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offizielles Foto der BandGarmarna Molly Marlone, 20.05.1998, Marburg    

Nettes Städtchen, auch wenn die Kirche, gerade als wir sie besichtigen wollten, zugemacht hat. Nachdem ich vorab noch Plattenfirmen und Veranstalter angeschrieben hatte, um eine etwas genauere Angabe vom Ort des Geschehens zu erhalten und diese meine mail hin und her geleitet hatten, bis sie endlich beim Konzertveranstater Westpark angekommen war, haben wir dann einen ziemlich kleinen netten Irish Pub namens Molly Marlone gefunden, in dem das Konzert stattfinden sollte - hätte ich mir denken können, daß es eher kleiner war: die Leute, die ich mit emails genervt habe, waren so nett ;-)) Das Irish Pub selbst war zurechtgemacht wie eine Höhle, gelegen in einem Keller, echt klasse.

Die Band aus Schweden, 5 Leute an der Zahl, wuselte auf einer doch arg kleinen Bühne herum, die aussah wie eine extra-Höhle, mit Bildern von Leuten, die auf ihr schon gestanden hatten und alten Instrumenten an der Wand. Sie hatte arge Probleme, die ganzen Instrumente irgendwo unterzubringen und sich nicht irgendwie gegenseitig auf die Füße zu treten. Deshalb saßen eigentlich auch alle, außer Stefan, dem Drehleiher- und Geigespieler und Emma, der Sängerin, die aber nur stand, wenn sie auch an der Reihe war ;-) Genau gegenüber war so eine Art Gang mit Tischen, in dem sich gut 30 Leute, u.a. auch wir, knubbelten. Ziemlich schräge Leute dabei, einige sahen aus wie Wikinger oder direkt dem Mittelalter entstiegen. Und sie schienen sich alle irgendwie zu kennen - wir argwöhnten schon, daß es sich vielleicht um Germanistik- oder Skandinavistik-Studenten handeln müsse - zumal viele die schwedischen Texte mitsingen konnten ;-) Es stellte sich aber heraus, daß auch Pharmazie-Studenten und sogar Theologie-Studenten unter ihnen waren. Insgesamt waren vielleicht so 50 oder 60 Leute in dem Pub, es war rappelvoll sozusagen und der Kellner hatte einen echt schweren Stand, dafür hatte der Wirt Einnahmen wir wahrscheinlich schon Jahre nicht mehr (näheres dazu siehe unten!).

Zunächst mal zur Band.
Garmarna kommt aus Schweden, besteht aus Stefan Brisland-Ferner, der Drehleier, Violine, Viola, Maultrommel spielt, im Hintergrund singt und für die Samples verantwortlich zeichnet, Jens Höglin, Schlagzeug, Percussions und Maultrommel, Gotte Ringqvist, Gitarre, Mandoline, Geige sowie Background-Vocals, Rickard Westman, der zumindest auf dieser Tour mindestens vier verschiedene Gitarren (akustisch und elektrisch) sowie Maultrommel und Baß spielte sowie last but not least Emma Härderlin, Gesang und Viola. Gegründet wurden sie 1990 durch Gotte, Rickard und Stefan. Emma stieg erst später ein und eröffnete dem ganzen wohl durch ihre Wahnsinns- stimme ganz neue Horizonte. Garmarna hat bisher drei Platten veröffentlicht: Garmarna, Vittrad und Guds Spelemän. Die neue erscheint in Deutschland leider nun doch erst im Januar 1999. Laut Gotte wird sie etwas mehr in Richtung Drum-and-Bass gehen, was live wohl nicht so gut zu machen ist, deshalb haben wir auch nur sehr wenige Lieder von ihr zu hören bekommen. Insgesamt machen Garmarna Folk. Sie benutzen alte schwedische Lieder oder Gedichte, schreiben dazu Melodien oder benutzen alte und peppen sie mit alten und neuen Instrumenten sowie Samples auf. Es bleibt Folk mit Mittelaltereinschlag, absolut tanzbar. Die Texte selber handeln von Jungfrauen, die Königssöhne heiraten sollen, von Bergtrollinnen, die sich in Ritter verlieben, von geköpften Steuereintreibern. Auch Trinklieder sind darunter oder was geschieht 'wenn man mit einem anderen als dem eigenen Mann ins Bett geht'.

Vielleicht ähnlich wie Qntal, zumindest von der Idee her, aber das Ganze bleibt eben eher traditionell, wird nicht so elektronisch verändert wie es bei Qntal der Fall ist, ein Vergleich fällt wirklich schwer und würde ihnen auch nicht gerecht. Neben vielen instrumentalen Stücken, die doch zum Teil sehr an Mittelalter in Verbindung mit Irish Folk erinnern, gab es Stücke, die instrumental anfingen, dann durch Emmas tolle Stimme erweitert wurden und instrumental zuende gingen. Das Konzert bot eine interessante Mischung von schnellen, tanzbaren Stücken und langsamen, bei denen Emma allein oder nur mit sparsamer Musikbegleitung gesungen hat. Vor allem die letzte Zugabe war so ein Beispiel: Emma allein nur mit Percussion-Begleitung durch Jens. Wahnsinn!

Das Publikum war supergut drauf, allerdings hatte man manchmal den Eindruck, ein Kaffeekränzchen zu stören, was ich vor allem bei den ruhigeren Songs der Band doch ziemlich unhöflich fand! Auch haben wir leider nicht viel von dem mitbekommen, was Rickard über die Lieder erzählt hat, weil es in unserer Umgebung einfach zu laut war ;-( Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß wir gesessen haben und daß nur direkt vor der Bühne einige Leute herumgetanzt haben, was zwar verständlich war, uns aber die Sicht auf die Bühne nahm - zum Tanzen war es in dem Pub einfach zu klein.

