Obwohl ich sie schon häufiger gesehen habe, gibt es doch leider nur vier Konzertberichte zur Auswahl:

Element of Crime, Soundgarden, Dortmund, 16.05.1999

Element of Crime, Soundgarden, Dortmund, 15.01.2002

Element of Crime, Palladium, Köln, 19.03.2006

Element of Crime, Jahrhunderthalle, Bochum, 03.02.2010

Element of Crime und Fink, Dortmund, Soundgarden, 16.05.1999

Wieder mal ein Konzert dieser Band, die mich durch Hochs und Tiefs, besonders durch Tiefs seit 1991 begleitet, seit ihrer ersten deutschen CD nämlich mit Namen Damals hinterm Mond. Davor gab's fünf englischsprachige CDs, von denen ich allerdings nur die Crime Pays, mit dem Klassiker Surabaya Johnny, besitze. Element of Crime, die Band um Sven Regener, den Mann, der so herrlich ironische, gemeine, wahre, traurige und manchmal auch unsinnige - nie aber offensichtlich unsinnige ;-) - Texte schreiben kann und der 14 Jahre lang zwischen den Songs auf der Bühne geschwiegen hat und sowieso lieber nach unten sieht als seinem Publikum ins Gesicht.
Jemand, dem der Starrummel manchmal irgendwie peinlich erscheint, wenn er auf der Bühne steht, ein ums andere mal 'vielen Dank' sagt und es irgendwie gar nicht fassen kann.

Dieses Konzert (mein drittes oder viertes), anläßlich ihrer 10. CD, ihrer fünften deutschsprachigen mit Namen Psycho, begann damit, daß Regener selbst mit verlegen schlackernden Armen um 20:15 h die Vorband namens Fink ansagte: " Sie sind jung, sie sind schön und sie sind aus Hamburg, Fink".

Aus Hamburg werden sie wohl gewesen sein, jung ist relativ, schön auch ;-)

Fink spielten 7 songs und eine Zugabe, setzten in erster Linie Gitarren und Drums ein, auch ein Banjo war zu sehen, einmal eine Mundharmonika, einmal ein Keyboard. Die songs waren deutsch, vom Stil ähnlich wie diejenigen von Element of Crime, allerdings waren die sinnlosen ein wenig zu offensichtlich sinnlos. Der tote Mann ist tot. Ja, das mag wohl so sein. Der Sänger merkte wohl die Ratlosigkeit und das Kopfschütteln der Zuschauer, machte auch eine entsprechende Bemerkung. Er sang auch noch etwas von Glück, wenn man meint, daß man Pech hat, daß er, würde man ihn in einen Fluß werfen, vermutlich mit einem Fisch im Maul zurückkommen würde.. wie gesagt, schon vom Stil her an Element gemahnend, nicht schlecht. Wurde auch durch Zugabenrufe bestätigt. Fink schien es zu freuen. Ich persönlich war aber wohl nicht so offen für ganz und gar Sinnloses, mir haben sie nicht so gut gefallen, allein würde ich sie mir nicht ansehen und CDs werde ich sicherlich auch nicht erstehen. Als Vorband zu Element waren sie aber geeignet - sicherlich besser - imho - als die Cucumber Men oder ähnliches... ;-)

Um 20:45 h war Schluß, die Hauptband, Element of Crime, startete pünktlich um 21.00 h.

Sven Regener, Gesang, Gitarre und diverse Trompeten, Richard Pappik, Drums, Jörg-Christian Hartje, Baß, Jakob Ilja, Gitarre und David Young, ebenfalls an der Gitarre, begannen ihren Auftritt mit einem englischen Lied, nämlich Almost dead, von der Crime Pays (und der Freedom, Love and Happiness (1988)). Regeners Kommentar nach diesem Song - ich war erstaunt, daß er überhaupt redete - "ja, das war noch zu Live-Station-Zeiten, war auch schön." Im Live Station hab ich sie auch das erste Mal gesehen, zur Damals-Hinterm-Mond-Tour. Bei dem Regener sich immer noch gern mit dem Rücken zum Publikum gestellt hat und wo er nur "Danke" ins Mikro genuschelt hat, peinlich berührt wirkte, als jemand: "Du bist genial" rief. Damals halt. So war das.

