Mittlerweile könnt Ihr zwischen diesen Konzerten aussuchen:

Qntal, Zeche Carl, Essen, 14.11.03

Qntal, Matrix, Bochum, 05.05.05

Qntal, Christuskirche, Bochum, 12.04.08

Qntal, Chistuskirche, Bochum, 24.11.08

Qntal, Zeche Carl, Essen, 23.10.10

Qntal, Christuskirche, Bochum, 06.02.2015

Qntal, Christuskirche, Bochum, 16.02.2018


  Qntal, Zeche Carl, Essen 14.11.2003     

    

Ich bin ein wenig verwirrt. Ich habe Qntal nun schon mehr als einmal gesehen und nicht nur 'damals' als Vorband der Lakaien - und trotzdem hab ich keine eigene Seite für sie. Sehr seltsam. Umso mehr ein Grund, dies nachzuholen.

Ein Konzert von Qntal - und ich war nicht irgendwie unterwegs, sondern war tatsächlich da und hatte Zeit, wow ;-) Hatte aber trotzdem vorher keine Karte besorgt und war am 14. abends schon leicht besorgt, ob es denn wohl noch klappen würde mit einer Eintrittskarte. Hmm, es war leer, die Eintrittskarte bestand aus einem Schnipsel 'Wertmarke', alles sehr seltsam. Vorn an der Halle pappte aber ein Plakat, so dass ich davon ausgehen konnte, dass Qntal auch wirklich auftreten würden. Schön. Gegen 8, halb 9 wurde es auch entsprechend voller und es begann irgendwann gegen 20:30 h eine Art Intro, die sich anhörte, wie Nick Cave auf seinen Murder Ballads, vielleicht etwas gemischt mit dem Sänger der Crash Test Dummies. Während dieses Intros stürmten diverse Leute die Bühne, die bereits mit den Qntal-Gongs und Trommeln bestückt war: 5 Frauen mit Streichinstrumenten (Geigen, Bratsche, Cello, Bass) sowie zwei Herren, einer mit, einer ohne.. Bart, beide mit Gitarren. Die Damen blickten ernst, die beiden Herren eher freundlich grinsend ins Publikum und man wartete geduldig, bis das Intro vorbei war. Danach fing der Mann mit Bart - Marcus, Internet macht manchmal schlauer - an, in gleicher Stimmlage zu singen (also war es doch nicht Nick Cave in dem Intro ;-)). Irgendwas mit the ultimate song. Mittlerweile hab ich gelernt, dass das erste Stück A dead man's song hieß. Sehr, sehr schön, einzig der Refrain ist am Ende vielleicht ein wenig zu oft wiederholt worden, aber diese Eigenart haben einige der Stücke dieser Band. Mir sagten sie nichts, hatte aber beim Reinkommen schon auf die CDs geschielt, die neben denen von Qntal lagen und die sagten mir, dass diese Band Chamber hieß. Was Sänger Marcus dann auch nochmal bestätigte und präzisierte: Chamber - L'orchestre de chambre noir. Stil? Hmm, kann man nicht so richtig sagen, nicht alle songs waren gleich, ein bisschen folk, ein bisschen gothic rock, ein bisschen Nick Cave meets Veljanov und Peter Murphy, ein bisschen Klassik und außerdem noch eine Menge Ironie und Spaß bei der Sache mit dem Auftritt. Einige aus dem Publikum kannten die Band wohl schon, den meisten ging's aber glaub ich wie mir und trotzdem schlug bereits der erste Song voll ein und die Leute applaudierten wild. Weiter ging's mit einigen kurzen Geschichten vom Sänger Marcus (die Band stammt übrigens aus Wien, Sänger Marcus würde ich persönlich - wenn ich's nicht wüsste - allerdings eher wie Sigrid und Michael Popp auch nach Bayern stecken, sämtliche Bayern und Österreicher mögen mir vergeben! ;-) ) und diversen weiteren Songs; das Studium der Homepage der Band hat ergeben, dass sie noch Pleasure and Pain gespielt haben, In my garden, einen Song über die Elfen, die im Garten vom Sänger wohnen (stammt von der letzten CD, in der es wohl generell um Märchen und Gespenstergeschichten geht). Thematisch gleich, aber musikalisch völlig anders gab es einen Song, der da hieß: The truth about snow-white. Hier sangen im Background auch die Mädels mit, ein toller Kontrast zur tiefen Stimme des Sängers. Song drei war übrigens tatsächlich ein Cover von Nick Cave (where the wild roses grow) - ich lag mit meiner Assoziation vom Beginn also doch nicht ganz so sehr daneben. Hat mir auch ausgesprochen gut gefallen, dieses Cover; allerdings fand ich die Stimme des Mädels, das den Part von Kylie übernommen hat, ein wenig zu dünn. Kann am Mixen gelegen haben oder daran, dass die Stimme von Marcus einfach zu dominant war. Im großen und ganzen aber gelungen. Danach kam Peter Murphy mit A strange kind of love, echt klasse. Neben anderen - alle konnte ich dann doch auf die Schnelle nicht identifizieren - gab's noch Hometown, Toscana und auch noch eine Zugabe wurde eingefordert und gewährt: Conversation of Prayers. Hier singen die Mädels und der zweite Gitarrist im Background - und sollten auch weitersingen, während Marcus noch ein paar warme Worte zum Abschied von sich gibt - nur wussten sie dummerweise davon nichts und stoppten ganz verschreckt, als Marcus zu erzählen begann. Nachdem dann klar war, was er wollte, haben sie das ganze nochmal versucht und waren erfolgreich ;-)

Auch wenn ich zwischendrin mal ein wenig kritisch war: es war absolut klasse, die Band ist live echt sehr empfehlenswert, auch wenn es ein oder zwei schräge Töne gab oder eine Geige nicht laut genug zu hören war, es war echt sehr, sehr nett. Und so verkauften sich auch die CDs nach Konzertende wie warme Semmeln und die Band hatte ihren Spaß ('hey, schon 40 Stück verkauft' ;-))) ). Wenn auch die Band nicht so unbedingt zu Qntal (der Schwerpunkt hier ist ja doch eher elektronisch?) passte, hat es doch den Geschmack des Publikums getroffen, dass eine Vorband so gut ankommt, ist doch eher die Ausnahme, also: großes Lob!

Nach ca. 40 Minuten, um 21:20 h, ging's dann für Qntal ans Umbauen - eigentlich wurden nur noch die Instrumente von Chamber weggeschafft und schon konnte es losgehen.

Und es ging auch los, um ca. 21:35 h. Fil Groth wie immer an den diversen elektronischen Gerätschaften, Sigrid Hausen - ups, sorry: Syrah - Gesang und Flöte und Michael Popp alles andere wie Oud, Drehleier, Flöte, E-Gitarre, Gongs, Wasserharfe, Trommeln inkl. Gesang ;-).