Die Band begann im übrigen wegen diverser technischer Probleme und Ausprobierereien erst um 22:00 (der Wirt hatte so gegen 20:00 h gesagt, wir sollten gegen 21:00 h wieder dort sein, um 21:30 h würde es wohl losgehen), spielte dann 7 Lieder, allesamt ziemlich klasse, folkig, mystisch, mittelalterlich. Das letzte Lied vor der Pause war nach 40 Minuten ein 'vals', geschrieben von Stefan, und als ein Pärchen neben uns anfing, tatsächlich Walzer zu tanzen, hatten die Garmarnas auf der Bühne sichtlich Vergnügen daran ;-)))

Die Pause nutzte Reiner, ein Bekannter von uns, der uns überhaupt erst auf den Garmarna-Trip gebracht hatte und dem wir deswegen immer noch auf Knien danken ;-) , gleich, um mal ein bißchen mit den Garms zu plaudern und eine Setlist zu besorgen. Als er zurückkam, meinte, er sie hätten uns allesamt für morgen in Porta Westfalica auf die Gästeliste gesetzt ;-))) Ist doch wirklich nett. Wir hatten bis dato noch überlegt, ob wir wirklich nochmal so weit fahren sollten, aber die erste Konzerthälfte hatte uns schon entsprechend beeindruckt und die Aussicht,'nur' das Spritgeld berappen zu müssen, tat ein Übriges: wir werden fahren ;-) Um kurz nach 23:00 h ging's dann weiter, mit weiteren 9 Liedern, die Stimmung steigerte sich zusehends, die Leute, die einen Platz ergattert hatten, tanzten ausgelassen, neben uns am Tisch benutzte man dazu auch die Bank. War wirklich toll. Sie mußten natürlich wiederkommen, spielten noch zwei weitere Songs, das erste instrumental, das zweite ohne Schlagzeug, dafür aber mit zwei Mundorgeln, einer Geige, einer Mandoline und wieder dieser tollen Stimme von Emma. Da der Applaus nicht abflaute, mußten sie nochmal ran, diesmal aber gab es nur noch ein Lied, langsam, nur Gesang mit Per- cussion (oben schon erwähnt). Absolut irre. Schicht war gegen 00:15 h nach insgesamt 1:50 h. Danach haben wir uns noch ein wenig mit den anderen Leuten unterhalten, Garmarna hat sich ebenfalls ins Publikum gemischt, hat CDs signiert und wir haben Gotte nochmal angesprochen, der sich relativ lang und ausführlich mit uns unterhalten hat, das deutsche Bier gelobt hat (das belgische sei aber noch besser ;-) ) und uns die Setlist aufgeschrieben hat. Nachdem sich auch Rickard nochmal versichert hat, daß wir tatsächlich auf der Gästeliste stehen, sind wir dann irgendwann verschwunden, um den Heimweg anzutreten.

Die Songs waren laut Gotte (nochmal thanx a lot ;-) ) die folgenden (Kringel kann ich nicht, sorry ;-) ): Guds Spelemän, Min Man (die Sache mit dem Fremdgehen), Drew Drusnaar/Lapp-Nils, dann ein Medley: Sviten (Langdans x 2; Halling Joran, Herr Olaf), Vittrad, Bläck, Vals (Stefans). Danach war erstmal Pause. Weiter ging's mit Herr Mannelig (das Lied mit der Bergtrollin), Vänner och Fränder (Freunde und Verwandte), Straffad Moder & Dotter, Garmgny, Njaalkeme, Agneta & Har Mannen (Emma solo so ganz ohne jedes Instrument, wow!!), Varulven (eine Geschichte über einen Werwolf, nach Wissen von Garmarna die einzige Ballade aus Schweden, in der ein Werwolf eine Rolle spielt - hat ein ziemlich unangenehmes Ende - nicht für den Wolf ;-) ), Herr Holger (der Steuereintreiber), Klevabergselden (in der genialen Version, in der Emma am Anfang so schön schreit ;-) ). Zugaben waren Stefans Polska (geschrieben von Stefan und ohne Namen ) und Halling fran Makedonien (instrumental: ein Song aus Makedonien, der aber den gleichen Rhythmus verwendet wie ein in Norwegen sehr bekannter Tanz namens Halling), und als letzte Zugabe ein Lied von Emma nur mit ganz leiser Percussion-Un- termalung durch Jens, dessen Titel ich aber leider nicht weiß und das Gotte uns auch nicht aufgeschrieben hat.

Unbedingt anhören ist mein Tip. Wobei es bei dieser Band die CDs auch tun, obwohl sie live wirklich beeindruckend sind. Aber die CDs bringen die Stimmung rüber. Toll ist auch, daß man - zumindest ich ;-) - die Jungs und das Mädel beim CD-Hören so richtig vor sich sieht, wenn man sie denn mal live gesehen hat ;-) Alle sind noch relativ jung (zwischen 23 und 24), vielleicht um so überraschender, weil es Garmarna bereits seit 8 Jahren gibt, und haben einen irren Spaß an der Sache!

Interessant ist vielleicht, wie sich dieser Gig aus Sicht von Garmarna darstellte: nämlich gar nicht so positiv, es war wohl im Gegenteil einer der Tiefpunkte der Tour, zumindest was das Davor und das Danach anging: Der 10. Garmarna-Newsletter berichtet das folgende (Dank an Rickard für die 'quoting permission' ;-) ):

(...)We had the same problem in Marburg, (heißt Probleme mit dem Platz und der Ausrüstung, AT) with a slightly different outcome though. The gig was supposed to start at 9 o'clock, and at seven we all voted in favour of cancelling the whole thing. Until then the guy who ran the place hadn't been very kind or helpful and had actually told us that he couldn't care less if we played or not, but when people started dropping in and he realized there would be a pretty good crowd – he changed his mind and scraped togehter what we needed to do at least some kind of concert. (What it sounded like none of us have any idea we could hardly hear ourselves on stage - but the audience seemed to like it at least.) Sadly enough we didn't beat him up (he was small enough so we could have done it and honestly, it wasn't far away); after the gig it turned out he hadn't arranged any sleeping arrangements That, togehter with two flat tires during the tour and the gig that was cancelled for some reason at the end of the tour, makes up the bad part.

