....Und das geht so - kettcar im FZW in Dortmund, 26.01.2018

Bevor das mit kettcar aber losgehen konnte, gab es natürlich eine Vorband. Mussten wir beim Hinfahren schon hören, daher hab ich tatsächlich das eine oder andere Lied erkannt. Fortuna Ehrenfeld aus Köln, Martin Bechler war der Typ mit dem Karoanzug - oder -schlafanzug? - und der Gitarre. Verstärkt wurde er zumindest live von einem Mädel mit Keyboard (Jenny Thiele), das ab und an mal singen durfte sowie einem weiteren Mann (Paul Weissert) an den Drums. Natürlich auch unter Vertrag beim Grand Hotel van Cleef, passte auch zur Hauptband, wie überraschend. Also, war deutsch und hatte ungefähr die gleiche Musikrichtung. Das war's dann aber auch schon. Leider gar nicht meins, Texte nicht, Stimme nicht. Erzählt hat der Sänger zwischendurch ganz gut, war also nicht so schlimm, dass ich nach draußen verschwunden bin, aber auch nix, was ich freiwillig nochmal anhören würde. Schwerpunkt schien zumindest das zweite Album gewesen zu sein namens "Hey Sexy". Start um 20:00 h, vorbei um 20:42 h

Songs:

1 Gegen die Vernunft
2 Rakete (?)
3 Letztes Kommando (?)
4 gebackene Kartoffen (?)
5 Arsch am Meer
6 Wiedersehen (?)
7 Hundeherz
8 Der Puff von Barcelona

Irgendeins von denen, die ich dann doch nicht zuordnen konnte, war Glitzerschwein

Kettcar Start um 21:04 h, mit Videoleinwand. Fünf Herren (Marcus Wiebusch, Erik Langer, Reimer Bustorff, Lars Wiebusch Christian Hake), alle schon etwas in die Jahre gekommen – wie auch das Publikum (naja, irgendwas zwischen dreißig und Mitte fünfzig wäre meine Schätzung). Das Konzert sehr gelungen, wirklich toll mit tollem Chor und einer guten Mischung des Schaffenswerks. Wir hatten es nicht geschafft, die neue Platte mehr als nur anzuspielen, haben uns daher sehr gefreut, viele der tollen Songs aus den ersten Alben zu hören, die neuen reihten sich musikalisch gut ein, die Texte sind da eine andere Sache, das eine oder andere neue Lied finde ich doch ein bisschen seltsam (ja, sie sind "politischer" und sowas braucht's und all die Kritiken hab ich auch gelesen, dagegen hab ich ja auch nix, aber trotzdem sind die Texte komisch.. wenn das das Ziel war und wir drüber sprechen sollen: bingo, gut gemacht ;-) ). Wagenburg zum Beispiel und insbesondere. Die alten Sachen find ich irgendwie – poetischer. Es ist immer der eine oder andere Satz dabei, der so… wahr ist. Obwohl sie das jetzt auch wieder hinbekommen haben - zumindest sagt mein neuer Jutebeutel: "irgendwann ist irgendwie ein anderes Wort für nie." Und das ist irgendwie dann schon auch wahr ;-). Schöne Stimme, gerne immer wieder. Auch das Erzählen der beiden Hauptakteure (Marcus und Reimer) fand ich super sympathisch, sie haben sogar einen neuen Fußballspieler für den BVB erfunden: kennt Ihr Patrick Aubameyang? Nein? Wir auch nicht, haben sie aber trotzdem verstanden – war der Pausenfüller, weil die Technik irgendwie komische Sachen gemacht hat. Sind halt aus'm Norden, mich dürfte man auch nicht nach einzelnen HSV-Spielern fragen (nach St. Pauli auch nicht, wenn wir schon mal auf Vollständigkeit Wert legen).. Und jetzt, wo ich das hier endlich mal runterschreibe, isser eh weg, da interessiert mich doch so überhaupt gar nicht mehr, wie der Mann denn richtig mit Vornamen hieß. So!

Start auf jeden Fall mit Trostbrücke Süd, danach Balkon gegenüber gefolgt von Graceland, spätenstens hier hatten sie mich dann ;-). Weiter mit Money left to burn. Dann eines der neuen – Sommer 89 (er schnitt Löcher in den Zaun). Naja. Gleich weiter mit Wagenburg – textlich noch mehr naja. Weiter - wie uns erzählt wurde – mit dem "Emo-Block", 3 Liebeslieder am Stück, alle mit durchaus unterschiedlichem Ausgang: Rettung, 48 Stunden ("das böse Liebeslied") und Balu, die letzten beiden finde ich ganz, ganz großartig! Weiter mit Benzin und Kartoffelchips und Tränengas im High-End-Leben. Dann – auch sehr schön – kein Außen mehr und im Taxi weinen (hier wurde Alina die Azubine lobend erwähnt, sie war glaub ich auch mit dabei, quasi im Außeneinsatz). Dann noch Mannschaftsaufstellung, Ankunftshalle und das großartige Deiche. Hier hat mich der Chor – wie eigentlich schon vorher – echt umgehauen, wow. Pause vor der Zugabe um 22:11 h. Sie kamen nochmal wieder und spielten Auf den billigen Plätzen – hier war mal kurz der Text abhanden gekommen, kann einen solch erfahrenen Musiker aber nicht schocken, es wurde einfach irgendwas weitergesungen: "ich sing dann mal irgendwas, bis mir der Text wieder einfällt oder so" – und schon ging's weiter ;-). Improvisieren können sie auf jeden Fall! Dann das, was mich wirklich am meisten berührt hat – ein Marcus Wiebusch-Solo-Song, den ich, als er rauskam, schon sehr eindrucksvoll fand, hier nochmal umso mehr: Der Tag wird kommen. Inkl. Video, Stimme von Manni Breuckmann und der ganzen Atmosphäre im Publikum, Wahnsinn!

Dann wir danken der Academy – jetzt war die Technik gestört, es gab einen fiesen Ton und dann musste erstmal gebastelt werden – in der Zwischenzeit wurde Patrick Aubameyang geboren. Nochmal gestartet, diesmal hat's dann geklappt. Und dann gab es noch Landungsbrücken raus, wieder mit einem tollen Chor und Gänsehaut. Schluss um 22:36 h. Aber sie kamen tatsächlich nochmal wieder und erzählten, sie wären ja immer so negativ und würden – auch auf dem neuen Album – immer schwarz sehen. Und das hier sei aber mal ein positiver Song, auch wenn er sich vom Titel her gar nicht mal so anhören würde: Den Revolver entsichern.

Stimmt, kommt man nicht von alleine drauf.

Schluss dann tatsächlich um 22:44 h. Irgendwie kam's mir kurz vor, aber dafür mit viel Gefühl und Charme und tollen Geschichten und gerne, gerne wieder.

Noch ein paar Fotos, ich war aber ganz gegen meine Gewohnheit viel, viel zu weit hinten.

(c) bat 02/18


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