Sigrid mit schwarzem Rock und weitem Oberteil und wieder mit einer echten Rose als Ring an der Hand. Sie übernahm hier den Part des Vorstellens der Songs, was bei Estampie ja eher die Aufgabe von Michael Popp ist. Witzig war hier außerdem noch, dass sie immer warten mussten, bis Fil den richtigen Knopf für die Background-Geräusche und die elektronische Geräuschkulisse gefunden hatte ;-)

Los ging das Ganze mit einem Song von der neuen Maxi: Stella Splendens. Danach kam eines, von dem ich fast sicher war, dass es doch eigentlich auf einer der Estampie-CDs zu finden ist (war dann aber doch nicht so): Maravillosos; die Übergänge sind halt manchmal fließend ;-)

Dann ging's zu einem Gedicht, das auch Umberto Eco schon inspiriert hat, wie Sigrid erzählte: von der letzten CD Name der Rose, wunderschön.

Es folgten Hynmi Nocturnales, Am Morgen fruo und Ecce gratum. Bei den Hymni Nocturnales - der Geist schwebte über den Wassern - band sich Syrah ein dunkelrotes Tuch um die Schultern und ließ dieses im extra erzeugten Wind flattern. Netter Effekt.

Danach gab es Spiegelglas, das die Kerngeschichte aus der Tristan-und-Isolde-Geschichte erzählt: die beiden trinken einen Liebestrunk, der sie einander so durchsichtig wie Glas macht, einer ein Spiegel des anderen. Dazu fing es auf der Bühne an zu regnen, zwei Scheinwerfer zauberten ein großes Herz in den Regen, Sigrid stand hinter diesem Regen-Licht-Schleier, als Schemen erkennbar. Wenn das Licht aussetzte, war sie klar erkennbar, leuchtete es wieder sein Herz in den Regen, verschwamm sie, wurde fast unsichtbar. Gegen Ende des Songs trat sie dann vor den Regenschleier und war gänzlich wieder da. Wow!

Licht und Effekte waren übrigens generell sehr schön den Songs angepasst, das nur nochmal so zwischendurch.

Weiter ging's dann mit einem Song, der mir persönlich nicht so gut gefällt: Maiden in the mor, ebenfalls von der letzten CD.

Ich wurde aber im Anschluss sofort entschädigt durch Entre moi et mon amin.

Irgendwann zwischendrin spielten sie auch noch Por mau tens (wenn ich nicht irre, falls doch, bitte ich um Korrektur).

Einer der vielen Helfer kam nun auf die Bühne mit verschiedenen Gläsern, unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllt: die oben schon erwähnte Wasserharfe für Michael! Untermalt mit dieser Musik und nur ganz leisen elektronisch erzeugten Klängen sang Sigrid dann Unter der Linden, um uns im Anschluss direkt so zu erschrecken, dass wir vor Schreck fast unserem jeweiligen Hintermann auf die Füße getreten hätten: die ersten Töne von Ad mortem festinamus! Diesmal endlich mir echten Trommeln, Michael Popp gab alles! Echt genial, dieses Stück.

Zum Schluss gab's noch die neue Single Nihil, abwechselnder Gesang von Sigrid und Michael, toll.

Zugaben: zunächst Palaestinalied, noch immer wunderschön, und weil wir so gequengelt haben, gab es im Anschluss noch Jherusalem.

Danach war um 23:10 h nach gut 1 ½ Stunden dann aber wirklich Schluss. War wieder einmal eines dieser Konzerte, wo die Zeit im Fluge zu vergehen scheint und diesmal traf diese Aussage sowohl auf die Vor- als auch auf die Hauptband zu. Sehr, sehr schön. Vielen Dank! Und wer von Chamber und/oder Qntal Fotos gemacht hat und sie gern weitergeben würde, möge sich melden.

(c) bat, 11/03


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  Qntal, Matrix, Bochum 05.05.05    

    

Syrah, Fil und Michael sind unterwegs, um ihre neue CD "Ozymandias" vorzustellen und fanden sich daher im Rahmen einer "Schattenreich-TV-Veranstaltung" in der Matrix in Bochum ein.

Verstärkung gab's live durch einen zusätzlichen Drummer (Name leider unbekannt).

Los ging's um 21:20 h mit den drei Herren und einem instrumentalen Intro. Weiter dann mit Syrah und einem neuen Song, wie sie erzählte: Blac. Dies war im übrigen nicht nur die Farbe der vier auf der Bühne, sondern auch der ca. 150 - 200 Personen, die sich eingefunden hatten, um der Band zuzuhören und ihr zuzujubeln.

Fil hatte Haare gelassen, eine neue Igel-Kurzhaarfrisur; die anderen sahen noch genau so aus wie beim letzten Estampie-Auftritt in Frankfurt.

Syrah war so nett und erzählte zu den meisten - insbesondere den neuen - Stücken, wie sie hießen, von daher sollte die Setlist stimmen. Blac hat mir übrigens ganz gut gefallen, sie bleiben sich treu, wenn die Songs auch eher der letzten CD als den beiden davor ähneln. Der Weggang von Ernst Horn hat sich schon niedergeschlagen, m.E. nach sind die Sachen näher an Estampie herangerückt, was definitiv nicht schlimm sein muss ;-)

Sie machten weiter mit zwei Songs der letzten CD, nämlich Am morgen fruo und Maiden in the mor; letzteres live ganz ok, recht kraftvoll.. auf der CD ist es das einzige, das mir nicht so gut gefällt.

Danach das beste Stück der letzten CD und live absolut großartig: Ecce gratum, echt irre.

Syrah erzählte dann, dass das nächste Lied - vermutlich auf der neuen CD zu finden - wie so viele andere aus den Carmina Burana stammt. Sehr schön, sehr langsam, Syrah zwischenzeitlich mit Flötenspiel: Dulcis Amor.

Danach eines der beiden großen Lieder der ersten beiden CDs - zur sicht- und hörbaren Begeisterung des Publikums - Palaestinalied, wow.

Auf der Bühne fing es nun an zu regnen: ein Vorhang aus Wasser, darauf projeziert Symbole und Bilder und hinter dem Vorhang Syrah, wie auch schon im letzten Jahr in Essen, nur zu einem anderen Song. Leider machte sich dann hier die Unzulänglichkeit der Tube in der Matrix sichtbar: Der Wasservorhang war zu tief hinten auf der Bühne, so dass Syrah eher zu erahnen als zu sehen war, auch wenn sie es sein sollte. In der Zeche Carl vor 1 1/2 Jahren ist dies besser gelungen. Erstaunlicherweise haben sie die Akustik diesmal aber ganz gut im Griff gehabt, es hat sich hier schon um Längen schlechter angehört. Ansonsten war es wie immer hier sehr schnell sehr warm und der Rauch der Zigaretten machte die Bühne, die etwas erhöht ist, ziemlich neblig. Syrah versprach dann auch irgendwann, dass sie ganz bestimmt noch schöner singen würde, wenn das Rauchen reduziert wird. Und da sie so charmant darum gebeten hat, hat es glaub ich auch tatsächlich funktioniert ;-)

Zurück zum Song: Er befindet sich ebenfalls auf der Ozymandias und heißt All for one.