Ist ja wohl echt absolut unverschämt, zumal der Mann sich wirklich eine goldene Nase verdient hat, allein an der Menge an Getränken, die an diesem Abend ausgeschenkt wurden: sicherlich so viel, wie er normalerweise in einer Woche, wenn nicht sogar in einem Monat verdient. Und dennoch hat man den Garmarnas nicht angemerkt, daß sie sauer waren, vor allem nach dem Gig nicht, wo sie sich noch nett und geduldig mit den Gästen unterhielten, wozu ja dann doch schon einiges gehört, wenn man eigentlich sauer und genervt ist... aber im Vergleich zu Porta am Folgetag dann vielleicht rückblickend schon.

(c) bat, 1998

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PS: Das obige Bild ist von der Garmarna-Homepage, das copyright bleibt natürlich wo es ist, zu sehen sind darauf von
links nach rechts: Stefan, Jens (hinten), Rickard, Gotte und Emma, alle mittlerweile mit kurzen Haaren und Emma ohne Pony.

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Logo GarmarnaGarmarna Musikbox, 21.05.1998, Porta Westfalica  
    (c) Massproduktion

Heute ging's also nach Porta - ich weiß, wir sind verrückt, aber wenn man schonmal auf Gästelisten steht, muß man das nutzen ;-) Wir waren so gegen 19:30 h da, haben auch ohne weitere Probleme Stempel bekommen - und weil ich so gequengelt habe, hab ich für meine Pinnwand auch noch eine Karte abstauben können - gestern gab's schließlich keine. Der Veranstaltungsort in Porta war nicht so nett wie das Pub in Marburg: eine Disco namens Musikbox an einer ziemlich befahrenen Straße, nebenan eine kleine Pizzeria. Die wir dann auch erstmal besuchten, weil irgendwie kein Einlaß abzusehen war. Das Mädel in dieser Pizzeria - selbige hatte genau 2 Tische, zwei kleine und ein großes Bierglas ;-) und war wohl eher eine Art Pizzaservice - war ob der Vielzahl der Gäste ein wenig überfordert und die Sprache der Gäste war so wie zuhause: 'ey, hasse mal..' Und dafür fährt man zwei Stunden über die Dörfer! ;-)))

Irgendwann um 21:15 h oder sowas kamen wir dann auch schon rein in den Laden - das Konzert sollte um 21:00 h beginnen. Es war relativ groß, flächenmäßig vielleicht so wie das Live-Station, aber ohne Empore. Es hatte noch drei weitere Räume (eine Art Imbiß, eine Art Kneipe sowie einen Raum mit Spielautomaten). Und es waren definitiv mehr Leute da als am Vortag, sicherlich so an die 200. Viel Mittelalter, Gothics, Vikinger und Leute mit Schottenröcken, was ich gar nicht verstanden habe ;-) Auch der Vikinger von gestern, Hagen (passender Name, nicht? ;-) ) war wieder da. Hier sollte es außerdem noch eine Vorband namens Poeta Magica geben, daher auch der Eintrittspreis von DM 25,- im Verhältnis zu 14,- gestern. Gut, daß wir auf der Liste standen ;-)

Um 21:30 h kamen 5 Gestalten auf eine Bühne, die bereits mit diversen mittelalterlichen Instrumenten (Drehleier, Schlüsselfiedel (ein schwedisches Instrument, Rickard sagte was von: key violin oder Nykelharpa - Dank an Gunther. Das Teil sieht aus wie eine Drehleiher, wird aber statt mit diesem Drehgriff mit einem Geigenbogen gespielt), Harfe, Percussions, Mandoline und ein Baß(!) ). Der Typ am Bass sagte fortlaufend, daß er nichts hören würde, daß es aber gestern doch noch geklappt hätte, eine der beiden Frauen fing an, irgendwas zu singen (oh Schreck, diese Stimme, brrrr. Aber wenn man Emma vorher nicht gehört hat, ging's bestimmt ;-) ), brach mittendrin ab und dann verschwanden sie wieder. Ohne daß wir verstanden hätten, was das denn nun war. Zwei der Leute auf der Bühne kamen uns auch geringfügig bekannt vor. Später sind wir dann nach einigen Diskussionen darauf gekommen, daß sie gestern als Gäste in Marburg in diesem Pub gewesen sind und uns in einer Tour mit ihrem Gequatsche genervt haben. Schlechte Karten, Jungs!

Um 21:50 h kamen sie mittelalterlich gewandet wieder und fingen an zu spielen. Na ja, einiges war ganz okay. Sie spielten eine Estampie, schwedisches, irisches (Gott, war das kitschig!), spanisches, deutsches und sonstiges mittelalterliches Liedgut, aber wie Dirk schon meinte: wir sind durch Estampie wohl ein wenig verwöhnt. Der Baß war superstörend, zumal sie dauernd darauf herumritten, ja nur autenthische Instrumente zu benutzen (so zwischendurch ein Ding, das aussah, wie ein Abflußrohr - und sich auch so anhörte!). Die Stimmen - und alle durften irgendwie mal singen, waren es nicht so (vielleicht auch Absicht, im Mittelalter sollen die Barden ja auch nicht so toll gesungen haben ;-))) ) - und es war einfach zu lang, wenn man auf Garmarna wartet und meint, das ist halt mal so eine Vorgruppe, die bald wieder verschwindet. Sie spielten aber 1 1/2 h. Locker.

