

Hier findet Ihr noch den Konzertbericht von Micha, der sich die Jungs in Frankfurt angesehen hat.

(c) bat, 1998