Weiter ging's mit dem ersten song des neuen Albums, Psycho, Ich war nicht dabei. Alte und neue songs wechselten sich ab, das neue Album wurde komplett zum besten gegeben, daneben aber auch in relativ ausgewogener Mischung die Songs der anderen Alben, vor allem auch die Damals hinterm Mond und die Weißes Papier waren stark vertreten, letzteres mein liebstes Element-Album.

Regener war anfangs sehr redselig, obwohl er ein wenig nervös und überdreht wirkte: er habe nach 14 Jahren beschlossen endlich mal zu reden, und es sei Zeit für einige Geständnisse. So zum Beispiel wollte er uns immer mal sagen, daß sein Anzug nicht weinrot sei - was wirklich scheiße aussähe, aber ganz bestimmt an dem Licht liege - nein, er sei blau - weißes Licht von oben, das ihn bestätigte. Und er liebe diesen Anzug doch so, auch wenn er weinrot aussehen würde. Klasse, witzig, sympathisch, wirr, wie seine Songs. Das Publikum grinste und lachte, freute sich. Eine angenehme Stimmung.
Regener meinte noch, wenn er schon früher, vor 14 Jahren eben, angefangen hätte zu reden - es läge ihm nämlich nicht, und deshalb würden sie jetzt auch wieder Musik machen - würden sie sicher immer noch im CheColala spielen (kennt ihr diese Kneipe in Dortmund-Dorstfeld noch? ;-) ).

Die songs folgten Schlag auf Schlag, Regener mal mit Gitarre, mal mit Trompete, mal einfach nur mit Gesang - hier wußte er allerdings scheinbar nicht so recht, wohin mit seinen Armen, die immer ein wenig nervös an seinen Seiten vor und zurück pendelten. Sie rühren an, die Texte, man erkennt sich wieder, trauert und freut sich mit den Personen, die beschrieben werden und ist einfach mitten in den Songs. Draußen hinterm Fenster war der nächste song, dann Michaela sagt, gefolgt von Damals, hinterm Mond von der gleichnamigen CD aus 1991. Dann wieder neu mit Ferien von Dir und Jetzt mußt Du springen. Dann meinte Regener, käme ein Lied von Alexandra, das sie immer für die 'Speerspitze des deutschen Schlagers' gehalten hätten. Jetzt hätten sie feststellen müssen, daß es eigentliche in französisches Chanson sei, aber sie würden natürlich die version von der von ihnen heiß verehrten Alexandra spielen: Akkordeon. Und erstaunlicherweise: von Regener wirkte es gar nicht kitschig. Ich schreibe Regener und nicht Element of Crime (hat jemand diesen Film von Lars von Trier mal gesehen?), weil Regener einfach der Mittelpunkt auf der Bühne war. Weiter ging's dann mit einem meiner Lieblingssongs: Weißes Papier. " Alles was du nicht magst, lobe ich mir. Ich werd einfach so rein und so dumm sein wie weißes Papier" Dann: So wie Du." Erdbeerbeete werden von ihren Müttern sehr geliebt..." Kommentar Regener: "ein sinnloses Lied. An das das nächste eigentlich sehr gut anschließt:" No God anymore (?). Dann Alles was blieb, Du hast mir gesagt, schwere See - vorher schrie jemand: Surabaja Johnny. Regener: "ja, ein schönes Lied. Handelt vom Meer, wie das folgende auch:"... ;-))) Dann wieder neu mit Nicht Dein Tag, Kavallerie, Weil es schön war und Jung und Schön. Das sollte es gewesen sein, meinte die Band - zumindest tat sie so.
Zwischenzeitlich fragte Regener, ob es vielleicht irgendwelche Fragen gebe, bis hierher. Nein, niemand hatte Fragen. Er meinte, bei den Konzerten zuvor hätten die Leute am Ende gefragt, ob er vielleicht verstrahlt sei, weil er so viel geredet habe, aber er meinte, es sei einfach mal an der Zeit. Er bedankte sich nach den Liedern: "Danke, danke, vielen Dank." Man hatte den Eindruck, es kam von Herzen.