Es nahm echt kein Ende. Anfangs hatte ich es ja noch ganz gut gefunden und die Band verteidigt gegen diverses Gebrummel aus meinem Umfeld ;-), aber irgendwann hatte auch ich die Nase voll...Dabei waren scheinbar die meisten Leute wegen dieser Band gekommen, die noch nicht mal auf den Plakaten stand. Wer weiß, vielleicht lokale Größen. Um 23:30 h war dann nach einer Zugabe endlich Schluß und nach einer kleinen Umbaupause und einer Umstellung unsererseits von ganz hinten nach ganz vorn ;-) kamen dann um 23:45 h endlich Garmarna auf die hier doch erheblich größere Bühne. Nichts mit Stühlen oder so, nur Rickard hatte einen. Emma setzte sich nicht, wenn sie nicht an der Reihe war, nein, sie verschwand von der Bühne. Schade eigentlich ;-) Eine wirklich nette und sympathisch aussehende kleine zierliche Person ohne viel Schnick und Schnack (wie auch der Rest der Band), die sich einfach hinstellt und mit ihrer Stimme die Leute in ihren Bann zieht.

Jedenfalls hatten Garmarna diesmal Platz, sich auszutoben. Gotte, der gestern brav und lieb auf seinem Stuhl gesessen hatte, durfte hier so richtig ausgelassen auf der Bühne herumfegen und mit Stefan, der genauso flippte wie gestern, Faxen machen. Zunächst waren die Leute noch ein wenig zurückhaltend, aber spätestens ab Lied Nr. 4, das ein Medley war aus drei verschiedenen Liedern, allesamt schnell, in der Mitte mit Gesang von Emma, und dem Ausspruch von Gotte, vor der Bühne sei reichlich Platz und dieses sei doch schließlich eine Disco, also sollten wir auch tanzen, legte sich diese Zurückhaltung und es wurde getanzt - wir mittendrin. War echt irre. Das set war hier ein bißchen kürzer als gestern (für genauere Angaben, siehe Konzertbericht vom 20.05.), nach einer Stunde und 13 Liedern war der offizielle Teil vorbei. Die Garms kamen nochmal, spielten nochmal drei Zugaben, u.a. Halling fran Makedonien und beschlossen das Konzert absolut furios und genial mit Klevabergselden. Gotte und Stefan kamen von der Bühne und spielten und tanzten mitten in der Menge, es war einfach irre. Am Ende lag Stefan mit seiner Drehleiher auf den Knien auf der Bühne, was man ja sonst eher nur von Gitarristen kennt ;-) Gotte machte ähnliches mit seiner Mandoline und Jens drosch im Stehen auf sein Schlagzeug ein! So wie wir vorher dachten, daß das Poeta Magica-Konzert 10 Stunden gedauert haben müsse, so kam uns das Garmarna-Konzert vor wie 10 Minuten - so relativ ist Zeit! ;-)

Leider kamen sie danach nicht nochmal wieder und leider war es auch das letzte Konzert in Deutschland, ab Samstag sind sie wieder in Schweden (unterwegs waren sie übrigens in einem Dodge-Van).

Insgesamt kann ich nur sagen, daß ich sehr beeindruckt war von der Virtuosität der Jungs auf der Bühne und von der Stimme dieser kleinen zierlichen Frau. Die Gigs gestern und heute waren nicht vergleichbar, beide hatten ihren ganz eigenen Charme, gestern war eher Liederabendatmosphäre, auch die Garms sind nach dem Konzert ja noch dageblieben, haben selbst CDs verkauft und unterschrieben und mit den Leuten geplaudert, heute war eher Konzertatmosphäre, supergut zum tanzen, wozu sich die Musik ja auch ausgezeichnet eignet (wäre sicher auch was für Zwischenfall-Mittelalterfeste), aber mit Garms, die direkt danach erstmal verschwanden und CDs, die von anderen verkauft wurden. Der Sound war allerdings auch um einiges perfekter ;-)

Und das von einer Band, die nicht englisch singt und es hoffentlich auch nie tun wird - und die dennoch auch in Amerika Platten verkauft. Klasse!!!

Und auch hier nochmal der Gig aus Garmarna-Sicht, ebenfalls aus dem 10. Garmarna-Newsletter:

(..)As far as the gigs go the definite highlight was what turned out to be the last gig, in Porta Westfalica. After two and a half weeks on tour I guess we were pretty comfortable on stage and managed to squeeze out every single drop of energy that was left in us, not to mention Jens kicking his drumset all around the place on the last encore. Keith Moon would have been proud of him. Another nice thing was meeting quite a few of you people who are on the mailinglist.(..)

Das letzte Encore war wirklich irre, wie auch oben bereits geschrieben ;-)

(c) bat, 1998

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foto: offizielles Foto von GarmarnaGarmarna Bahnhof Langendreer, 13.04.2000, Bochum    

Diesmal gibt's keine Anreisegeschichte, diesmal waren Gotte, Rickard, Stefan, Jens und Emma direkt vor der Haustür sozusagen in Bochum zu sehen und zu hören.

Es gab keine Vorband, es ging direkt los um etwa 20:25 mit einem Intro: die Herren und Dame kamen der Reihe nach auf die Bühne, fügten jeweils ein Instrument mehr dem schon vorhandenen zu und schon waren die etwa 200 Leute im Bahnhof hin und weg! Und das, ohne das die Jungs und das Mädel klamottenmäßig oder showmäßig einen großen Aufstand gemacht hätten, Schnickschnack haben sie gar nicht nötig. Emmas Haare sind kürzer, Gottes dafür fast kinnlang und Rickards sind auch gewachsen - hat er schon immer geraucht? ;-) Bei beiden letztgenannten fehlte die Brille, die noch vor zwei Jahren da war, doch, echt, sie haben sich am meisten verändert. Und da sag mir noch einer, Männer wären nicht eitel ;-)

Nach dem Intro begannen die Garms mit Den Bortsalda, ein langsames Stück, eindringlich und spätestens bei einem der phänomenalen Schreie von Emma waren dann alle wieder wach ;-) Danach erzählte, ich glaub Gotte war's, daß die nächsten drei Lieder vom neuen Album Vedergällningen (Vengeance, sagte er ;-) ) seien. Los ging's mit Gamen, danach Euchari (Hildegard von Bingen) und Haling Jaron, reihenfolgemäßig genau wie auf der CD. Dabei sollte es aber nicht bleiben, Garmarna sind nicht der Typ von Band, der einfach seine Songs der Reihe nach runterrasselt und dann hofft, heimgehen zu dürfen, bei weitem nicht!

