Aktuell nur ein Konzert zur Wahl:

Matthew de Zoete, Bochum, Wohnzimmer, 25.01.2012

Matthew de Zoete, Bochum, Living Room, 25.01.2012, English version


Matthew de Zoete, Bochum, Wohnzimmer, 25.01.2012

Am 25.01. durfte ich Matthew de Zoete, einem kanadischen Singer/Songwriter lauschen, aber nicht irgendwo in einem Konzertsaal oder einer Kneipe, nein, im Rahmen eines "Hauskonzerts" vor einem Publikum von 9 Leuten, Frau und Tochter nicht mit eingerechnet. Venue daher: Bochumer Wohnzimmer ;-).

Matthew ist aktuell auf Verwandtenbesuch in den Niederlanden und hat sich ausgedacht, im Rahmen einer Pause in seiner aktuellen Tour durch die Niederlande ein paar Konzerte bei über couchsurfing.de verdrahteten Leuten zu geben; eigentlich gedacht für 20-25 Leute, aber es waren aufgrund diverser Umstände halt nur 9. Sehr intim ;-). Hat mir sehr gut gefallen das Ganze, weil wir die Möglichkeit hatten, vorher und nachher sowohl mit Matthew und seiner Familie als auch untereinander (eigentlich kannte jeder zwar die Wohnzimmerbesitzerin, aber untereinander kannten wir uns nicht) ins Gespräch zu kommen. Super Idee, wirklich!

Matthew startete mit seiner Gitarre gegen 20:50 h und spielte 14 songs, leider nur bis ca. 22:10 h, damit's für die Nachbarn nicht zu laut wird - einziger Nachteil an so einem Wohnzimmer-Gig.

Wie man das von anderen Singer/Songwritern aus dem englischen oder nordamerikanischen Raum so kennt, hat er vor den einzelnen Songs immer ein bisschen über die jeweilige Geschichte erzählt und dann gesungen - grade erst noch erlebt bei Justin Sullivan auf seiner Solo-Tour. Mal sehen, ob ich die Songs und die Geschichten noch zusammen bekomme. Definitiv nicht in der richtigen Reihenfolge aber wer weiß, vielleicht erinnert sich ja jemand, der dabei war, genauer als ich? ;-). Vorab vielleicht noch ein paar Worte über die Musik an sich: poppig, folkig, mal fröhlich, mal traurig, ein bisschen hat es mich erinnert an die Grapes of Wrath aus den späten 80ern, frühen 90ern, (ups, sogar auch aus Kanada), vielleicht aber auch nur, weil Matthew sich nur mit der Gitarre begleitet hat und mich die Stimme manchmal an die Songs aus der Now and Again erinnert hat - nicht so auf der CD, wirklich nur live.

Die meisten der gespielten songs waren von seiner 3. CD Colour Film, die sich durchaus von den anderen unterscheidet (naja, was man so sagen kann, wenn man auf itunes mal reingehört hat.. aber die anderen scheinen reine Gitarrenstücke zu beinhalten, während die neue CD auch andere Instrumente nutzt - Matthew bestätigte die Unterschiedlichkeit zumindest insoweit als anderer Leute mitgewirkt haben).

Wenn ich nicht irre, startete er auch mit einem song, der erstmal das Leben der de Zoetes an sich beschreibt, sehr löblich, der Herr spühlt selber ;-) : The good life. Im Laufe des Abends, versprach er, würden wir noch mehr von seiner Familie kennenlernen und erfahren. Stimmt.

Eine der Geschichten handelte zum Beispiel von seinen Großeltern, die er nun definitiv berühmt machen wird, indem er dauernd über sie erzählt oder singt: man stellt sich Großeltern halt vor wie Großeltern. Alt. Dass sie mal jung waren, weiß man zwar, es wird aber nicht wirklich greifbar. Bis man - wie im Falle der hier betroffenen Großeltern (ob mütterlicher- oder väterlicherseits hat er nicht verraten ;-) ) irgendwann einen Super-8-Film findet und man sie plötzlich jung sieht, mit Alkohol und Zigaretten und allem, was so dazugehört, wenn man jung ist und eine Party feiert.. ;-) Colour Film.