Als sie zur Zugabe wiederkamen - sie haben sich nicht lange bitten lassen - riß er nur die Arme hoch, schrie "Romantik" ins Mikro und sang einen Song von der Damals hinterm Mond, Helga Feddersen gewidmet, die um diese Zeit an Krebs starb: Vier Stunden vor Elbe.
Weiter ging's auf der Damals hinterm Mond mit Blaulicht und Zwielicht. Die Band verschwand, kam wieder, wieder dieses bescheidene "vielen Dank" und ein "Ja, so ist das" von Regener, der damit die Weisheiten seiner songs bestätigte oder unterschrieb. Sie spielten Ofen aus Glas sowie das wild bejubelte Nichts mehr wie es war, verschwanden wieder, kamen nochmal, Regener brüllte wieder "Romantik", spielte mit seiner Band Alten Resten eine Chance, verschwand, kam wieder und spielte zum abschluß nach über zwei Stunden (es war 23:10 h als sie endgültig verschwanden) Über Nacht.
Schön. "Ja, so ist das", sagte er nochmal am Ende, nachdem er sich bedankt hat, "auf Wiedersehen, Tschüß und kommt gut nach Hause" gesagt hatte. Die Band wirkte glücklich, das Publikum auch. Es hätte noch Stunden so weitergehen können. Motto des Konzerts: Romantik und Ja, so ist das.

Ist einfach so. Und wird hoffentlich auch nie anders. Dank EoC.

(c) bat, 1999

PS:
Zu David Young muß ich noch anmerken: er ist Produzent von Element of Crime - aber er war auch Produzent der Solo-CD von Alexander Veljanov (Deine Lakaien). Ich wußte, ich kenn ihn irgendwoher! Hier kann man dann wieder feststellen, wie eng doch in diesem Geschäft alles zusammenhängt und wie klein die Welt ist, selbst bei so unterschiedlichen Bands: Zu Deine Lakaien gehört live auch Christian Komorowski. Selbiger hat eine Band namens 'das Holz', die beim zweiten Teil der letzten Tour Vorband von Element of Crime war... zuvor waren sie Vorband von Deine Lakaien.. auf der Acoustic-Tour. Und ratet mal, wer die letzte CD von Das Holz produziert hat? Sven Regener! Und wen haben sie als Gastmusiker? Eben jenen Sven Regener und außerdem noch Alexander Veljanov von Deine Lakaien... ja, so ist das.

PPS:
Songs nach Alben:

Psycho:
Ich war nicht dabei
Ferien von Dir
Jetzt mußt Du springen
Michaela sagt
Jung und schön
Alles was blieb
Du hast mir gesagt
Nicht Dein Tag
So wie Du
Kavallerie
Weil es schön war

Die schönen Rosen

Nichts mehr wie es war
über Nacht

An einem Sonntag im April

nix ?!?

Weißes Papier

Draußen hinterm Fenster
Weißes Papier
Schwere See
Alten Resten eine Chance

Damals hinterm Mond

Blaulicht und Zwielicht
Damals, hinterm Mond
Ofen aus Glas
Vier Stunden vor Elbe

Crime Pays

Almost Dead

und: Akkordeon sowie No god anymore (CD weiß ich nicht)


home Home

zurück zur Konzertseite Zurück zur Konzertseite


zur offiziellen Element of Crmie HomepageElement of Crime , Dortmund, Soundgarden, 16.01.2002  

Mein erstes in Euro bezahltes Konzert war das von Element of Crime. Wieder im Soundgarden und erstaunlicherweise schon wieder 1 1/2 Jahre nach dem letzten Konzert am gleichen Ort. Hätte ich nicht gedacht.

Anlass war mal wieder eine neue CD, Romantik mit Namen. Ob der Titel wohl etwas damit zu tun hat, dass Regener beim letzten Konzert neben 'ja, so ist das', auch immer 'Romantik' ins Publikum gerufen hat?!? Wer weiss, vielleicht gab es ja damals schon Ideen...