Rickard tauschte seinen Bass zwischenzeitlich immer mal wieder gegen Gitarren elektrischer und akustischer Art aus, Gotte wechselte ebenfalls von E-Gitarre zu Acoustic-Gitarre oder auch mal zu Mandoline oder Geige. Stefan spielte neben seiner Drehleier mindestens genauso hingebungsvoll Geige und sorgte außerdem für die richtige Untermalung durch Samples. Auch Jens und Emma wechselten zwischenzeitlich mal Drums gegen Maultrommel bzw. Gesang gegen Geige. Eine Band voller Allround-Genies ;-)

Weiter ging's jedenfalls mit Vänner och Fränder (Guds Spelemän) und Min Man (ebenso). Diesmal fehlten mir ein bißchen die Geschichten, die sie vor zwei Jahren noch zwischen den Liedern erzählt haben, damit auch der nicht-Schwedisch-Kenner weiß, worum es ungefähr geht. Aber schließlich sind die Texte ja auch immer sowohl in englisch als auch in deutsch verfügbar, man hätte also auch so wissen können, worum es geht, aber erzählt bekommen ist immer schöner ;-) Dafür hat aber Emma ein wenig mehr gesagt, nicht nur englisch, sondern zwischenzeitlich sogar auch deutsch. Man kann eben nicht alles haben...

Dann einer der Höhepunkte: Ein Solo von Emma, nur begleitet von einigen Samples. Wie es hieß, weiß ich leider nicht (Rickard auch nicht ;-) ).

Danach etwas, das erst instrumental mit Mandoline, Geige, E-Gitarre begann. Wird ja ohnehin gern gemacht von den Garms, Lieder wie Kreise. Dieser song hatte irgendwie etwas Sphärisches, etwas Melancholisches, dann setzte Emma mit Gesang ein, instrumental klang das Lied dann wieder aus. Njaalkeme war's, was, wie ich nachträglich festgestellt habe, übersetzt Hunger heißt. Die Stimmung paßte also zum Titel. Sehr beeindruckend.

Nach diesem Ausflug in die vorletzte CD ging's mit Herr Holkin ('Nein', sagte Emma auf einen Zwischenruf hin, 'nicht Herr Holger, das kommt später' ;-)) ).

Danach ein weiterer Höhepunkt: Vittrad von der gleichnamigen CD. Der Text ist auch für Nicht-Schweden und Sprachbegabte geeignet und wurde deshalb nach Lied-Ende vom Publikum aufgegriffen, lalala, immer wieder und wieder bis die Band sich dazu gesellte und das Stück noch einmal anstimmte, genial!!! Emma spielte bei diesem Song übrigens Geige. Echt absolut irre! Hier haben die Jungs und das Mädel, die doch nach der ganzen Tourerei ein wenig erschöpft wirkten (was Rickard im Anschluß auch bestätigte), richtig Spaß gehabt und einander zugegrinst, wer weiß, vielleicht haben wir selbst das lalala falsch ausgesprochen ;-) Nein, es war einfach schön.

Nach Vittrad ging's weiter mit Sorgsen Ton und danach mit dem Titelstück der neuen CD, Vedergällningen. Tja und das war's dann einfach um 21:20 h, schnüff. Reiner wartete immernoch auf eine Pause, ähnllich wie in Marburg, aber nein, keine Pause, sondern das Ende, entsetztlich, wo war die Stunde nur geblieben? Aber es gab immerhin noch Zugaben, die erste war Haling fran Makedonien, echt genial, Gotte mit Gitarre, Stefan mit Geige, beide mitten auf der Bühne, unterstützt durch Klatschen und Jens an der Maultrommel statt an seinen üblichen Drums. Klasse! Danach dann noch eine Steigerung, wie schon auf der letzten Tour sollte den Abschluß Klevabergselden bilden, und wirklich, sie waren wieder genauso genial und furios und irre wie auf der letzten Tour, Stefan holte alles heraus aus seiner Hurdy Gurdy, Jens drosch - nachher sogar im Stehen - wild auf sein armes Drumset ein, die Leute tobten!!

Aber: ein derart aufgeheiztes Publikum gibt natürlich nicht einfach so auf und geht nach dem Klatschen brav nach Hause, im Gegenteil. Also mußten sie nochmal ran und es gab den vorhin schon versprochenen Herr Holger, den Steuereintreiber, der den Leuten zu viel Geld abgenommen hatte (Guds Spelemän).

Danach meinte man wohl, es sei genug und schaltete das Licht ein, spielte Sting. Aber wir gaben nicht auf, klatschten, schrien, tobten. Emma hatte Erbarmen und kam noch einmal wieder, allein.

