Cover Wytches Inkubus Sukkubus, Zwischenfall, Bochum, 29.10.1999

Wie immer hieß die Vorgruppe Screaming Dead, wie überaus überraschend ;-).. das hat man davon, wenn der Gitarrist des Hauptacts und Ehemann der Sängerin auch noch in einer anderen Band aktiv ist...

Screaming Dead begannen jedenfalls gegen 21:10 h und beendeten das Ganze nach etwa 40 Minuten wieder. Austauschbar, nett, aber absolut nichts Besonderes. Sie hören sich an wie Inkubus Sukkubus, nur singt halt ein Mann. Vermutlich haben sie das gleiche DAT-Band benutzt, denn es war wirklich sehr ähnlich... aber das, was Inkubus Sukkubus so gut macht fehlte halt, nämlich die Sängerin. Daher war's nur nett und zum nicht-weglaufen. Mehr aber auch nicht.

Inkubus Sukkubus, die Band, für die immerhin um die 200 oder etwas mehr Leute angerückt waren, begannen um 22:00 h. Wie gesagt, die Musik - zumindest die Beats und die Keyboard-Sektion - ähnelten bei allen Songs einander doch sehr. Vielleicht sollte sich die Band mal einen echten Drummer anschaffen, als immer nur den Drumcomputer zu benutzen und auch ein wirklicher Keyboarder könnte nicht schaden... dann kämen vielleicht mal ein wenig mehr innovative Details in die Musik... aber who cares, wie mein Nachbar auf dem Konzert so schön sagte: Candia McCormack war da und Candia kann singen, hat eine irre Ausstrahlung und zaubert auch bei noch so gleichen beats und Keyboard-tönen immer wieder neue Melodien. Die Leute jedenfalls waren begeistert - und teilweise sehr unkritisch ;-)

Klein, zierlich, mit schulterlangen Haaren, heute hochgebunden zum Zopf, mit einem schwarzen langen Rock und einem schwarzen Top, einem silbernen Anhänger an einem langen Lederband um den Hals und nur mit Lederbändern um ein Handgelenk, verzichtete sie auf großen Schnickschnack oder wilde Schminkaktionen. Sie stand auf der Bühne - und bezauberte alle mit ihrem strahlenden Lächeln. Sie sang, sprang, hüpfte und lief von einem Bühnenende zum anderen und war voll in ihrer Musik, in ihrem Element. Ihre Begleiter, ein Mann mit einer Art Tambourin, der kaum bis gar nicht zu hören war und scheinbar nur als Deko mitgenommen worden war - wenn wir schon keinen Drummer haben - Tony McCormack an der Gitarre und ein Bassist, der mich auch nicht weiter beeindruckt hat, außer daß er scheinbar die alten quietschroten Hemden von Tony auftragen muß, wie Markus so schön bemerkte, gingen völlig unter neben ihr. Dazu muß vielleicht noch gesagt werden, daß weder Tony, der übrigens ziemlich aufgeschwemmt wirkte.. zuviel Bier??? noch der Bassist so ganz in dieser Welt zu sein schienen.. ziemlich glasige Blicke. Tony bekrabbelte sich während des Konzerts, konnte dann sogar mit Candia zusammen singen und über die Bühne rennen. Dabei haben sie übrigens irgendwann gegen Ende wohl auch einen Schalter gefunden, der die Musik ein wenig lauter werden ließ... schön, wenn man die Technik endlich versteht ;-)))

Schade, daß Candia zwischen den Songs nicht sonderlich viel erzählen konnte, .. aber es waren halt nur kurze Pausen zwischen den auf Band befindlichen Drum- und Keyboard-Sequenzen übrig, in denen sie sich eigentlich nur kurz für den Applaus bedanken konnte. Wirklich schade. Und neben dem Technik-Unverständis schon wieder ein Grund mehr, daß man die Musiker, die man für seine Songs braucht lieber alle live dabei haben sollte. Außerdem war die Bühne viel zu klein (sie spielten nicht auf der Tanzfläche sondern auf der Empore neben der Garderobe gegenüber vom DJ-Pult (andererseits, wenn man die Tanzfläche zugebaut hätte, hätten die Leute niemals genug Platz gehabt, war schon richtig entschieden...).

Die Band spielte 15 Songs, 2 und nochmal eine Zugabe, etwa ein-einhalb Stunden. Die Lieder - wie erwähnt - waren musikalisch nicht sonderlich einfallsreich, aber Candia war und ist nun mal klasse.

Los ging's jedenfalls (der Setlist zufolge) mit Smile of torment, einem neuen Song. Danach kam Catherine, ein Lied, das mir sehr gut gefallen hat. Weiter ging's älter mit Samhain (passend, wo doch am 31.10. dieser Gott von den Kelten verehrt wurde). Danach das obligatorische Cover, das sich Screaming dead diesmal verkniffen hatten: Paint it black. Hat sich wirklich anders angehört als die anderen Songs ;-). Danach eines meiner Inkubus-Sukkubus-Lieblingslieder: Belladonna & Aconite, gefolgt von Reptile und einem anderen Klassiker: Wytches. Dieser Song sticht schon allein durch seinen nicht von Musik untermalten Chorus aus dem Einheitsbrei der anderen Songs hervor. Danach folgten Intercourse with the Vampyre, Starchild und Away with the faeries, auch sehr hübsch, sprich etwas abwechselungsreicher. Gefolgt von Rune und I am the one, auch ein song, den ich sehr mag, mag daran liegen, daß ich vor allem die Belladonna & Aconite CD besonders häufig und gern gehört habe in den vergangenen Jahren.
Das Konzert schloß mit Song to Pan, Vampyre Erotica und Spellbound.

Zugaben: Church of Madness und All the Devil's Men, beide frenetisch bejubelt und danach noch ein weiteres, das lt. Setlist nicht mehr geplant war und das ich prompt auch nicht mehr weiß.

Alles in allem schön, aber wenn Candia nicht wäre, würde ich nicht hingehen. Sie reißt es live allemal raus und wird auch zukünftig der Grund sein, warum ich mir diese Band live ansehen werde - nicht ohne mir weiterhin einen echten, einfallsreicheren Drummer zu wünschen ;-)

(c) bat, 1999

Dank an Norbert und Eddie, ihr wisst wofür ;-)

Dank auch an den Mann, der mir die Setlist überließ, obwohl ich nicht als Gegengabe eine Gitarre liefern wollte...

Falls jemand der Fotografen ein Bild für mich übrig hätte, wäre ich begeistert.


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