Diesmal startete die Band gegen 20:15 h, ich kam leider zu spät und habe daher nur noch das Ende des ersten Songs - Narzissen und Kakteen - mitbekommen. Im übrigen muss ich wohl erst noch einmal erwähnen, dass mir die neue CD wirklich gut gefällt, zwar althergebracht, nichts Ungewöhnliches, aber eben auch typisch Element of Crime. Sven Regener, Gesang, Gitarre und diverse Trompeten, Richard Pappik, Drums, Jörg-Christian Hartje, Bass, Jakob Ilja, Gitarre und David Young, ebenfalls an der Gitarre hatten im Gegensatz zum letzten Mal keine Vorband dabei - oder aber ich habe sie verpasst. Nach dem ersten Song sagte Regener: 'Das war ein Lied, und jetzt kommt noch eines.' Er ist wieder etwas mehr zur Sprachlosigkeit der letzten Konzerte - ausgenommen dem zur Psycho - zurückgekehrt, fühlt sich wohl doch wohler, wenn er singen kann. Oder schreiben, wie wir mittlerweile durch Herrn Lehmann gelernt haben.

Im großen und ganzen haben EoC die neue Platte bis auf zwei Songs komplett vorgestellt, weiterer Schwerpunkt war die Weißes Papier (7 songs), der Rest war gleichmäßig auf die weiteren deutschsprachigen CDs aufgeteilt, nur die "An einem sonntag im April" haben sie ausgelassen. Sogar in die Grabbelkiste der alten englischen Platten sind sie gewandert, einmal ins Jahr 1987 und einmal sogar ins Jahr 1986. Aber davon später mehr.

Jetzt ging es erstmal weiter mit Wenn der Morgen graut. Regener, übrigens wie immer im Anzug gewandet (aber diesmal ohne uns die Farbe zu verraten), startete direkt in den nächsten Song, wieder von der neuen CD Seit der Himmel, ein wunderschönes Liebeslied. Nein, nicht wie alle Lieder der Romantik. Ja, es sind alles Lieder, die mit Liebe zu tun haben - oder doch zumindest fast (bei der U-bahn kann es sich nur um Liebe zum Öffentlichen Nahverkehr handeln - vielleicht Hassliebe? ;-) ). Aber nicht alle Songs sind Liebeslieder, im Gegenteil, manche sind richtig schön bissig, so dass sich (noch?) verliebte Paare ansehen, aber auch ihre Nachbarn ansehen und den Kopf schütteln... vielleicht ertappt, weil sie auch schon mal in solchen Situationen waren, wo ihnen ähnliche Dinge durch den Kopf gegangen sind. Trotzdem: Seit der Himmel jeden Morgen, ist ein wunderschönes, leicht verdrehtes Element-Liebeslied, genauso wie die beiden nächsten (die sind allerdings nicht ganz so... pathetisch) Mehr als sie erlaubt und Das alles kommt mit. Nach diesem Ausflug in die Weißes Papier ging's erneut zurück zur Romantik mit Es regnet. Sven meinte nun, es werde politisch, verkehrspolitisch um genau zu sein: Alle vier Minuten. Damit war das Reden auch schon wieder vorbei und es ging direkt weiter mit Jung und Schön und einem der ersten gemeinen Songs: Gelohnt hat es sich nicht. Zurück zur Weißes Papier gab es nun Du hast die Wahl und mein Lieblings-EoC-Lied Weißes Papier.

Auch englisch haben sie mal gesungen, was sie nun bewiesen mit As long as I love you. Deutsch gefallen sie mir entschieden besser, in englisch waren sie irgendwie eine Band von vielen, denen man deutlich anhörte, dass sie nicht wirklich native speakers waren. Von daher war die Rückkehr zum deutschen das beste, was sie machen konnten - und der Erfolg hat ihnen recht gegeben.

Nun ging's auf zur Psycho mit zwei witzigen Songs, wo die Leute um mich rum alle anfingen, zu grinsen: Jetzt musst Du springen, das Lied von dem Kind auf dem Drei-Meter-Brett und Michaela sagt.

Danach gab's Draußen hintern Fenster, Ohne Dich (alles ist besser ohne Dich, auch schön gemein ;-) ), die Hoffnung, die Du bringst und Fallende Blätter.

