Bild vom Bühnenhintergrund: Peter Heppner - My heart of Stone

Peter Heppner und Solar Fake, Dortmund, FZW, 26.11.2012 

Wow, fast 14 Jahre ist es her, dass ich Peter Heppner das letzte Mal live gesehen habe, als Bestandteil von Wolfsheim. Ganz schön lange. Mittlerweile mit seiner zweiten solo-Platte auf Tour, haben wir überlegt, ihm mal wieder eine Chance zu geben und das obwohl ich beim Reinhören auf Alleinesein und Meine Welt gestoßen war - leider erst nach Erwerb der Karte - und nun doch ein bisschen Angst hatte, dass ich in einen Schlager/Lieder-Abend mit synthie-pop-Untermalung stolpern würde. Man singe das Ganze auf Englisch und schon ist es nicht mehr so schlimm... aber nein... Ich hatte ja eigentlich beschlossen, sie nicht mehr live anzusehen, aber irgendwie vergisst man sowas nach 14 Jahren schon mal.

Start Vorband. Solar Fake, 20:45 h - 21:15 h. Richtig gute elektro-indie-synthie-songs, die mich an And one, VNV Nation, Northern Lite erinnert haben, aber der Typ und die Stimme haben mich total an die Dreadful Shadows erinnert oder auch an Zeraphine, wobei ich letztere nicht live gesehen habe. Erstere schon, auch ungefähr zur gleichen Zeit wie Wolfsheim und Heppner. Und was stell ich fest? Sven Friedrich ist auch hier der Sänger, kein Wunder, dass er mir so bekannt vorkam - und das nach 14 Jahren! ;-). Und ein Revival der Dreadful Shadows gibt es auch, 01.02.2013, Bochum, Matrix, ich komme ;-). Wahlweise ginge auch Weltuntergang am 21.12.2012 mit Solar Fake in Köln, zumindest hat Sven uns das ans Herz gelegt... mal sehen.

6 Songs, wirklich gut, wieder mal ein Cover dabei, dieses mal nicht Twist in my sobriety sondern Talk Talks Such a shame. Auch schön. Bei den weiteren Songs bin ich nicht wirklich sattelfest, dabei war aber vermutlich here I stand, More than this, such a shame, under the skies (?), no apologies.

Hat mir gut gefallen, gerne wieder.

Danach Peter Heppner und Band. Natürlich mit Pult und Texten zum Ablesen. Und hellem T-Shirt. Passte aber auch zum durchaus gemischten Publikum und zur Songauswahl. Auch er sieht immer noch genauso aus, aber die Haare sind doch etwas grauer geworden.

Der Start um 21:45 h war ok mit I won't give up. Danach hab ich mir dann allerdings schon gewünscht, dass die Vorband zurück kommt: Alleinesein von der ersten Solo-Platte (Solo), reim Dich oder ich krieg Dich. Uah ("Heute bin ich mir genug und das tut auch mal ganz gut"). Das nächste war Meine Welt, diesmal allerdings vom aktuellen Album Heart of Stone. Ein kleines bisschen besser als Alleinesein, nicht ein gar so schlimmer Reim ;-) Sorry. Danach wurde es aber wirklich besser mit Vielleicht, auch von der neuen CD, immer noch aber irgendwie knapp am Schlager und an Unheilig vorbei, vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu kritisch? Bei deutschen Texten find ich die Balance irgendwie immer schwierig. Daher wurde mein Wunsch erhört, und es ging englisch weiter mit Being me, wieder von der Solo. Die Intros waren immer anders, aber die Lieder selber doch recht... ähnlich. Wirklich andere Sachen sind meist entstanden, wenn Heppners wirklich tolle Stimme mit anderen Leuten zusammen Dinge gemacht hat, ob mit Wolfsheim (manchmal) oder mit Witt oder sogar mit Schiller, auch wenn mir letzteres vielleicht zu sehr dancefloor/pop war, war es doch... origineller oder zumindest anders.

Weiter ging es dann mit einem "berühmten" Wolfsheim-Song, once in a lifetime, das mir damals, als es erschien, viel zu poppig war. Hier wirklich mal anders als die bisherigen Songs, daher Daumen hoch. Genauso wie für's nächste Lied, auch von der Spectators, wenn ich nicht irre, schön trotz deutsch: Künstliche Welten.. Danach Deserve to be alone von Heppners aktueller CD, wieder eher eines der ähnlicher klingenden Lieder. Im Anschluss God smoked, wieder von der aktuellen CD, aber durchaus anders Peter hat sich bedankt und das nächste Lied tatsächlich angesagt. Er ist immer noch nicht der ganz große Redner, aber er wirkte irgendwie entspannt... selbst beim Reden (ok, er hat danke gesagt, die Band vorgestellt und einen Song angekündigt, aber immerhin ;-) ). Das nächste Lied also wurde, wie schon erwähnt, angesagt: cry tonight (heart of stone). Nett und unverkennbar Heppner. Dann der Song, der in Zusammenarbeit mit Schiller entstanden ist, mir also eigentlich zu sehr dancefloor, aber er hat schon was: dream of you.