Das Wasser stoppte, dafür wurde es windig und Syrah umhüllte sich mit einem Tuch, das sie während des nächsten Liedes im Wind flattern ließ: Amor volat, die Liebe fliegt. Auch diesen Effekt gab es bereits im vorletzten Jahr, allerdings auch hier zu einem anderen Stück.

Ein weiteres neues Lied beschloss das Hauptprogramm: Flamma, die Flamme. Leider nur eine Stunde, aber im Rahmen von solchen Veranstaltungen nicht weiter überraschend. Es gab aber noch zwei Zugaben, bei der ersten spielte Michael auf einer Wasserharfe und Fil unterstützte nur dezent mit dem Synthesizer; der Drummer hatte noch Pause: Unter der Linden, sehr sehr schön. Das Lied ging dann ohne Pause über in ein "etwas" heftigeres: Ad mortem festinamus, das zweite große Lied der ersten beiden CDs, mit vollem Drummer-Einsatz, sogar noch verstärkt durch Michael an einer weiteren großen Trommel. Will sagen: sehr anders als auf der CD und den ersten Konzerten, "mechanischer", nicht so elektrisch, aber sehr genial! Übrigens die gleiche Lieder-Zugaben-Kombination wie im letzten Jahr in Essen.

Und weil wir alle so begeistert waren und so lieb drum gebeten haben, gab es noch ein weiteres Lied, obwohl Syrah erkältet war und dennoch mit dem Rauch zu kämpfen hatte. Wieder mit Wasser im Hintergrund und ebenfalls neu: Flow. Leider hatten sie keine CDs dabei, weshalb wir tatsächlich bis zum offiziellen Erscheinungstermin am Montag warten müssen, unglaublich!

Ein sehr schönes Konzert, wenn auch etwas kurz, aber zumindest haben wir nun einen Vorgeschmack auf die neue CD und können uns auf weitere Konzerte freuen, die in diesem Jahr bestimmt noch folgen werden.

Cu!

(c) bat 05/05

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  Qntal, Christuskirche, Bochum, 12.04.08    

    

Einlass war gegen 19:00 h, Beginn um 20:15 h, daher hatten wir einige Zeit, den Bühnenaufbau zu betrachten. Rechts, vom Publikumsraum aus gesehen, die diversen Instrumente von Michael Popp, rechts das Keyboard von Fil, in der Mitte - siehe da - ein Schlagzeug, davor das Mikro für Sigrid Hausen alias Syrah. Im Hintergrund der Bühne vier lange weisse Stoffbahnen, die im Lauf des Konzerts farbig angestrahlt wurden. Die Bühne leicht in Nebel getaucht, so dass die vier weissen Punktscheinwerfer Lichtstrahlen auf die Bühne werfen konnten. Unter der Decke vier Licht-Quadrate, die rot, blau, grün leuchteten. Meist grün und blau, manchmal rot und blau oder nur rot, die Bahnen passend farbig angestrahlt. Sehr schön.

Die passenden Bewohner der Bühne kamen gegen 20:15 h, die drei Herren in schwarz, Sigrid im weissen Kleid mit schwarzer Schärpe und schwarzem durchscheinenden Mantel. Los ging es, wie sie sagte, mit einem Lied von etwas, das man nicht so greifen kann, das durchscheinend ist: Translucida, Titelstück der neuen CD. Danach, ohne groß rumzuzicken: Palaestinalied. Sehr schön, wie immer. Danach wie so viele andere auch: ein weiteres Frühlingslied Dulcis amor. Im Anschluss Amor volat (zumindest glaube ich im Nachgang, dass es dieses Stück war - Korrekturen wie immer gerne genommen ;)). Die Farben meist grün mit blau oder blau mit rot, die Stoffbahnen passend eingefärbt, die Scheinwerfer wie Strahlen durch den Nebel auf der Bühne. Wunderschön! Das fünfte Lied war wieder eines von der neuen CD: Departir. Das sechste dann wieder älter: Laudit. Und zum Schluss vor der Pause: ecce gratum, grandios!

Die Pause um ca. 21:00 h dauerte eine halbe Stunde, danach ging's weiter. Neues Element auf der Bühne: Sigrid hatte sich weisse Spitzen"puschel" über die Handgelenke gezogen, was ihre Tanzbewegungen noch ausdrucksvoller machte. Der zweite Set dauerte etwa 40 Minuten, wieder 7 Stücke. Allerdings muss ich beim ersten direkt passen, werde aber nochmal nachforschen. Es war nicht von der letzten CD, ich kenne es, der Name war nicht deutsch, nicht englisch und es war schön. Danach Glacies, Flow my tears, maiden in the mor, monsieur's departure, sumar, Veni. Die erste Hälfte hat mir defitiv besser gefallen, ich mag diese "englischen" songs irgendwie nicht so gern, keine Ahnung, vielleicht, weil mir Qntal und Estampie am besten gefallen, wenn sie Dinge tun, die andere Leute nicht tun, zum Beispiel englisch singen. Geschmackssache ;-). Dafür war Glacies superschön, ebenso wie sumar und veni, veni, veni. Gegen Ende des Sets war ich also versöhnt ;-). Die drei Zugaben haben ebenfalls für einen schönen Abschluss gesorgt: Unter der Linden, Ad mortem festinamus in einer etwas abgeänderten Version (Gitarre mit Schlagzeug statt dem ausdrucksstarken Keyboard/Synthie-Part. Hat mir ganz gut gefallen, passt besser ins aktuelle Bild der Band, aber eigentlich gefällt mir das "Original" besser. Als drittes gab's noch Sleeping, diesmal mit Sternchen auf dem Hintergrund ;-).