Tja und um 21:40 sind sie dann einfach so schon verschwunden, obwohl wir alle sicher waren, dass sie grade erst angefangen hatten. Die Zeit ist wirklich relativ...

Aber sie kamen wieder, Sven erzählte etwas von Konjunkturprogramm, schließlich seien sie ja unterwegs in Sachen Politik: Bring den Vorschlaghammer mit, gefolgt von Blaulicht und Zwielicht, von der ersten deutschsprachigen CD, deren Texte damals noch eher undurchsichtig waren. Um 21:50 h verschwanden sie wieder, kamen aber wieder schnell zurück, nachdem Sven wieder ein paarmal Danke, dankeschön, vielen Dank gesagt hatte und spielten Schwere See, sowie Alten Resten eine Chance. Zwischendrin schrie übrigens jemand Romantik, das, was Regener beim letzten Konzert dauernd gesagt hatte. Er grinste, riss die Arme hoch und wiederholte es ins Mikro. Das war's dann aber auch schon wieder mit dem Redenschwingen. Sie gingen und kamen wieder, erzählten, dass es derzeit ja ein 80er Revival geben würde, dass sie aber damals live dabei waren und nun keine Rolligen Hasen mehr seien, zum Beweis hätten sie ein Lied aus der damaligen Zeit mit gebracht, als sie noch jung und schön waren: I'll warm you up (1986). Sven dankte, sagte: ja, so ist das, verschwand mitsamt seiner Band, kam wieder spielte Rein gar nichtsssss, dankte nochmal und diesmal verschwanden sie endgültig, nachdem sie noch gesagt hatte, dass wir gut auf uns aufpassen sollen. Werden wir. Ihr aber auch. Bis bald. Es war wie immer schön und wir alle hätten euch noch stundenlang weiter zuhören können.

(c) bat 02/2002


Und nochmal die songs:

Romantik

Narzissen & Kakteen
Seit der Himmel
Es regnet
Alle 4 Minuten
Gelohnt hat es sich nicht
Die Hoffnung, die Du bringst
Fallende Blätter
Bring den Vorschlaghammer mit

Psycho

Jung und schön
Jetzt musst Du springen
Michaela sagt

Die Schönen Rosen

Wenn der Morgen graut
Ohne Dich

Weißes Papier

Mehr als sie erlaubt
Das alles kommt mit
Du hast die Wahl
Weißes Papier
Draußen hinterm Fenster
Schwere See
Alten Resten eine Chance

Damals hinterm Mond

Blaulicht und Zwielicht
Rein gar nichts

Try to be Mensch

As long as I love you

Basically sad

I'll warm you up


Element of Crime, Köln, Palladium, 19.03.2006

Da hat es echt so viele Jahre, so viele Alben und vor allem 2 Bücher von Herrn Regener gebraucht, bis EoC "endlich" durch EinsLive präsentiert werden und bei mindestens 2 Liedern auch noch Hintergrund-Show-Lichteffekte in das Konzert eingebaut werden (naja, zumindest beim ersten Song und bei "Delmenhorst" - natürlich, grün und blau ;-) ).
Irgendwie ging es bislang ja auch ganz gut ohne und ich glaube nicht, dass es die Band oder auch das Publikum in der Vergangenheit irgendwie vermisst hätte? Ok, höre jetzt auf zu lästern, liegt nur daran, dass ich sauer war, dass der Dortmunder Soundgarden, in dem ich sie fast immer gesehen habe, nachdem das LiveStation zu klein geworden war, so schnell ausverkauft war, dass ich keine Karten mehr bekommen habe (hab halt etwas zu entspannt etwas zu lange getrödelt - wer rechnet denn auch mit einem so plötzlichen - durchaus verdienten - "Hype"?? ;-) ) und wieder in dieses unliebsame Palladium gurken musste.. aber immerhin hab ich diesmal ausnahmsweise gut gesehen, trotz dieser ... Halle.