Musik aus, Licht auch. Emma singt. Zuvor aber fragte sie, ob jemand Schwedisch könne, den kompletten Titel des Liedes (er war sehr lang und fing mit min pipa an, den Rest hab ich nicht verstanden) könne sie nicht übersetzen. Sie nannte ihn und ein netter Mensch in der ersten Reihe übersetzte auch direkt: Meine Pfeife ist leer und muß neu gefüllt werden. Hmm, ein seltsamer Titel, aber ein genialer Vortrag, wie immer ;-) Und ganz ohne Musikuntermalung um so beeindruckender. Fand auch das Publikum und es ging ein Feuerzeug nach dem nächsten an, was Emma zum lächeln brachte. Sah auch echt toll aus. Sie sang und lächelte solange bis ein netter junger Mann direkt vor ihr vor lauter Begeisterung sein Feuerzeug seinen Daumen ansengen ließ, er stand echt in Flammen für Emma ;-))) Schrie entsprechend 'aua', ließ sein Feuerzeug fallen, und hatte die Lacher auf seiner Seite ;-) Hoffentlich hat der Arme sich nicht zu sehr weh getan, sah aber einfach klasse aus, ich konnte nicht anders als loslachen, schon gemein, sich auf Kosten anderer zu amüsieren, sorry ;-)))

Emma beendete unter tosendem Applaus kurz darauf ihr Lied und danach war dann leider wirklich Schluß. Weil sich aber Reiner in den letzten zwei Jahren nicht verändert hat und auch in Marburg und Porta Westfalica schon mit Rickard gesprochen hatte, hat selbiger ihn wiedererkannt (gutes Gedächtnis, Hut ab ;-) ) und wir alle hatten noch die Möglichkeit, mit Rickard zu sprechen, während die anderen arbeiteten: Merchandising und Interviews ;-)

War wirklich sehr nett und interessant. Rickard meinte im übrigen, daß es mit dem Sound hier eher schwierig gewesen wäre. Das einzige, das mir dazu aufgefallen ist, ist, daß Emmas Stimme vielleicht einen Tick zu leise war. Überzeugen könnt ihr euch davon - oder auch vom Gegenteil - am 28.05. auf WDR 5 von 11:05 - 12:00 h.

Im übrigen erzählte Rickard neben anderem noch, daß sie im nächsten Jahr eine Tour mit Hildegard-von-Bingen- songs machen würden, gern auch in Deutschland: man müsse nur noch sehen, inwieweit man hier Klöster und Kirchen anmieten könne. Hoffen wir also, daß unsere Kichenhäuptlinge dazu bereit sind, Garmarna, den Höllenhunden, ihre Kirchen zur Verfügung zu stellen.

Fazit: Es war klasse, furioser Einsatz, vor allem von Stefan auf der Drehleier und Geige. Klasse auch die 'Session' von Gotte und Stefan in der Bühnenmitte. Jens war auch wieder genial, drosch bei Klevabergselden auf sein Drumset ein, starrte - total witzig - bei einem Song, bei dem er nur durch Schlagen der sticks gegeneinander den Takt angab, traumverloren in die Luft. Immer wieder beeindruckend die Instrumenten-Tauschaktionen von Rickard und Gotte und natürlich die irre Stimme von Emma.

Falls Ihr sie auf dieser Tour verpaßt habt: vielleicht fahrt ihr ja zu einem der Festivals im Sommer nach Belgien oder Holland, genauere Termine demnächst auf der Musikseite!

Dank an die Garms für ein tolles Konzert, dank an Rickard für seine Zeit und die Titel - und an die anderen, die gearbeitet haben, während er mit uns quatschte ;-)

see you again soon!

(c) bat, 04/00

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foto (c) Dirk Henke: GarmsGarmarna Bahnhof Langendreer, Bochum, 17.03.2002    

Matinee der Liedersänger auf WDR 5. Und um 11:05 h am Sonntag morgen. Nichts, was sich wirklich nach Argumenten anhört, zu dieser Zeit am Sonntag morgen nach Bochum zu fahren. Das vielleicht nicht, aber das einfache Wort Garmarna schon ;-)

Das Publikum war allerdings nur in Einzelfällen eines, das man sonst auf Garmarna-Konzerten trifft, altersmäßig zwischen 75 und 12, wirklich ganz anders. Wir dachten schon, wir senken den Altersschnitt, aber es war glaub ich recht ausgewogen und rappelvoll. Und umsonst. Zudem bestuhlt, auch eher ungewöhnlich für die Garms, weil sie doch eigentlich sehr tanzbare Musik machen. Es ging also pünktlich um 11:00 h los mit der Moderatorin, die uns erzählte, dass wir noch die Nachrichten abzuwarten hätten, dass es dann aber losginge. Und so hörten wir dann ..." Das waren die Nachrichten..." ;-) Die Moderatorin sagte einige einleitende Worte und los ging's mit Den Bortsalda von der Vittrad, gefolgt von einem Stück der neuen Garmarna-CD mit Stücken von Hildegard von Bingen, O Frondens virga.

Emma, Jens, Stefan und Rickard hatten diesmal einen neuen Gitarristen dabei, den Emma später auch noch vorstellte: Gotte has turned into a wolf ;-) Gotte Ringquist, normalerweise als Gitarrist dabei, studiert in Schweden Medizin und kommt grade nicht weg, deshalb wird Garmarna auf dieser Tour verstärkt durch David Tallroth, der hier und heute in Bochum sein Einstandskonzert gegeben hat. Stefan und Jens haben sich im Vergleich zum letzten Mal nicht groß verändert, Emmas Haare sind wieder länger (heute mal in Zöpfen), Rickards dafür wieder kürzer (macht bestimmt der neue Job ,-) ), ansonsten aber immer noch eine Band ohne großen Bühnenschnickschnack und sie sehen weiterhin ungeheuer jung aus! ;-)

Die Moderatorin erzählte nun ein wenig über den Ursprung des Namens Garmarna, darüber dass sie die schwedische Folkmusic revolutioniert hätten und dass vor einiger Zeit einmal jemand angefragt hätte, ob sie nicht eine Platte mit Bingen-Songs machen könnten, man sei interessiert, wie es sich anhören würde. Besonders schwierig sei, dass Emma Lieder nur nach Gehör einstudiert und dass die Lieder Hildegards von Bingen im Vergleich zu den schwedischen Volksliedern sehr komplexe Melodiebögen aufweisen.

