Lifehouse, Kantine, Köln, 10.11.2002

Die Kölner Kantine ist ungefähr so groß wie der ehemalige Prime Club, heute MTC, also nicht wirklich groß. Dafür aber ausverkauft - oder vielleicht sogar überverkauft. Wer weiss, vielleicht hätten sie auch eine größere Halle gefüllt - allerdings lieber so als ein halbvolles Palladium.

Beginn war gegen 20:00 h mit der Vorband, David Poe (http://www.davidpoe.com) aus New York, bestehend aus David Poe selbst als Gitarre spielender Sänger sowie drei weiteren Mitspielern, Mr. x an der Gitarre (den Namen hab ich leider nicht herausfinden können), John Abbey am Bass und 'the greatest drummer in the world', Sim Caine am Schlagzeug. Sie durften 8 Ssongs spielen, brauchten bis ca. 20:40 h. Die songs waren ok (mehr aber auch nicht), gefallen haben mir insbesondere Songs Nr. 3, 5 und 6. Allerdings hatte ich so den Eindruck, als hätten sie ihren eigenen Stil noch nicht so recht gefunden: sie hörten sich ein wenig an wie die Beatles, dann wieder wie Chris Isaac in Blue Hotel (irgendwas mit driving home for christmas). Der letzte Song war eine Art Persiflage auf Country-songs (die wir übrigens in Form von Johnny Cash vor Konzertbeginn genießen durften), ganz witzig - und der greatest drummer durfte sich mal so richtig austoben ;-). War als Vorband auf jeden Fall passend, die Band hatte Spaß am Auftritt, obwohl sie zuhause vielleicht doch größere Hallen gewohnt sind. Aber eine CD hab ich dennoch nicht gekauft und ich glaube auch nicht, dass ich ein Konzert ausschließlich mit David Poe ansehen würde, aber wer weiss? ;-)

Lifehouse begannen nach einigen Umbauten um 21:10 h. Der Start war ein wenig seltsam: wir hörten Björk, es wurde dunkel und nebelte, Björk hörte wieder auf und die Jungs, namentlich Jason Wade (Gitarre und Gesang), Sergio Andrade (Bass), Rick Woolstenhulme (Drums) und Sean Woolstenhulme (Gitarre), standen auf der Bühne.

Ohne große Worte starteten sie sofort mit Anchor, m.E. einem der schlechteren Lieder der Stanley Climbfall. Weiter ging's ebenfalls ohne Kommentar mit Wash, auch auf der CD der zweite Song. Danach sprach Jason dann doch einmal, sagte 'hello'. In der Folge hat er ab und an die Songs genannt, die sie spielen würden, aber im großen und ganzen war er eher sprachlos. Und, wie ich fand, auch ein wenig farblos. Die Stimme ist und bleibt toll, aber ansonsten war die Band irgendwie nicht präsent, es kam keine Ausstrahlung rüber. Hier muss ich fast sagen, dass David Poe das ganze mehr im Griff hatte. Vielleicht sind sie auch noch nervös, denn gegen Ende fand ich schon, dass sie etwas lockerer wirkten, was insbesondere für den Sänger galt, der ja irgendwie auch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Weiter ging's mit einem Stück der ersten CD No name face: Sick cycle carousel, bei dem erstmalig dann auch das Publikum zu hören war.

Serge sah übrigens witzig aus, er hatte eine Strickmütze auf, die ab und an ein wenig tief über die Augen rutschte und er hatte einen ganz eigenen Takt, in dem er sich bewegte ;-) Aber immerhin hat er sich tanzenderweise betätigt, ist ja bei Bassisten - zumindest bei denen, die ich bislang gesehen habe - eher selten der Fall ;-)

Rick, den Drummer hab ich leider gar nicht gesehen und Sean, den zweiten Gitarristen, der übrigens, genauso wie Jason, wild Gitarren tauschte, nur ab und an. Dafür aber die Setlist und deshalb kann ich euch genau sagen, wie es weiter ging, nämlich mit Ever find out. Danach Just another name und dann wieder was älteres: Somebody else's song, sehr schön. Weiter ging's mit Out of breath. Dann erzählte Jason etwas über den nächsten Song, nämlich den Titelsong der neuen CD: Stanley Climbfall. Das nächste wurde wild bejubelt, die erste Single des neuen Albums: Spin. Entsprechend war der Chor ;-)

Es folgte Only one und dann mit einem der schönsten Stücke der neuen CD: Sky is falling (zumindest mir gefällt's sehr gut ;-) ) wieder mit der halbakustischen Gitarre. Die Überleitung zu Quasimodo war auch klasse, insbesondere weil sie mal von der CD-Version abwich.

Die nächsten beiden waren dann schöne, langsame Stücke, ob es auch Feuerzeug-Schein gab, konnte ich von meinem Platz aus nicht sehen, aber bestimmt gab's ganz viele für Everything und Simon.

Dann gab's noch - nach dem Dank der Band an die Fans - Take me away und damit war um 22:20 h der Hauptteil beendet. Sie kamen wieder und zwar schnell - aber von der Setlist wusste ich schon, dass es nur eine Zugabe geben sollte, und zwar Hanging by a moment. Wild bejubelt und diesmal haben alle die ganze Zeit mitgesungen. Danach noch ein kurzer Jam mit wildem Getrommel und Gehopse von Jason und Serge, aber danach sind sie wirklich gegangen und haben uns keine Chance mehr gelassen, sie nochmal zurück zu rufen, weil der Veranstalter direkt das Licht angedreht hat und irgendwelche Musik angestellt hat. Schluss also gegen 22:30 h, nach 1 h und 20 Minuten, irgendwie ziemlich kurz. Schade eigentlich, ein oder zwei oder mehr nette Lieder - ich sage nur: unknown - hätte es schon noch gegeben, die sich als Zugaben geeignet hätten ;-)

Schön waren die Stücke, die er mit der halbakustischen Gitarre gespielt hat, sie klingt einfach toll. Klasse war auch der Übergang zu Quasimodo und natürlich die Jam zum Abschluss. Schade fand ich, dass es nur eine Zugabe gab und dass sie mit einem eher unspektakulären Song angefangen haben, der mir persönlich auch nicht wirklich gefällt (andererseits hatte man es dann hinter sich ;-) ). Ich hätte eher mit einem Knaller angefangen, um die Menge direkt zu begeistern, sprich z.B. mit Spin.

Insgesamt aber waren die Songs denen auf den CDs sehr, sehr ähnlich, keine großen Variationen, keine Cover, nichts Unerwartetes. Sprich: es war ein bisschen langweilig, man könnte aus den Konzerten sicherlich noch mehr machen, die Songs an sich sind ja schön und ich glaube bestimmt, dass ich sie mir noch häufiger ansehen werde. Allerdings nicht unbedingt mehrere Konzerte einer Tour, dazu ist es dann doch nicht variabel und 'spannend' genug, was aber auch nach 'nur' zwei CDs noch ein bisschen schwierig ist.

Und überhaupt sind wir zu alt: es standen rudelweise Eltern draußen, die ihre Kids abgeholt haben, echt deprimierend.... ;-)

© 11/02, bat


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