Aber von vorn. Endlose Schlangen, ausverkauftes Haus, sehr gemischtes Publikum, pünktlich um 20:30 h Start der Vorband. Home of the Lame. Englischsprachiger Schraddelrock/pop aus Deutschland, Ein Leadsänger mit Gitarre, ein Bassist, ein weiterer Gitarrist, der auch Keyboards beherrscht. Alles noch ziemlich wenn nicht noch jünger. Musik: echt ganz nett, schöne Stimme, obwohl mich der Sänger an irgendwen erinnerte?. 7 Songs, 20:30 h bis ca. 21:05 h, langsamer Aufbau, in der Mitte doch schon etwas lebhafter. Hat mir ganz gut gefallen. Dann allerdings, nach Song zwei, hat der Sänger den Fehler gemacht zu reden. Immerhin hat er nicht angefangen, sich auf englisch zu bedanken, wie einige andere deutsche Bands, die ich schon gesehen habe, aber das, was er gesagt hat, nun ja, wenn er nur gesungen hätte, hätte mein guter Eindruck bis zum Ende gehalten, um es mal vorsichtig zu formulieren..

Alles in allem aber eine solide Vorstellung, wobei ich am Ende endlich wusste, an wen der Sänger mich erinnert: an Reinhold Messmer in jung ;-) Bei den Bandkollegen habe ich eher an Karlsson auf dem Dach und an Schildkröten denken müssen, möchte das aber der Fairness halber hier nicht weiter vertiefen.. ;-)))

Dann Umbau und um 21:30 h endlich Start von Element of Crime mit Wo die Neurosen wuchern und einem gut gelaunten Sven Regener, der die Arme hochriss und sich freute. Zwischendrin, wie wir ihn von vergangenen Touren kennen, wurde das "Arme-Hochreißen" begleitet von "Romantik" oder auch - neu - "Delmenhorst" und erst ganz am (vermeintlichen) Ende mit "ja, so ist das". Irgendwie sagt er auf Konzerten immer noch am liebsten "vielen Dank", macht nicht viele Worte und wenn dann meist irgendwie komische... obwohl man mittlerweile durch Bücher und seine Teilnahme an jeder Talkshow und jedem Radio-Interview, das nicht weglaufen kann, schon merkt, dass er durchaus auch anders kann.. ;-) Aber auf Konzerten geht's halt um die Musik und nicht um Volksreden , von daher war Romantik, Delmenhorst, vielen Dank und Ja so ist das schon eine ganze Menge ;-) Starallüren jedenfalls haben sie sich trotz "einsLive" und größeren Hallen nicht angewöhnt, weshalb sie doch jedes Mal nach den Zugabe-Rufen so schnell wieder auf der Bühne waren, dass man fast gar nicht gemerkt hat, dass sie weg waren. Echt sehr publikumsfreundlich, wie immer.

Das Konzert selbst war eine ganz gelungene Mischung aus alt, ganz alt und neu, wobei mir schon aufgefallen ist, dass die alten Songs in der Melodie doch ein wenig stärker variierten als die neuen Drei-/Vierteltakt-Stücke der letzten 2 - 3 CDs. Irgendwie wünscht man sich dann doch das ein oder andere Lied mit einem etwas anderen Takt ;-)). Und grade der Bassist ist bei den alten Stücken (Welcome to the world und Immer unter Strom) richtig aufgeblüht.. was ja vielleicht für meine Theorie spricht?obwohl das freundliche Vor-Sich-Hinwiegen von David Young und natürlich auch dem Publikum auch etwas hatte ;-)