Und dann ging's weiter mit Viridissima virga und Salvatoris. Die CD gefällt mir im Verhältnis zu den anderen nicht so gut, aber live waren die Lieder doch sehr schön, vielleicht nicht mit ganz so viel Gesample angereichert wie auf der CD.

Es folgte wieder die Moderatorin, die diesmal etwas von Garmarnas Vergangenheit erzählte, dass sie mittlerweile 4 CDs und eine EP herausgebracht haben, dass sie seit 1990 zusammen spielen und eigentlich - ohne Emma - als Rockband angefangen haben, dass Emmas Stimme dann ganz andere Horizonte öffnete und sie sich in die Welt der Werwölfe, Trolle und Ritter vorwagten, alte Gedichte vertonten oder traditionelle Lieder aufpeppten.

Danach ging's dann weiter mit songs jenseits der von-Bingen-CD, nämlich mit Vänner och Fränder (die lieben Verwandten ;-) ), mit Min man und mit Bläck. Emma erzählte zwischen den Songs kurz, worum es ging oder nannte die englischen Titel. Zu min man erzählte sie, dass eine Frau neben ihrem Ehemann einen anderen Mann hat und mit diesem sogar ein Kind und dass sie genau darüber nun erzähle. Bei Bläck handelt es sich um ein langsames Liebeslied, das für Schweden sehr ungewöhnlich sei, es sei nämlich 'a happy one' ;-).

Es beglückte uns wieder die Moderatorin, die uns noch etwas über Garmarna erzählte, das ich leider nicht mehr weiss.

Emma sang wieder eines der von-Bingen-Stücke, nämlich Euchari, gefolgt von Euchari - der Version, die auf der Vedergällningen zu finden ist. Man hatte damals schon nachgefragt und der Band fehlte für die letzte CD noch genau ein Song. Also lieh man sich schon mal einen von-Bingen-Refrain aus, machte aber ansonsten ein ganz eigenes Garmarna-Stück daraus. Mir persönlich gefällt es um Längen besser als das Bingen-Euchari.

Die Moderatorin kam noch einmal, bedankte sich bei Band und Publikum, sagte, dass sie im Oktober mit dieser Reihe fortfahren würden und wünschte uns noch viel Spaß mit Garmarna - den wir hatten ;-)

Kaum war WDR 5 weg, ging es noch einmal richtig los mit Gamen (the vulture). Sorgsen ton, das Emma als 'stomped bread' bezeichnete, folgte. Emma erzählte wieder vom Inhalt, auch Rickard, der bis dahin ruhig auf einem Stuhl vor sich hin gespielt hatte, fing an zu erzählen. Zusammen stellten sie den verwandelten Gotte vor: David als Vertreter bekam eine Menge verdienten Applaus. Als letztes Stück spielten sie Vedergällningen (Vengeance).

Es wurde wild applaudiert, die Leute haben auch nach Ende des WDR-Konzertes nicht die Flucht ergriffen, auch nicht, als es schneller und etwas samplerlastiger wurde, Hut ab, die Leute waren echt offen. Der Applaus kam aber dann doch verstärkt von denjenigen, die hinten standen und die man schon eher bei Garmarna-Konzerten erwarten würde ;-))

Zugaben gab es auch, nämlich Herr Holkin, das in Deutschland immer Jubelrufe ausgelöst hat, weil man dachte, sie würden Herr Holger spielen. Deshalb sprach Emma auch so deutlich, damit auch jeder hört, dass Herr Holkin jetzt erst einmal an der Reihe war ;-) Aber keine Angst, Herr Holger folgte. Und damit war dann auch leider Ende - 12:25 h.

Das Publikum war wirklich anders, aber durchaus begeistert, der CD-Stand war hoffnungslos belagert. Der Sound war nicht ganz so schön, Emma hatte Probleme, sich selbst zu hören, war ab und an zu leise und kam gegen die komplette Instrumentierung nicht an, vor allem nicht, wenn Stefan auf Geige oder HurdyGurdy so richtig loslegte. Auch die anderen hatten Probleme, so dass häufiger der Daumen symbolisch nach oben oder unten oder erst auf Mitspieler und dann nach oben oder unten bewegt wurde. Ab und an gab's auch heimliche schwedische Kommentare in Richtung Technik, aber es war okay. Ab und an sah Emma allerdings so aus, aus wisse sie gerade nicht, was ihre Mitspieler da so tun, sie sah leicht verwundert von einem zum anderen - hat aber bestimmt nur so ausgesehen ;-)

Im Großen und Ganzen mal wieder sehr sehr schön, obwohl ungewöhnlich. Und eigentlich hätte ich lieber gestanden und gezappelt, aber dafür gab es ja dann noch das Konzert in Köln am Abend. Die armen Garms, waren am Vortag 25 h unterwegs, um Bochum zu erreichen und sind dann um 6:00 h aufgestanden, damit das alles mit dem Soundcheck noch klappt. Dann schnell Abbauen und nach Kölle, wieder Soundcheck und um 21.00 h das nächste Konzert. Tough, kann man nicht anders sagen. Die richtige Konzertstimmung kam aber nicht so ganz auf, weil die Moderatorin das ganze immer wieder unterbrochen hat. Weshalb ich mich auf abends freute ;-)

Dank an die Garms!

(c) bat, 03/02

(c) Foto: Dirk Henke (abends im MTC)

PS: die Songs müssten eigentlich stimmen, ich habe Rickard leider nach dem Konzert nicht mehr erwischt, Korrekturen werden noch eingefügt, sollte ich mich geirrt haben.

PPS: diesmal ist es anders als beim letzten Mal direkt live im Radio übertragen worden - unser Aufnahmeversuch ist aber leider fehlgeschlagen - hat irgendjemand ggf. mehr Glück gehabt??