Bei Unter der Linden spielte Michael Popp auf einer "Orgel" aus Gläsern, gefüllt mit verschiedenen Wassermengen. Bei Sleeping spielte er auf einem - ich hoffe, meine Nachforschungen haben den richtigen Namen ausgespuckt - Theremin oder Thereminvox oder auch Ätherophon, einem Instrument, das ohne Berührung gespielt wird, nur mit dem Abstand der Hände zu zwei Antennen; die eine Hand verändert die Tonhöhe, die andere die Lautstärke. Sah irre aus, zwar nicht ganz so alt, wie die Instrumente, die Michael sonst immer spielt, dafür aber mindestens genauso ungewöhnlich. ;-)

... Und weil wir dann noch immer nicht aufgehört haben zu klatschen, kamen sie nochmal wieder und entschieden spontan, noch ein Stück zu spielen - nur war wohl keines mehr geprobt - oder es war im Synthie nichts mehr eingespeichert? - auf jeden Fall gab's nochmal Translucida, immer noch gut und auch das Licht hat der Lichtmann extra nochmal anders gemacht als beim ersten mal, diesmal nicht in grün und blau, sondern mit allen Farben, auch mit rot und violett und gelb, sehr schön. Das war's dann wirklich, aber nicht ohne das Versprechen, im Herbst eine etwas größere Tour zu machen - dann mit Herbst- und Winterliedern! ;-). Also bis dahin! Und liebe Qntals, weil ihr gefragt habt: mir hat's ohne Vorband sehr gut gefallen - allerdings kann auch eine Vorband schön sein, das liegt immer ganz daran, wen ihr so auswählt ;-).

Cu in november.

(c) bat, 04/08

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  Qntal, Christuskirche, Bochum, 27.11.08    

    

Einlass war gegen 19:00 h, um 20:00 h ging es pünktlich los, aber mit einer Vorband. Elane, die musizierende Rollenspielgruppe aus dem Sauerland. Eine Sängerin in einem weißen Kleid, Typ "ich bin eine Elfe", ein Typ mit Blazer hinter den Keyboards, ein Gitarrist, der gerne Hardrocker geworden wäre und ein nicht in eine Schublade zu steckender Geiger. Der übrigens wirklich gut war, aber eher für Folk. Das Ganze war irgendwas zwischen Folk und Indie und vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte es beim Folk belassen und es auch als solchen verkauft. 10 songs, zzgl. Happy birthday für die Sängerin gab es, für uns war das alles nichts, aber der Rest der Leute, die da waren (wenige!), waren wohl durchaus angetan. Ich musste mich doch arg beherrschen, wenn zum Start eines Songs eine sauerländisch angehauchte Stimme irgendein bedeutungsschwangeres Intro sprach, insbesonders gut gefallen hat mir das von der Weide und dem Bach..;-). Sie spielte von 20:00 - 20:45 h. Danach wurde es voll. Wir werden wohl das nächste Mal auch später kommen, wenn die Herrschaften wieder Vorband sind. Da ich aber nicht ganz so ungerecht sein wollte, hab ich mich im Anschluss also mal schlau gemacht (zumal hinter uns jemand ganz empört am Schluss des Konzerts sagte, so dass wir es auch ja mitbekommen: "Ich wusste gar nicht dass Qntal eine solch hochwertige Vorband hat"..): Erstaunlich, Elane haben tatsächlich schon drei CDs und kommen bei den Kritikern der einschlägigen Presse tatsächlich ganz gut weg, aber ich fand sie trotzdem kurz hinter Poeta Magica und fand, sie waren ihr eigenes Klischee. Heißt also vielleicht, dass wir einfach keine Ahnung haben. Aber für mich und wohl auch für meinen Begleiter war's gar nichts. Allerdings sind wir inspiriert worden und haben gereimt: "Und komm ich nochmal auf die Welt, werde ich ein Dunkelelb." ;-). Nicht böse sein, liebe Fans und liebe Band, vielleicht waren wir einfach nur zu Schabernack aufgelegt und wollten endlich Qntal sehen...

Es wurde also voll und Qntal, verstärkt um den bereits häufiger gesehenen Drummer, dessen Namen ich leider noch immer nicht weiss, starteten um 21:00 h und endeten mit der letzten Zugabe um 22:40 h.

Es war genial wie immer; die Ziegelsteine der Kirche am ehemaligen Altar wurden wieder bestrahlt mit blauem, rotem, grünen, tw. pinkem Licht. Auf beiden Seiten wurden Dias oder Ornamente oder sich bewegende verschlungene Linien eingeblendet, manchmal auch einfach nur Lichtkreise, in denen die Schattenrisse der Musiker zu sehen waren, sehr sehr schön. Im ersten Song wurde Michael beleuchtet mit grün vor blauem Hintergrund, er spielte wieder dieses eigenartige Instrument, bei dem er sich kaum bewegt, das Ätherophon. Sah super aus, ein bisschen wie der Grinch :-). Geniale Farbshow auf jeden Fall. Siehe auch Beschreibung aus April. Ergänzt um einigen weiteren Schnickschnack, quasi noch schöner.

Los ging es - grün mit Ätherophon - mit Translucida, langsam, unheimlich, grün. Danach ging es direkt mit dem Palaestinalied weiter, sehr schön. Syrah führte wieder durch's Programm und kündigte im Anschluss Floris et blanchaflor an, von der allerersten Qntal-CD, mittlerweile etwas aufgepeppt. Sie wechselten wieder in neuere Zeiten und spielten zwei weitere Lieder von der Translucida, beide sehr schön: Sumer und Departir. Das darauffolgende Ludus ist sowohl auf der Translucida (Bonus-CD) als auch auf der neuen Best-of Purpurea zu finden und erinnert in seinem Rhythmus doch stark an ad mortem festinamus. Im Anschluss spielten sie Dulcis amor, das neben Flamma sicher eines meiner Lieblinge von der Ozymandias ist, sehr ruhig, sehr wenig instrumentalisiert. Syrah machte danach einen Ausflug in die Geschichte von Tristan und Isolde mit Name der Rose, wieder etwas elektronischer, und mit dem wunderschönen entre moi et mon amin. Auch die nächsten beiden waren aus der Tristan-und-Isolde-Geschichte: eines, das ich eigentlich nicht so mag, das aber diesmal live richtig klasse und gruselig gemacht war - das Licht hat natürlich seinen Teil dazu beigetragen: Maiden in the mor. Und Ecce Gratum ist immer gut, schließlich darf Syrah endlich flöten und Michael endlich mal singen ;-). Danach kam ein melancholischeres, ruhigeres, das ich nicht so genau identifizieren konnte. Vom Text her (irgendwas von ic mag nit mer leben?) und weil es ebenfalls auf der neuen Best-of zu finden ist (wie fast alle der oben bereits genannten Lieder auch), tippe ich auf slahte wille, nehme aber gerne Korrekturen entgegen. Tja und dann kam "unser Hit", wie Syrah sagte: natürlich ad mortem festinamus, mit dem sie den offiziellen Hauptteil beendeten. Natürlich kann so ein Lied nicht einfach im Raum stehen bleiben, also gab es Zugaben und zwar Unter der Linden mit Michael an der Wasserorgel, klasse und Sleeping, wie auch schon im April mit Sternchen an der Decke.