Spätestens bei dem für meinen Geschmack fürchterlich nichtssagenden und langweiligen Stück Tumbling Tumbleweed war klar, dass Svenni heute auch "alle meine Entchen" hätte singen können, die Halle hätte trotzdem getobt und ihn samt Band minutenlang bejubelt! Wie immer halt.War so ausufernd, dass nach Stück zwei David schon zur Ruhe und Mäßigung auffordern musste, damit man überhaupt mit dem Singen weiter kam ;-) Jetzt endlich mal kurz zu den Songs: Nach Wo die Neurosen wuchern gab's Und Du wartest, danach Seit der Himmel. Im Anschluss wieder etwas von der neuen CD, nämlich Wenn der Winter kommt und Finger weg von meiner Paranoia. Danach das schon erwähnte Tumbling tumbleweed, eines der schwächeren Lieder dieses Konzerts sowie dann eines, das Regener erst mal etwas ausführlicher kommentiert hat. Ein Protestsong aus 1988 - ja auch damals hätten sie schon Musik gemacht und erst jetzt würde dieser song vielleicht so richtig passen Welcome to the world – so ganz anders als die anderen Sachen, halt noch eher konventioneller englischsprachiger pop/rock, sehr nett als Abwechselung. Weiter ging's mit Jetzt musst Du springen und Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei. Danach Nur mit Dir und Gelohnt hat es sich nicht. Danach zwei sehr geniale ältere, das zweitere mein absolutes EoC-Lieblingslied, zusammen mit Blaulicht und Zwielicht, was aus dem Publikum immer wieder verlangt, aber leider nicht gespielt wurde: Immer unter Strom und Weißes Papier. Der Chor war gerade bei letzterem entsprechend. Und bei ersterem ist der Bassist richtig aufgeblüht ;-). Dann zurück zu neueren Dingen mit So wie Du und Weit ist der Weg zu Dir. Wieder von der neuen CD Still wird das Echo sein und Delmenhorst. Sven philosophierte (oder filosofierte?? Gruselig!) noch vor sich hin, dass Delmenhorst überall sein könnte, aber Köln z.B. sei zu kurz gewesen und einige andere Städte hätten sich auch nicht so richtig gut angehört. So dann halt Delmenhorst. Zwischendrin hat er übrigens noch erzählt, dass er ja schon früher häufiger im Luxor gespielt hätte, ach nee, das hieße ja jetzt Prime Club. Ja, schön, so ist das eben, etwas verwundert hat das Palladium-Publikum aber trotzdem reagiert ;-)

Zum Schluss gegen 22:50 h gab's noch Mittelpunkt der Welt und jetzt konnte es bei den Zugaben fast nur noch songtechnisch älter werden, weil fast alle songs der neuen CD schon gespielt worden sind.

Prompt ging es in ersten Zugabenteil los mit Michaela sagt und Mehr als sie erlaubt. Nach kurzem Abtauchen zweites Zugabenset mit Die letzte U-Bahn fährt später und Bring den Vorschlaghammer mit. Drittes Zugabenset mit nur einem Song, der B-Seite von Delmenhorst, wie uns Herr Regener erzählte: Alle Türen weit offen, ganz nett, aber unverkennbar wieder mit dem gleichen Rhythmus. Manchmal hab ich bei den neueren Songs schon das Gefühl, dass die Elements bei sich selber klauen...

Das allerletzte Zugabenset war dann ein Beatles-Cover: Nothing's gonna change my world, während langsam die Beleuchtung anging und Sven uns zum Abschied eine gute Heimreise wünschte, "Tschüss, Tschö, Servus, Auf Wiedersehen, Ja so ist das und macht keinen Scheiß" sagte und es 23:35 h wurde. Zwei Stunden, schon ordentlich und gar nicht mal mehr so häufig für eine heutzutage tourende Band (außer meinen Lieblingen New Model Army natürlich).

Fazit: superschönes Konzert, blöde Halle und jedesmal gerne wieder und gerne noch länger ;-)! Ja, so ist das.

PS: was ich mir gar nicht vorstellen kann ist, dass das letzte Konzert 4 Jahre her sein soll?!?!?!

(c) bat, 03/06


Element of Crime, Bochum, Jahrhunderthalle, 03.02.2010

Tja, es ist so weit. Sie werden nicht mehr von 1live präsentiert, sondern von WDR 2. Wir sind alt, die Band und ich - und alle anderen, die auch noch da waren... die Jahrhunderthalle ist groß - und sie war voll! Naja, was sind schon labels? ;-)

Sven war wieder so nett und hat die Vorband angekündigt, groß, jung, schön (siehe auch Fink ;-) ): Florian Horwath. Dachte, das sei ein Sänger, aber wie er später klarstellte, hieß die ganze Band so. Aber wie beschreiben? Hmm. Freakfolk sagte Sven. Passt irgendwie, folkig war's, eingängige Melodien hatten sie auch, aber irgendwie ziemlich absurde - englische - Texte. Passte also ziemlich gut zu den Elements. Das Hackbrett des Sängers fand ich als Instrument bei einem Rock-Konzert auch irgendwie gewöhnungsbedürftig ;-).

