Nickelback und Daughtry, Arena, Oberhausen, 29.01.2010     

Eigentlich mag ich so große Konzerte gar nicht und immerhin gehen 13.000 in die Arena in Oberhausen – ausverkauft war’s auch. Aber bei Nickelback inklusive Daughtry konnte ich dann doch nicht widerstehen ;-). Wir brauchten eine Weile, bis wir endlich einen Parkplatz hatten und haben es aber dann doch geschafft, 10 Minuten vor Beginn der Vorband Daughtry in der Arena anzukommen. Nette Sitzplätze gegenüber der Bühne, auf der Daughtry dann um Punkt 20:00 h anfingen zu spielen. Leider ohne Leinwand, so dass wir von unserem Platz aus die Jungs nur bedingt erkennen konnten. Songs aus dem ersten sowie dem zweiten Album, etwa eine Dreiviertelstunde – wenn ich mich nicht irre – lang gut gemischt. Wusste gar nicht, dass sie Vorband sind, hat mich umso mehr gefreut. War sehr passend, allerdings fand ich den Sound nicht so gelungen und direkt eine Show haben sie auch nicht abgeliefert. Man müsste sie sich mal solo ansehen - oder in Verbindung mit Lifehouse, was mir aber leider nicht gelingen wird (heute ist übrigens der 22.02. - Auftritt Daughtry und Lifehouse in Köln, leider ohne mich, schnüff).

Aber ich mag die Songs, von daher war das schon mal eine gute Einstimmung.

Nickelback starteten keine Ahnung, um 21:00 h? mit einem song vom neuen Album something in your mouth. Sehr nette Show mit viel Pyrotechnik – wie sagte mein Freund? "wie die ganzen Poser-Rock-Bands aus den 80ern" ;-), außerdem mit netten Kollagen und Bildern auf der Leinwand hinter ihnen oder mit Bildern von der Band, wobei Band meist lebensgroße Aufnahmen von Chad Kroeger hieß. So haben sie z.B. bei I wanna be a rockstar, das sie auf der kleinen Bühne mitten im Publikum gespielt haben, ganz viele Tickets und Backstagepässe eingeblendet von allem, was bei hard- und heavy-rock-stars rang und Namen hat – na ja der ein oder andere Indie/Pop-Star war auch dabei: Killers, AC/DC, Bon Jovi (bei denen sie schließlich mal Vorband sein durften), Ozzy Osborne und diverse andere. Bei einem anderen Song – Photograph natürlich – haben sie Bilder aus ihrer Jugend eingeblendet, alte Fotos von Gegenden, Häusern, Straßen, und natürlich vom Gasometer, der Halle von außen und das Logo von Rot-Weiss Oberhausen. Ein weiteres – if everyone cared - zeigte Menschen, die Dinge in Bewegung gebracht haben, nur eine kleine Gruppe von Menschen oder auch nur einzelne, die trotzdem Steine ins Rollen haben bringen können: die Gründer von Ärzte ohne Grenzen oder Amnesty International, Bono Vox oder Nelson Mandela, sehr berührend – zwar ein kleines bisschen Gutmenschentum, aber das gehört schließlich bei Nickelback dazu, wie wohl auch bei U2, ist aber nicht ganz so aufgesetzt. Irgendwie merkt man ihnen den Erfolg nicht an, sprich, sie wirken noch immer natürlich, die netten Jungs von nebenan, die totalen Spaß dran haben, auf der Bühne abzurocken und die Massen zu unterhalten, überhaupt nicht abgehoben und sehr sympathisch. Hab ich gesagt, wir hatten Sitzplätze? Naja, bis ungefähr Lied zwei haben wir auch tatächlich gesessen, danach war's gelaufen und wir hatten sehr schöne Stehplätze ;-))).

Chad hat viel erzählt, zwischendrin gab’s professionelle Bierwerfer und T-shirt-in-die-Menge-Schießer und ein sehr geniales Trommelsolo von Daniel Adair, in dessenVerlauf das Schlagzeug nach oben gefahren wurde und es sich auch noch einmal um seine Achse gedreht hat – im Anschluss gab’s Zeitlupenbilder vom völlig ekstatischen Daniel und blöde Sprüche von Chad ;-). Im Publikum gab’s zudem Leute mit schönen Plakaten und unterschiedlichen Aufschriften, die Chad dazu animierten, in direkte Zwiesprache zu gehen und Faxen zu machen – wer weiss, ob die Herrschaften bezahlt wurden? Falls nicht: der Unterhaltungswert war hoch, überlegt euch mal, ob ihr nicht Bezahlung verlangt ;-))).

Die Herren hatten einen genialen Live-Gitaristen dabei, Timmii - zumindest schrie Chad den Namen ab und an in die Menge - Timmi sah nicht wirklich so aus, als müsste er so viel Aufmerksamkeit haben, aber da musste er wohl durch ;-). Er durfte zwischenzeitlich auch mal sein Können beweisen und erst mal einen Song von Led Zepplin anspielen und dann: wanted dead or alive von Bon Jovi ;-) – und Chad sang die ersten Zeilen mit – tja, so kanns einem gehen, demnächst sind vielleicht Bon Jovi die Vorband von Nickelback ;-). Hätte er ruhig ganz spielen können, wäre bestimmt nett gewesen. An Chad ist wirklich ein Alleinunterhalter verloren gegangen, hat eine Super-Stimmung verbreitet, hat gemischt deutsch und englisch gesprochen und mitsamt seinen Mannen den Eindruck vermittelt, als gäbe es nichts Schöneres, als freitags abends in Oberhausen auf der Bühne zu stehen und einfach Party zu machen. Und auch wenn er arbeiten musste, wie sagte er doch: er hat den besten Job der Welt – hat man ihm echt abgenommen ;-).

Alles in allem eine klasse Show mit allen Songs, die man so braucht, um glücklich zu sein, aber auf jeden Fall mit Schwerpunkt auf der black horse. Etwa zwei Stunden, wenn man das Gequatsche und das T-shirt-Geschieße abzieht, bleibt ca. 1,5 h reine Spielzeit. Zusammen mit Pyro und Hintergrundbildern und Bildern der Band auf dem Monitor und sehr, sehr schöner Lichtshow war es ein gelungenes Konzert, mit einer durchaus persönlichen Note, und das bei einer solchen Größe und durchgestylter Show – und falls es das nicht war, hat Chad es zumindest geschafft, das glaubhaft zu versichern ;-).

PS: warum nur hatte Ryan ein T-shirt an mit der Aufschrift...?? ;-)

Gem. Recherche im Netz wurden folgende Songs gespielt:

Songs Daughtry: every time you turn around, what I want, ghost of me, no surprise, it's not over (ja!), over you, feels like tonight, you don't belong, home, there and back again

Songs Nickelback: Something in your mouth, Because of you, Photograph, Figured you out, savin' me, gotta be somebody, if everyone cared, If today was your last day, rockstar, burn it to the ground, How you remind me (ja!) // someday, animals (mit viel pyro und nochmehr Nebel)

(c) bat 02/10

Fotos gibts natürlich auch auf einslive


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