Sehr, sehr schön. Und die Kirche war auch gut gefüllt, ich hatte mir bei der Anzahl der Leute, die zur Vorband da waren, schon Sorgen gemacht. Aber es waren dann sicherlich doch gut 400, bei Elane war es vielleicht die Hälfte. Also, liebe Qntals, wenn ihr mich nach diesem Konzert nochmal fragt, ob Ihr eine Vorband mitbringen sollt, dann sag ich lieber nein. Andererseits...wenn ihr wieder so jemand genialen auftut wie das unvergleichliche Orchestre de Chambre Noir, das für mich _die_ Neuentdeckung schlechthin war, dann ist es doch eher ein Zeichen dafür, dass Vorbands durchaus lohnend sein können. Wie schon gesagt, es hängt ganz davon ab, wen Ihr auswählt - und jedem kann man es eh nicht recht machen ;-).

Bis zum nächsten Estampie- oder Qntal-Konzert.

(c) bat 01/09


  Qntal, Zeche Carl, Essen 23.10.2010     

    

Qntal nach 7 Jahren wieder in der Zeche Carl, lange her, wow. Aber ich sollte bei der Vorband starten, bei der es mir übrigens ähnlich ging, wie damals bei Chamber, also liegt's vielleicht am Ort? Immer wenn Qntal in der Zeche auftreten, gibt's gute Vorbands? Man weiss es nicht, die Quote 2 von 2 spricht aber für meine Theorie. ;-).

Also. Um 20:00 h enterten diverse Mädels in leichter Bauchtanz- bzw. Ich-bin-ein-Pariser-Moulin-Rouge-Showgirl die Bühne - gefolgt von einem angezogenen, sich direkt in den Hintergrund verkrümelnden Mann. Ich hatte mich auch schon gewundert, warum das Hackbrett von Qntal plötzlich einen Nine Inch Nails-Aufkleber bekommen hatte ;-). Die leicht bekleideten Damen stellten sich vor als Violet Tribe und fingen an mit einem Stück namens Hurriya (glaub ich) und wir dachten: huch, Bauchtanz goes Gothic? Sehr witzig, die Herren - insbesondere - hatten eine Menge Spaß. Immer eine andere Dame schwang den Bauch und andere Körperteile, Kostüme wurden getauscht, eine Menge wurde umgebaut und Cinnamon Star alias Bianca Stücker führte durch das Programm. Sie war auch die Hauptsängerin. Instrumente wie Hackbrett, E-Bass, Schellen, Trommeln wurden schonmal durchgetauscht, der Rest der Band schien - bis auf den unsichtbaren Mann namens Oliver Pietsch - multiinstrumental begabt zu sein, wobei wir eher den Verdacht hatten, dass ein Großteil der Songs im Vorfeld eingespielt und nun nur abgespielt wurden - die Hauptleistung an diesem Abend bestand aus sehr schönem Gesang sowie sehr schönem Tanz. Witzig, wirklich. Die Musik war eine Mischung aus Mittelalter meets Dead Can Dance meets Orient mit Elektronik. Spannend. Nachforschungen haben aber ergeben, dass sich nicht die Bauchtanzgruppe Rosa gedacht hat, dass der eine oder andere ja auch singen kann und man deshalb einfach mal eine Band gründet, sondern man hat Geschichte. Trotzdem musste ich immer an Pyjamaparty denken und daran, dass die Mädels miteinander so viel Spaß haben, dass das Publikum eigentlich gar nicht erforderlich ist ;-). Egal. Geschichte. Also: Violet Tribe ist ein Nebenprojekt der schon seit 1999 (?) existierenden Band (4 CDs bisher), in der u.a. Bianca Stücker und Oliver Pietsch Mitglieder sind. Die anderen Damen sind ebenfalls schon in Erscheinung getreten (als Tänzerinnen, näheres ist mir nicht bekannt) und wurden - sofern noch erforderlich - kurzerhand musikalisch an diversen Instrumenten ausgebildet. Violet haben noch ein weiteres Nebenprojekt namens Violetta, das sich rein mit mittelalterlichen Texten und zugehöriger Musik beschäftigt (bislang 1 CD), während Violet ähnlich Qntal zwar alte Texte verwendet, die Musik dazu aber neu erfindet (zumindest, seit sie Violetta haben ;-). Erinnert mich alles etwas an Qntal, die sich mit Estampie, dem Al-Andaluz-Project oder auch mit VocaMe ähnlich aufstellen - da soll noch einer durchblicken, wer hier mit wem grade was macht! ;-).

Songs dieser witzigen Combo waren nach Hurriya, The Steam Song (Video des Frankenstein-Stücks auf youtube), The donkey's fiddle machine, Ministry of steel, Against constancy (Gedicht aus dem 17. Jhd), Lamma Badda Yatahanna (nur Gesang, Bianca unterstützt von zwei weiteren Mädels, arabisch (echt?) und sehr, sehr schön). Danach ein instrumentales Stück, bei dem Bianca alias Cinnamon als Tänzerin ran musste und zum Abschluss gab es noch the mad professor, ebenfalls instrumental, dafür aber mit anderer Tänzerin. Alles in allem sehr unterhaltsame 40 Minuten.

Qntal starteten um 21:00 h nach gefühlten 5 Minuten Brummton, der wohl schon das erste Lied einleiten sollte: Translucida. Syrah hatte Quasselwasser getrunken und ärgerte Michael (Dr. Popp, wie sie betonte), Fil, Drummer Markus und die Verstärkung an der Geige hielten sich raus ;-). Die Verstärkung an der Geige kam mir bekannt vor und zwar hab ich sie als Sarah Newman schonmal bei Estampie in Münster gesehen - hier nun ist sie als offizielles neues Live-Bandmitglied - "wir sind ja schon seit dem Mittelalter auf der Bühne und müssen jetzt mal für Nachwuchs sorgen" - vorgestellt worden mit Namen Mariko. Nun denn, herzlich Willkommen! Tolle Stimme, die Geige eine schöne Verstärkung, hat mir gut gefallen.