Dann irgendeine Geschichte von einer Sängerin, die Klein-Matthew mit 9 Jahren angehimmelt hat.. Den Namen der Künstlerin und die weitere Geschichte weiß ich leider nicht mehr, muss ich mir wohl nochmal anhören: Criminal. Eines der intensivsten Lieder des Abends, vielleicht auch, weil es sich, ähnlich dem später folgenden We're dying oder Going nowhere in der Melodieführung etwas von den anderen abhob, die sich doch recht ähnlich sind. Mir hat im Übrigen die Begleitung auf der Gitarre sehr, sehr gut gefallen, sehr intensiv vor allem die zwei Songs, bei denen er nicht so sehr gespielt als den Takt auf der Gitarre geklopft hat. Mag aber auch einfach daran liegen, dass live meist irgendwie spannender ist als CD. Nach dem Konzert im Auto war ich von der CD-Version echt enttäuscht, aber vorher beim Reinhören hat sie mir besser gefallen als ihre Vorgänger und wenn ich sie jetzt beim Schreiben höre, finde ich sie wieder richtig gut. Passt halt beides, je nach Stimmung. Wäre auch sehr daran interessiert, die CD-Version mal live zu sehen. Wer weiß, vielleicht ergibt es sich ein anderes Mal nicht mehr als Hauskonzert sondern in einem größeren Rahmen? ;-).

Eine weitere Geschichte handelte von einem doppelläufigen Gewehr, das in Matthew's Haus, in das sie irgendwann gezogen sind, über dem Kamin hing und das immer eine besondere Anziehung auf ihn hatte: Double barrel shotgun.

Die Familie drängte unseren Geschichtsstudenten, 30, mit seiner Musik nun endlich mal Geld zu verdienen, sprich, er sollte gefälligst einen Hit schreiben. Also, was macht man, wenn man einen Hit schreiben will? Man schreibt über Trennung, unglückliche Liebe und Scheidung. Hmm, nun ist er aber nun gar nicht unglücklich sondern im Gegenteil, quasi frisch verheiratet, was also tun? Man tut so als ob (wie auch bei zwei anderen Geschichten, einmal ging's um Feuer machen in irgendeinem Fabrikgebäude in seiner Heimatstadt in der Nähe von Toronto, ich weiß nicht mehr, war es, um ein Mädchen zu beeindrucken?, einmal um ein Lagerfeuer im Wald mit heidnischen Riten, blauer Farbe und seltsamen Frisuren und Ziegenfüßen...): We're dying.

Und weil das alles aber gar nicht stimmt und alles total schön ist, direkt das Lied hinterher, was er für seine Joanne in den Flitterwochen geschrieben hat (jedenfalls war's ein Liebeslied und die Geschichte mit den Flitterwochen würde doch passen, oder? ;-)) Bottom of the world (?).

Aber weil er eben Geschichtsstudent ist oder war und Geschichte seine Leidenschaft ist, gab's auch ein Lied über einen seiner Lieblinge aus der griechischen Mythologie Odysseus; er stellte sich mal wieder vor - genau, einfacher als selber machen - er sei Odysseus, passender song dazu: Idiodyssey.

Dann ein song über das Sterben, geschrieben in einer Zeit, als genau diese Dinge ihm begegnet sind: ein älterer Verwandter nach erfülltem Leben, aber auch ein junger Cousin durch einen Unfall: Pictures on the wall.

Matthew erzählte, dass er es sehr genießt, in Europa auf Tour zu sein, weil die Leute hier so nett sind und zuhören... in Kanada sei er häufig in Kneipen aufgetreten, wo er auch genauso gut hätte wegbleiben können, weil sowieso alle im Fernsehen Eishockey geschaut und ihn gar nicht weiter beachtet haben.. wäre bei uns nicht so... naja, wir waren ehrlich und haben ihm gesagt, dass er es - um sich seinen guten Glauben zu bewahren - möglichst vermeiden soll, freitags oder samstags zu Fußballbundesligazeiten oder der niederländischen Entsprechung in Kneipen, die Fußball übertragen aufzutreten ;-). Song: Going nowhere.

Weitere songs, von denen ich die Geschichten aber leider vergessen habe, waren Nothing special und Who do you think you are?.