Dann wieder ein Wolfsheim-Song von der neueren Sorte (naja), den ich auch ganz gerne mag: Kein Zurück. Und wieder zurück zur neuen Solo-Platte mit give us what we need, muss ich sagen, dass er sich wieder wie ein typischer... wohl eher nicht.

Und dann war es soweit, endlich der Song, auf den ich gefühlt das ganze Konzert gewartet habe: Sparrows and Nightingales, soooo genial! Die Band grinste, vermutlich irgendwie anstrengend, immer _das_ eine Lied spielen zu müssen, aber da müssen sie halt alle irgendwie durch.

Danach wieder das Landen auf dem Boden der Tatsachen mit: das geht vorbei, von der Solo. 22:50 h. Ende Hauptset.

Zugabenset 1 bestand aus zwei Songs, zum einen aus I feel you (Heppner und Schiller - wobei mir auf dieser Schiller-Platte die Zusammenarbeiten mit Mila Mar und natürlich Veljanov noch besser gefallen) und aus dem genialen Die Flut (Heppner und Witt) bestand! Die Flut mal ohne das Witt-sche Genuschel mit Background-Gesang durch den Gitarristen hat mir durchaus auch gut gefallen. Schönes Zugabenset.

Gegen 23:00 h wieder Break, aber sie kamen nach intensivem Klatschen der vollen, aber bei weitem nicht ausverkauften, Halle nochmal wieder.

Peter hat sich bedankt und tatsächlich seine Band vorgestellt (sorry, konnte mir nur die Vornamen merken): Dirk am Keyboard, Carsten an der Gitarre und Background-Gesang, Achim an den Drums und "ich bin der Peter und ich singe hier". Jau, und das sogar ziemlich schön ;-).

Zum Schluss noch ein song der aktuellen CD, Whenever I miss you und danach eine Zusammenarbeit mit Paul van Dyk, wir sind wir, diesmal zumindest ganz netter Text.

Und dann, wie der Anfang, wieder ein Lied zum Abgewöhnen, aber dafür neu, wie Heppner erzählte: it's time for christmas, mit einem Text, der mir sogar auf Englisch die Schuhe ausgezogen hat. Vielleicht von der nächsten synthie-pop-meets-dancefloor Weihnachts-paul-van-dyk-schiller-mix Platte, ich habe keine Ahnung. Ging aber gar nicht. Ende - jetzt leider fast zum Glück - um 23:15 h.

Fazit: hab ich früher - auch bei Wolfsheim immer geschrieben, ich versuch's also auch hier mal. Solar Fake, eine tolle Vorband, was man nicht häufig hat, meine Wiederentdeckung von Sven Friedrich und den vielleicht wiedervereinigten Dreadful Shadows hat die Sache auf jeden Fall schonmal lohnend gemacht. Bei Heppner eine sehr geniale Lichtshow, eine gute Stimme, leider nur nicht immer gute Lieder, weil textlich zu... einfach? Wenig Variation in der Songstruktur, nicht schlecht, aber eben auch nicht wow. Einige tolle Songs, die ich immer wieder hören kann, eine ganze Menge "netter" Sachen, die man sich ganz gut anhören kann, wenn man mal Lust auf Synthie/Dancezeugs hat und einige wenige, bei denen sich mir echt die Fußnägel kräuseln. Alles in allem ok, aber ich vermute, dass die Pause bis zum nächsten Heppner-Konzert doch wieder etwas länger sein wird (naja. so lang auch nicht, er spielt auf dem nächsten Amphi ;-) ). Ab und an die Sparrows und Nightingales oder die Flut oder kein Zurück auf meinem Ipod ist genug.

Zwei oder drei Bilder hab ich aber trotzdem noch - leider keine von Solar Fake, Sven konnte einfach nicht still stehen und alles war verwackelt:

Peter Heppner - Nahaufnahme Heppner und Band - Blaues und Gelbes Licht Heppner und Band bei "Die Flut" - grünes und weißes Licht

(c) bat, 11/2012


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