Dann war es 21:00 h und Sven kam mit seinen Mannen. Romantik! Ach nein, stimmt ja nicht, wir sind ja schon einige Platten weiter. Das Konzert startete auch mit selbiger, genauer gesagt mit den ersten drei Liedern der neuen Platte: Kopf aus dem Fenster, Am Ende denk ich immer nur an Dich und Deborah Müller. Hmm, dachte ich, komisch, spielen sie jetzt einfach mal so die Platte runter? Nein, zum Glück nicht, jetzt ging es dann doch etwas mehr durcheinander weiter mit Du hast die Wahl, Immer unter Strom, Schwere See. Dann kamen die Mondlieder: In mondlosen Nächten, Damals hinterm Mond (!) und thematisch passend Bitte bleib bei mir. Dann wieder wurde es komisch, nämlich englisch und auch wenn die Songs natürlich irgendwie genauso klingen: englisch sind sie nicht meins. Egal, drei songs gab es trotzdem, bis es wieder schön wurde: You shouldn't be lonely, don't you smile, beide vom 1987 (!)er Album Try to be Mensch und death kills sowie Über Dir der Mond, beide aus dem Soundtrack zu Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe (kannte ich nicht, muss ich zugeben). Mit Jetzt musst Du springen ging es dann zum Album Psycho und wurde fast ein bisschen fröhlich - für Element-Verhältnisse. Und auch die neue CD sollte ja schließlich vorgestellt werden. Daher:Kaffee und Karin und Euro und Markstück, Immer da wo Du bist, bin ich nie. Und das war schon das Hauptset; alles dabei, Romantik-Rufe, Trompeten, ganz viel Liebe und noch mehr Tragik aber es war trotzdem zu kurz. Zum Glück ging's ja auch noch weiter und jetzt näherten wir uns dann doch mehr den Songs, die ich bislang irgendwie vermisst hatte - gereicht hat es mir natürlich nicht - wenn man zum Beispiel die englischen weggelassen hätte und stattdessen....

Die Zugaben. Zunächst mal Einer kommt weiter, dann Delmenhorst. Zweites Zugabenset: Weißes Papier (ja!!!!!!! Die Weißes Papier ist mir doch auch die liebste CD) und Draußen hinterm Fenster. Drittes Zugabenset: es wurde dunkel, nur heruntergelassene Glühbirnen über jedem Musiker erleuchteten schwach die Bühne: Vier Stunden vor Elbe, super schön, schnüff. Und das konnte nicht das Ende sein, dann wären wir alle deprimiert vor den nächstbesten Baum gefahren. Daher dann doch noch ein etwas fröhlicherer Abschluss mit dem vollen Programm mit Licht und allem was dazugehört: Der weiße Hai. Um 22:45 h war damit dann Ende. Sehr schön, wie immer, aber irgendwie auch komisch und das eine oder andere schöne Lied hat mir schon gefehlt, wenn ich jetzt allerdings anfange, alle schönen Lieder aufzuzählen, wird's vermutlich etwas zu lang. Und: es war das gleiche, aber genau das gleiche, Set wie in Köln. Enttäuschend irgendwie ;-).

Also, bis zum nächsten Mal - Romantik!

Songs auf Alben verteilt:

Immer da, wo Du bist, bin ich nie: alle

Mittelpunkt der Welt: Delmenhorst

Psycho: Jetzt musst Du springen

Romantik: muss ich jetzt mal kurz erwähnen: kein Song von der Romantik, auch wenn wir das dauernd gerufen haben, tz! ;-)

Soundtrack: Über Dir der Mond, Death kills

Weißes Papier: Draußen hinterm Fenster, Weißes Papier, Immer unter Strom, Schwere See

Damals hinterm Mond: Damals hinterm Mond, Vier Stunden vor Elbe

Try to be Mensch: Don't you smile, you shouldn't be lonely

(c) bat 02/10


home Home

zurück zur Konzertseite Zurück zur Konzertseite