Die beiden songs über die Feuer in verschiedener Umgebung waren - glaub ich - Anything is possible und Hunter's Moon, letzteres live auch super-intensiv. Ob ich jetzt 14 zusammen habe? Fast.

Zum Ende gab's noch ein Lullaby, vielleicht extra für die kleine Tochter, die mittlerweile auch beschlossen hatte, zuzuhören oder auch als Besänftigung der Nachbarn, die sich aber auf jeden Fall nicht beschwert haben. Den Titel bekomm ich aber nicht hin, vielleicht Lost at dawn? Kommt mit beim Hören jedenfalls so bekannt vor, dass ich glaube, es live gehört zu haben.

Sehr sehr schön und sehr empfehlenswert. Gerne wieder, in ähnlich kleiner Runde, gerne aber auch mal größer - wie gesagt, live würden mich die Songs vor allem der Colour Film in der CD-Fassung durchaus auch mal interessieren.

Hier nochmal zusammengefasst die Songs, von denen ich meine, sie gehört zu haben - Korrekturen werden gerne entgegengenommen:

Bottom of the world
Pictures on the wall
Double barrel shotgun
Colour film
We're dying
Criminal
Anything is possible
Hunter's moon
Idiodyssey
The good life
Going nowhere
N
othing special
Who do you think you are?

Bisherige CDs

Across the sea (2006)
Bottom of the world (2008)
Colour Film (2012)

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Vielen Dank nochmal an Matthew und viele Grüße an Joanne und Margo und natürlich die Gastgeberin und die restlichen 8 Gäste sowie an Chris, der die Verbindung zur Wohnzimmerbesitzerin erst hergestellt hat, war wirklich sehr nett! ;-)

(c) bat 01/12


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Matthew de Zoete, Bochum, Living Room, 25.01.2012

On January, 25th, I was invited to listen to Matthew de Zoete, a Canadian singer/songwriter. But not somewhere in a concert hall or a pub, no, in a living room in Bochum together with 8 other people, Matthew's wife and daughter not included. Therefore the above venue: living room ;-).

Matthew is touring the Netherlands and visiting is relatives living there at the moment. While having a tour-break he thought about giving a few of these so-called "house-concerts" at people's houses being connected through "couchsurfing" (kind of social network for people looking for a private stay on someone's sofa for a night or two instead of booking a hotel room). Normally planned for about 20 to 25 listeners, the audience this time added up to only nine due to different reasons. Very intimate ;-). I really enjoyed this experience because we got the possibility to talk to Matthew and his family before and after the concert and to talk to each other (everybody knew the owner of the living room but we didn't know each other, so it was quite interesting to piece together why someone knew someone else), great idea.

Matthew started singing and playing guitar at about 8:50 p.m., played about 14 songs and finished at about 10:40 p.m. - out of respect as there were neighbours to be concidered - the only disadvantage while playing in someone's living room.

He talked about the background of the songs before he started, just as it seems to be usual with singer/songwriters from the UK or Nothern America - I just happened to experience this on Justin Sullivan's solo tour last November - and again next week.

Let's see if I can remember the songs and stories.... not the right order though, but maybe someone else knows better? ;-)

Before I start to try to remember, maybe a few words about Matthew's music: pop/folk, sometimes cheerful, sometimes sad.. somehow it reminded me of the Grapes of Wrath, a Canadian band in the late 80ies, early 90ies, but maybe this is only because Matthew only played the guitar and his voice reminded me a bit of the songs from their album "now and again" - which is the only Grapes of Wrath-album I own. Not the CD "colour film" though, only the live performance. Strange - I didn't think of them for years ;-).

Most of the songs can be found on his third album colour film, which is quite different from the others (well at least as far as I can say as I only listened to the bits you'll be able to hear on itunes or amazon - Matthew somewhat agreed at least as far as he said that the third album was made by different people than the other two).

I guess he started with a song that describes the life of family de Zoete itself - very nice, the guy is doing the dishwashing all by himself ;-). The good life. In the course of the evening, we were about to learn a lot more about his family, he said. He was right.