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foto (c) Dirk Henke: GarmarnaGarmarna MTC, Köln, 17.03.2002    

Wenn Garmarna sich so ein Mammutprogramm zumuten, kann es ja kein Problem sein, sich die Band am gleichen Tag zweimal anzusehen - und ich war nicht allein damit ;-) Abends ging's jedenfalls ins MTC, einen eher kleinen Club in Köln, mitten im Studiviertel, wo irgendwie alle Kneipen sind und deshalb keine Parkplätze. Der Club liegt im Keller, ist wie gesagt eher klein und schlauchartig; die Bühne ist sehr niedrig; wir standen zum Glück ganz vorn, so dass ich gut sehen konnte, ziemlich direkt vor David und Emma. Rickard machte zu Reiner am Anfang schon eine Bemerkung, dass der Soundcheck wohl nicht wirklich gut ausgefallen war und das hat sich im Folgenden leider bestätigt, was aber dem Konzert an sich irgendwie trotzdem keinen Abbruch tat. Es ging los um 21:20 h mit Den Bortsalda, die Stimmung war direkt supergut, und ganz anders als in Langendreer, halt eher Konzertflair als Liederabendatmosphäre mit Ansager und ganz anderem Publikum. Beides war schön und dadurch, dass es an einem Tag war, um so besser vergleichbar. Das Publikum in Langendreer war allerdings zahlreicher, hier waren es vielleicht 100 Leute...Ihr wisst alle nicht, was Ihr verpasst!

Dem obigen Bericht ist nicht mehr so viel hinzuzufügen, deshalb diesmal also eher kurz... ;-)

Emma erzählte auch hier, Rickard sagte auch mal ein oder zwei Dinge, Emma erzählte allerdings auch viel schwedisch - mit dem Menschen am Mischpult - sie entschuldigte sich auch für die geheimen Absprachen, aber es war dennoch nicht ganz viel zu retten. Emma war teilweise einfach viel zu leise, hörte sich selbst nicht, kam gerade bei den Bingen-Liedern, die doch schwieriger zu singen sind, gegen die Instrumente nicht richtig an. Und gerade wenn man einen solchen Tag hinter sich hat und bereits morgens einen Gig gespielt hat, ist es sicherlich nicht von Vorteil, wenn dann auch noch die Technik nicht das tut, was man von ihr erwartet. Man merkte ihr die Anstrengung bei einigen Songs an. Aber genug gejammert über den Sound - gefallen hat es uns dennoch besser als morgens, die Mischung war besser, die Leute näher dran und die Stimmung viel mehr wie ein typisches Konzert ;-) Da kann man auch über die Technik hinweghören und über die verzweifelten Blicke, die Rickard mit Jens oder David austauschte, hinwegsehen - zumindest fast.

Nach Den Bortsalda kam dann auch hier eines der Bingen-Lieder, Euchari, gefolgt von Vänner och Fränder. Dann wieder Bingen mit Salvatoris und wieder zurück mit Min Man. Emma erzählte auch hier kurz den Inhalt der Songs, nicht dass ihr meint, hier wären sie völlig sprachlos gewesen, im Gegenteil. Im Anschluss dann das glückliche Liebeslied, Bläck.

Danach gab es eine längere Pause, weil das zusätzliche Bandmitglied, der Sampler, beschloss Zicken zu machen. Jens bastelte mit Rickard eine Weile, bis er sich wieder benahm, wie es von ihm erwartet wurde. Jens hatte übrigens ein elektronisches Schlagzeug dabei, ist mir morgens im Bahnhof Langendreer gar nicht so aufgefallen, aber da war ich vermutlich einfach nicht nah genug dran. Um ehrlich zu sein, hätte ich Herrn Sampler gar nicht mal so sehr vermisst, manchmal ist weniger auch mehr ;-) Nun, als er dann wieder wollte, gab es einen Song, der fast nur instrumental war und durch David, Stefan sowie Herrn Sampler bestritten wurde, Rickard war nur teilweise beteiligt, ebenso Emma. Wenn ich nicht irre, war es Drew Drusnaar / Idag som igar, die einzige Abweichung zum morgendlichen Gig in Bochum. Irre, intensiv und Stefan guckt bei diesen längeren Soli immer vollkommen entrückt, man hat den Eindruck er fidelt oder leiert sich regelrecht in Trance ;-)

Emma erzählte wieder die Sache mit Herr Holkin und Herr Holger und sie spielten ersteres. Und da sie schon mal auf der Vedergällnigen angekommen waren, spielten sie auch gleich noch Euchari in der Garmarna-Version, die mir um Längen besser gefällt.

Danach dann Gamen und Sorgsen ton, beide ebenfalls sehr schön. Tja und dann gab es noch ein irres Vedergällningen und das war's dann auch schon wieder - okay, es gab natürlich noch Zugaben: Herr Holger sowie Viridissima Virga, um mit Hildegard von Bingen abzuschließen. Um 22:50 h war dann auch der zweite tolle Gig dieses Tages vorbei und die Garms verschwanden endlich in ihren wohlverdienten Feierabend (naja, nach dem noch folgenden Abbau). Es war wunderschön, wenn auch soundtechnisch nicht ganz so gelungen; die songs waren größtenteils identisch, aber anders, m.E. nach besser, zusammengestellt. Es wäre für David auch schwierig gewesen, noch mehr songs als die aufgezählten zu lernen, er hat sich echt gut geschlagen, es hat Spaß gemacht. Herzlichen Dank nochmal an die Garms und viele Grüße an Reiner, Dirk, Minna, Joanna - und Petra sowie die beiden Wegweiser ;-) Denkt dran, dass ich die Bilder sehen will und wer immer entweder Bochum (aus dem Radio?) oder Kölle aufgenommen hat, möge sich doch bitte melden!

cu all soon

(c) 03/2002 bat

(c) Photo: 03/2002 Dirk Henke (im MTC)


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