Nach Translucida kam schon das Palästinalied - dann kann wenigstens keiner quengeln - Syrah versprach aber, dass wir es als Zugabe vielleicht nochmal hören würden, gefolgt von zwei Liebesliedern: Dulcis amor und Amor volat, beide sehr schön. Danach das Lied, bei dem ich immer irgendwie zucke, am Ende ist es aber doch ganz schön: Maiden in the mor. Naja. Das nächste war glaube ich Name der Rose, bin mir aber nicht sicher. Zwischendrin immer wieder Geschichten von Sigrid, die versuchte, Michael aus der Reserve zu locken, die Bier aus der ersten Reihe haben wollte, uns tanzen und sogar hüpfen sehen wollte (meinst Du, wir werden jünger? ;-) ) und die trotzdem keinen Erfolg hatte, Michael dazu zu bringen, Geschichten zu erzählen. So ist das halt: bei Qntal muss Sigrid ran, bei Estampie muss Michael die Geschichten erzählen. Bei den anderen Projekten bin ich mir nicht sicher, ob dort die Rollen auch so eindeutig verteilt sind ;-). Weiter ging's jedenfalls mit Flamma und dann muss ich wieder raten: am morgen fruo? Könnte es gewesen sein. Falls ich anderes lerne - habe mir erzählen lassen, das Mariko sehr aktiv auf Facebook ist, also vielleicht gibt es dort ja dann irgendwann die korrekte setlist. Danach Sumer und das etwas schrägere Glacies. Den Abschluss des Hauptsets machten Departier, Ecce gratum und Veni, letzteres ein klasse Zusammenspiel der beiden Damen. Zwischendrin gab es eine Überraschung: Bianca von Violet Tribe durfte als Bauchtänzerin nochmal ran und eines der Lieder begleiten, was insbesondere die Jungs im Publikum freute. Das Publikum war übrigens mittlerweile angewachsen, ich schätze irgendwas zwischen 150 und 200 Leuten. Bei Violet Tribe waren es knapp 100, wenn überhaupt und wir hatten uns schon gewundert...

Zugaben ab 22:20 h: Unter der Linden, natürlich mit Wasserorgel und ad mortem festinamus, immer noch einfach genial, der song. Als letztes dann noch eines, bei dem ich nicht weiss, was es war. Langsam, traurig, alt-/mittelhochdeutsch. Nicht Palästinalied. Syrah hat, wie sie erzählte, bei der Abstimmung verloren ;-). Es könnte Spiegelglas gewesen sein. Auch hier vertraue ich auf Mariko ;-).

Ende um 22:40 h, schließlich war im Anschluss noch GIP. Sehr sehr schön, wie immer und hoffentlich braucht's nicht so lange, bis sie in egal welcher Konstellation wieder hier in der Gegend auftauchen. Gerne auch wieder mit Violet oder Violet Tribe oder Violetta ;-).

Hier noch einige Impressionen - ich hoffe, den Bands ist es recht:

Violet Tribe

(c) bat 10/10


  Qntal, Christuskirche, Bochum, 06.02.2015     

    

Endlich war die neue Qntal-CD erschienen und ich muss zugeben, dass ich beim ersten Hören enttäuscht war. Sehr schön, aber mir viel zu... Estampie. Nicht falsch verstehen, ich mag Estampie sehr, sehr gerne (das beweist glaub ich auch die Anzahl an Konzerten, die ich von Estampie, Al Andaluz Project und sonstigen Nebenveranstaltungen schon angeschaut habe), aber ich erwarte halt immer noch, dass es sich elektronischer anhört, etwas, hmm, vielleicht schräger oder progressiver? Ich weiß gar nicht recht, wie ich es beschreiben soll. Jedenfalls hab ich nach dem ersten Hören die Platte erstmal wieder weggelegt (bildlich gesprochen natürlich). War nett, gar keine Frage, tolle Melodien, aber eben zu wenig Qntal. Mittlerweile glaub ich, dass ich mich daran schon vor gefühlten 5 Platten hätte gewöhnen sollen, weil die ersten beiden, noch mit Ernst Horn, einfach nicht mehr _der_Qntal-Sound sind sondern eher alle anderen. Und nach mehrmaligem Hören und insbesondere nach dem Konzert ist sie echt sehr sehr schön. Und der elektronische Part und der Part der "neuen" Instrumente, der vielleicht beim Hören der Platte ein bisschen in den Hintergrund gerät ist beim Konzert mehr als deutlich.

Also. Neues bei Qntal. Mariko alias Sarah Newman, die in den letzten Konzerten schon immer als Gast mit dabei war, ist jetzt fester Bestandteil von Qntal. Synthesizer-/Keyboard-Spieler Fil hat die Band verlassen und wurde ersetzt durch Leon Roth (der erstaunlicherweise namentlich gar nicht vorgestellt wurde, tz). Mit dabei auch wieder Drummer Markus, der die ganze Zeit gegrinst hat und irgendwie einen Heidenspaß hatte... kann, muss aber nicht daran gelegen haben, dass er einen ausgezeichneten Blick hatte auf Syrah alias Sigrid Hausen und noch mehr auf Mariko, die mit einem durchaus gewagten Kleidchen (vorne kurz und hinten lang) auf der Bühne herumstolzierte.

Das Erzählen übernahm wie immer bei Qntal wieder Syrah, ergänzt ("immer muss er alles besser wissen") durch Dr. Popp. Bei Estampie darf Michael Popp mit Wissen glänzen und Sigrid ergänzt, die Welt muss halt ausgeglichen sein.

Die Kirche füllte sich übrigens gut, diesmal aber durchaus mit gemischtem Publikum, fast so als wolle sich nicht nur die Musik, sondern auch das Publikum dem Estampie-Auftritt annähern. Oder die Leute sind einfach älter geworden, die schwarzen Klamotten sind eingelaufen und nicht mehr ersetzt worden, wer weiß?

Start mit leichter Verspätung um 20:12 h mit dem ersten song der neuen Platte, die wieder schlicht VII heißt: Flaming Drake. Leider hab ich mir nicht alle Geschichten merken können, die Sigrid über die Lieder erzählt hat, mal sehen, ob ich wenigstens ein paar der Komponisten noch weiß. Weiter mit dem nächsten neuen, Tenacious Love. Hier hat Sigrid wie bei so vielen der folgenden Songs erzählt, dass es sich um ein Liebeslied handelt, Liebe die alles durchdringt. Sehr eingängige Melodie, gefällt mir gut. Danach eines, nach dem natürlich alle immer schreien und das - so Syrah - schon der eine oder andere mitsingen kann. Fast ;-). Palästinalied, einfach großartig.. Weiter wieder mit einem der neuen, diesmal aus Frankreich Rossignolet. Direkt gefolgt von einem aus England, tiefstes Mittelalter: Blow the northerne wynd. Gefällt mir gut, irgendwie.. düster. Spannend mal wieder die Instrumente, neben dem Keyboard und dem PC von Leo waren neben diversen Streichinstrumenten, einer zusätzlichen Trommel, Marikos Geige, Syras Flöten auch wieder seltsame elektronische Instrumente Bestandteil der Bühnenausstattung, dazu komm ich aber noch. Zunächst mal ein uns schon etwas länger bekanntes und wild bejubeltes Stück: Veni von der Qntal V. Gut, wieder zurück zum neuen Werk, das ja schließlich auch Sinn der Versammlung war: Swebend von Heinrich von Morungen (um 1225). Syrah erzählte, dass es sich hier ja um ein Liebeslied handelt - echt? - und der Schreiber sogar vor Liebe erschrak (dass mein leib vor freude schrak, und ich nicht vor liebe weiss, was ich vor ihr sprechen mag - Nachdichtung Friedrich Wolters.). Dieser Song wurde sehr elektronisch und mystisch, geradezu magisch untermalt durch das oben erwähnte magische und gar seltsame Gerät, das Dr. Popp nur mit Handbewegungen gespielt hat. Ich hab's schon häufiger versucht zu beschreiben und hab auch jedes Mal nachgeschlagen, wie es denn wohl nun heißen mag, weil ich es mir irgendwie nicht merken kann. Dieses Mal gab es nach dem Song eine entsprechende Geschichte von Sigrid - natürlich ergänzt durch Dr. Popp. Es handelt sich um ein Theremin und auch wenn sich das irgendwie... griechisch anhört ist es wohl der Name des Erfinders, einem Russen (Lew Termen, der sich in den USA LeonTheremin nannte), angeblich einem Spion, der eigentlich was zum Spionieren erfinden wollte, aber stattdessen ein Musikinstrument erfand (um 1920). Die Töchter seien noch immer die besten Theremin-Spielerinnen überhaupt. Sagte Dr. Popp. Vielleicht auch nur ein Hoax - zumindest das mit dem Spion - , aber eine nette Geschichte war's allemal ;-).