One of the stories dealt with his grandparents, living in the Netherlands and who are going to be famous, cause he will continue to talk and sing about them. Well, how to think of grandparents? They're old, have ever been. Ok, somehow deep inside you, you know that they are not, but this remains somewhat abstract.. until you find a super-8-film of them out of the sixties, being young and celebrating, booze and cigarettes and dancing and all that stuff. Colour film.

Then some story about a female singer, who was little-Matthews heroine, when he was about 9 years old...I forgot the name of this woman, seems that I have to attend to another of his concerts: Criminal. One of the most intense songs of the evening, maybe also because it was different with regard to melody, same goes to We're dying or going nowhere; the rest of the songs was quite similar. By the way, I really liked the guitar as single instrument, very intense. In particular the two songs, where Matthew didn't actually play but knocked on the guitar, great. Somehow I preferred this way of playing the songs to the album-versions that I listened to on my drive home, but that maybe is just because live gigs are always great and a lot more intense than listening to some CD in your car or living room. Now, as I write this and listen to the album, I like it a lot, just seems to depend on the mood I'm in. So I really like to hear the album version live in comparison to the guitar-version I already had the chance to listen to. Maybe some venue a little biggger with one or two additional musicians? ;-).

Another story was about a double barrel shotgun hanging above the fireplace in the house in which Matthew's parents moved when he was a kid and that fascinated him (is still hanging there); there was more to the story, but I cannot remember: Double barrel shotgun.

Then there was a time when Matthew's family urged him, aged 30, studying history, to finally write a hit, something to earn money with. So he thought about a subject. And what do you write about in order to be successful? break-up, unfulfilled love, divorce. Well, but he's not unhappy, in the contrary, just got married and can't even think of break-up. So what now? To pretend, using one's fantasy, be creative (there were to other stories in which he wanted to do something, build a fire in a warehouse or factory in his hometown.. was it to impress some girl? - and to build a bonfire in the woods behind the house, singing pagan songs, dancing around the fire coloured all over in bue and having strange haircuts). 'Cause somethimes it's easier to sit on the sofa and pretending than to acually do ;-): We're dying.

And because this isn't true at all and everything is so great and beautiful: a song written for Joanne during their honeymoon (I hope that this was the story behind this song): Bottom of the world.

But as he is - or was - a student of history and history is his passion, there of cause was a song about one of his favourites out of the Greek mythology, Odysseus; pretending to be him and Joanne his Penelope: Idiodyssey.

After that a song about dying, that somehow belongs to life, written in a time, where these things happened to him: an old-aged relative died - and a young cousin due to an accident: Pictures on the wall.

Matthew told us that he likes to be on tour in Europe because people are so polite and listen to his songs.. in Canada, people watch ice hockey instead. So sometimes, he is in some pub, playing, and no one is listening because of this hockey games on the TV screens... well, we were honest and told him not to ever play in pubs on Fridays or Saturday nights when soccer's on - guess we're no better then! Song: Going nowhere.

He played two more songs but I really can't remember the corresponding stories: Nothing special and Who do you think you are?

The two songs about building fires in factories and woods were named Anything is possible and Hunter's Moon, at least I believe they were... the latter live very intense, great!

Now I almost got the 14 songs together, just one is missing: a lullaby, maybe for the little daughter who at some time came to listen - or to soothe the neighbours, who didn't complain at all. The title, hmm, I think it was Lost at dawn, at least it sounds familiar while listening to it.

Really great and highly recommendable. I'd attend again, no matter if in a small venue like this or somewhat bigger... I really would be interested in the live-version of the colour-film-album with all the different instruments :-).

These are the songs I remember - to anyone who knows better: please let me know:

Bottom of the world
Pictures on the wall
Double barrel shotgun
Colour film
We're dying
Criminal
Anything is possible
Hunter's moon
Idiodyssey
The good life
Going nowhere
Nothing special
Who do you think you are?

Albums until now:

Across the sea (2006)
Bottom of the world (2008)
Colour Film (2012)

Link to Matthews site

Thanks again to Matthew and regards to Joanne and Margo and of course to our host and the other 8 people who came to listen, last but not least to Chris who was the connecting link between Matthew and the owner of the living room. I really appreciated the opportunity. ;-)

(c) bat 01/12


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