Gefolgt wurde das Ganze dann von einem Frühlingspotpourri, gesungen von Mariko, zum einem dem auf der neuen Platte befindlichen Frühlingslied, zum anderen gemischt mit einem französischen Frühlingslied (den Namen muss ich euch schuldig bleiben). Nett. Geplänkel zwischen Dr. Popp - der hier im Hintergund auch gesungen hat, sehr nett. Syrah erzählte, dass es ein ganzes Lied nur von ihm auf der neuen Platte gibt - er aber sich dann nach den Proben doch nicht getraut hat, es mit auf die Setlist zu setzen. Damit bliebe dann halt nur ecce gratum, was dann noch käme. Erstmal aber eines von Meister Eckhart (auch Eckhart von Hochheim), dem Mystiker: In dem begyn; hier hat sich Syrah irgendwie sehr zur Freude aller Anwesenden verheddert: irgendwas mit nichts und ich und "ihr werdet es schon hören". Klar, wenn wir mittelhochdeutsch verstehen bestimmt ;-) . Sehr schön. Dann aber das versprochene Ecce gratum und die Sangeskünste von Dr. Popp. Es ist und bleibt einfach ein sehr, sehr großartiges Stück von der Qntal III! Wow. Und damit auch allen klar ist, das er alles kann und alles weiß, trommelte Dr. Popp auch noch, bei Flamma (Qntal IV). Auch so einem genialen Stück, sehr super. Dann, ohne Kommentar und Überleitung ging ein Lied los, man wunderte sich, Syrah sprach stop, stop, stop, gab dann auf und sang mit und dann, hurra, hat Leo den Knopf zum Ausschalten gefunden ;-). Alles lachte und Syrah konnte die zugehörige Geschichte dann doch noch erzählen. Denn: es handelt sich um eine absolute Ausnahme, ein Novum sozusagen. Denn: es ist ein hochdeutsches Lied und noch dazu eines aus dem 21. Jahrhundert. Jawohl! Gedichtet von Markus Heitz, Fantasy-Autor und Freund der Band. Und das Lied ist irgendwie wie seine Bücher. Kurz, dunkel, blutig. Naja, wobei "kurz" es irgendwie doch nicht ganz trifft. Gibt es wohl in drei Varianten, hier wurde uns eine Mischung aus allen drei Versionen zuteil, sehr, sehr gelungen. Ein Song, der mir seit Tagen (heute ist dienstag, das Konzert war freitag) nicht mehr aus dem Kopf geht: Schnee. Auf der neuen Platte in abgewandelter Form - die der hier dargebotenen ähnlicher ist und die mir auch noch besser gefällt - auch nochmal als nox aeterna vertreten. Wie sagte Syrah doch so schön? Ein Schneecocktail ;-).

Tja, Ende Hauptset um 21:22 h.

Die erste Zugabe war schon klar, als eine Glassharfe hereingetragen wurde: Unter der Linden, sehr schön, zusätzlich noch durch stimmliche Akzente von Mariko in ganz andere Sphären entrückt. Wow. Und dann natürlich unser aller Liebling: Ad mortem festinamus. So genial es ist, es ist schon anders als alle anderen gespielten Stücke und war irgendwie ein Bruch im Gesamtkonzept. Aber ohne geht halt nicht ;-). Wow. Immer noch eines meiner absoluten Lieblingsstücke und das nicht nur von Qntal sondern überhaupt. Ende um 21:34 h, aber wir konnten sie noch für ein weiteres Stück gewinnen - diesmal kein Liebes- sondern ein Begräbnislied (eines englischen Bischofs im Mittelalter, wenn ich mich recht entsinne), das den Qntals aber nicht wegen des Inhalts sondern wegen der Melodie so gut gefällt: Melos Lacrimosum, auch von der neuen Platte, ein sehr schöner Abschluss eines tollen Konzerts (21:40 h). Gerne wieder, egal in welcher Zusammenstellung.

Syrah

(c) bat 02/2015


  Qntal, Christuskirche, Bochum, 16.03.2018     

    

Qntal hat am 09.03. ihre neue Platte Nr. VIII – Nachtblume (Dichter Joseph von Eichendorff - Fokus auf die deutsche Romantik, wie Syrah im Interview vorab mal verriet) veröffentlicht und wir hatten die Ehre, das erste Konzert zur Platte miterleben zu dürfen. Wie gewohnt gab es wieder diverse Instrumente auf der Bühne und neben Sigrid Hausen alias Syrah und Dr. Michael Popp waren der neue an den Geräuschknöpfen – Leon – und der ebenfalls schon bekannte Drummer Markus aus Berlin – hinter all den Instrumenten zu finden. Sigrid meinte zwischendrin, sie müsse sich immer anhören, dass sie es ja sooo leicht hat – und hielt ihre vielleicht 10 cm lange Flöte hoch, die vermutlich auch um die 10 Gramm wiegt – im Gegenteil zu manch einer Trommel oder einem der diversen Streichinstrumente, nicht zu vergessen das allseits beliebte Theremin. Stimmt ;-). Mariko war diesmal übrigens nicht mit dabei.

Start um kurz nach 20:00 h mit dem Titelstück der neuen Platte: Nachtblume. Sehr schön. Ich mag die Christuskirche, dieses Licht, das sich in den unregelmäßigen Backsteinwänden bricht, die gezackte Decke, großes Kino, echt schön - und dazu diese sphärische Musik mit Syrahs genialer Stimme. Es war wieder alles dabei, Sigrid, die gut gelaunt durchs Programm führte und den Hintergrund der Songs erklärte, neue und alte Lieder – darunter meine zwei bis drei Lieblingslieder ad mortem festinamus, Palästinalied und ecce gratum – und erstaunlicherweise auch o Fortuna, das auf der neuen Qntal zu finden ist, eines meiner Lieblingsstücke von der Estampie-Platte Ondas, wobei dort eine männliche Stimme den Gesangspart übernimmt und es überhaupt doch auch eher anders ist.. aber die Flöte ist sehr, sehr ähnlich und die Fassungen sind beide großartig ;-). Da ich es leider nur kurz geschafft hatte, in die neue Platte reinzuhören, war das vor dem Konzert irgendwie an mir vorbei gegangen. Umso schöner! Weiter ging es nach der Nachtblume aber auf deutsch: neuer Song von Markus Heitz: Echo. Auch wieder schön, aber nicht so "im-Hirn-Hängenbleibend" wie das Stück, das er der letzten Platte zur Verfügung gestellt hat - und das wir auch noch zu hören bekommen sollten. Wie sagte Syrah: ganz schön schwierig für einen Autor, der sonst immer tausende von Seiten in Büchern schreibt, sich auf 5 Zeilen zu beschränken. Kann ich mir lebhaft vorstellen ;-). Weiter dann mit einem englischen Blow northerne wynd von der letzten Platte (Gedicht aus dem 14. Jahrhundert). Weiter mit dem Frühlingslied (aus der Sammlung der Carmina Burana, wie Syrah uns verriet). Dann wieder englisch mit Tenacious Love (wenn ich richtig geforscht habe anonym aus dem 17. Jhd.), ebenfalls wie auch das Frühlingslied von der letzten Platte, die einfach nur VII heißt. Weiter mit Veni, immer wieder toll, auch aus den Carmina Burana. Dann wieder eins von der neuen Platte: Parliament of Fowles (Vögel) von Chaucer (1342 - 1400). Das Gedicht - mittelenglisch - umfasst etwa 695 Zeilen, habe auch einen kurzen Auszug gefunden darüber, was es denn bedeutet. Den link dazu - hier auch der komplette Wortlaut des Gedichts - hab ich ebenfalls eingefügt:

"(...)The plot is about the narrator who dreams that he passes through a beautiful landscape, through the dark temple of Venus to the bright sunlight. Dame Nature sees over a large flock of birds who are gathered to choose their mates. The birds have a parliamentary debate while three male eagles try to seduce a female bird. The debate is full of speeches and insults. At the end, none of the three eagles wins the female eagle. The dream ends welcoming the coming spring."

Weiter ging es wieder deutsch mit Swebend, wieder von der letzten Platte. Hier kam dann wieder mein liebstes mittelalterliches Instrument - hust - das Theremin zum Einsatz. Würde zu gerne mal versuchen, dem Ding Töne zu entlocken. Wie man das aber gezielt machen kann und sich den richtigen Abstand für den richtigen Ton merken kann, ist mir ein Rätsel. Dann erzählte Syrah, dass Dr. Popp sich ein weiteres Gedicht von Eichendorff vorgenommen hat, die Musik geschrieben hat und sie es einsingen sollte. Hat sie gemacht. Hat dem Meister nicht gefallen. Hat sie nochmal gemacht. Hat ihm wieder nicht gefallen. "Dann mach's doch selbst". Und das hat er auch. Die finstere Nacht (das Gedicht heißt "Nachtwanderer"). Hmm. vielleicht lag's am Sound, vielleicht muss das so, aber verstanden hab ich von Dr. Popps Gesang jetzt nicht soo viel. Seltsam. Es erschlich sich mir der Gedanke: "Och nö, lass das mal wieder die Syrah machen ;-)." Obwohl ich die Musik richtig gut und treibend fand, nur die Sache mit dem Gesang...wenn ich es jetzt so auf der CD anhöre, könnte das eins der Lieder werden, das mit häufigerem Hören immer besser wird. Im Konzert jedenfalls war es das noch nicht. Im Anschluss erstmal 15 Minuten Pause.

Weiter nach der Pause dann mit Music on the waters, wieder von der neuen CD. Weiter wieder mit deutsch - in dem Begyn, wieder von der VII. Und dann ganz ohne Zwang und dass man es geahnt hätte ad mortem festinamus. Yes! Es begleitet sie, verfolgt sie fast, jawohl. Das Lied, mit dem sie mir zuerst begegnet sind, als Deine Lakaien und Qntal alles noch eine Sauce waren und der Zwischenfall noch nicht abgebrannt war ;-). Deutlich anders als die anderen Songs, die seitdem (das sag ich gefühlt seit Platte 2 ) das Licht der Qntal-Welt erblickt haben aber nach wie vor großartig. Hier war einer der Momente, in denen ich sehr, sehr gerne getanzt hätte ;-). Weiter dann mit O Fortuna in der Qntal-Edition, auch sehr, sehr schön. Hier wurden uns dann netterweise mal Leon und Markus vorgestellt, bevor es weiterging mit Schnee. Song von Markus Heitz, wie schon erwähnt. Sehr plakativ und ein bisschen blutig, wie auch seine Bücher, aber ebenso wie diese sehr... unterhaltsam. Beißt sich fest und live einfach ganz, ganz großes Kino. Entwickelt eine gewisse... Wucht. Schluss dann um 21:55 h. Zugabenset Nr. eins startete mit Maiden in the moor - acoustic, Dr. Popp mit akustischer Gitarre ohne Verstärkung. Schön. Vorher wurde noch der Text von beiden erläutert. Und dann noch eines meiner Lieblinge, das Palästinalied (Walther von der Vogelweide). 22:07 h. Zugaben Teil 2 bestand aus dem großartigen Ecce gratum (auch wenn neben mir lautstark nach Flamma gerufen wurde, was jetzt auch nicht unbedingt schlecht gewesen wäre). Dieses Lied ist live einfach mega. Sie gingen um 22:13 h und ließen sich nochmal überreden zurückzukommen. Ihnen seien aber nun leider die Zugaben ausgegangen, daher würden sie - zumindest für ein Lied - wieder von vorn anfangen: Also nochmal Nachtblume, diesmal mit etwas mehr Gejohle und Geklatsche, wie immer werden die Leute wach, wenn's dem Ende zugeht. Standing Ovations gab's natürlich sowieso, auch schon vor dieser letzten aller Zugaben.

Toll war's, gerne wieder. Ich war sehr zufrieden und freue mich sehr auf die nächsten Konzerte mit Qntal/Estampie/Al Andaluz Project sonstigen Nebenprojekten.

(c) bat 03/18


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