Hier gibt's noch den Bericht von den Red Paintings als Vorband von den Krupps

The Red Paintings, Krefeld, 10.05.2017

The Red Paintings, Oberhausen, 28.06.2018


Foto der Chameleons The Red Paintings, Kulturrampe, Krefeld, 10.05.2017

Ein schöner, fast warmer, Tag im Mai. Australier sind zu Besuch in Krefeld. Schon der Kartenvorverkauf war, sagen wir mal, schwierig. Zumindest für Nicht-Krefelder. Trotzdem war die Kulturrampe rappelvoll, habe irgendwo gehört, dass es sogar ausverkauft gewesen sein soll. Naja, heißt, dass vielleicht 100 bis 150 Leute da waren. Und weil es so warm war und so voll, hat man den Frontscheinwerfer für die Bühne nicht angeschaltet. Was schade war, weil man mindestens von Trash McSweeney, dem Sänger der australischen Band The Red Paintings, nicht so viel gesehen hat. Dabei ist er eigentlich ganz hübsch anzuschauen und sein Kostüm, das schon als Vorband der Krupps die Show war, war echt der Hit. Schade drum. Andererseits war's wirklich richtig warm, selbst das Leinwandmodel musste irgendwann, obwohl sie noch nicht fertig bemalt war, mitten im Konzert aufgeben und von der Bühne runter. Also vielleicht mit dem Scheinwerfer doch alles richtig gemacht, auch wenn's um die Optik wirklich schade war. Wollte aber nochmal kurz zurück zum Vorverkauf. Die Online-app tat's nur bis Ende April, Konzert war aber im Mai. Varianten waren dann ein Instrumenteladen (Bässe), ein Tattoo-Studio und ein Naturkostladen sowie die Kulturrampe selber, aber nur am Wochenende. Sprich, wenn man nicht in Krefeld ist, wenn man hier nicht wohnt ;-). Naja, der Naturkostladen und ich sind dann irgendwann überein gekommen, so dass dem Konzert nichts mehr im Wege stand. Winziger Laden, unten eine Mini-Kneipe, davor zwei Tische, alles auf dem Gelände des Großmarkts in Krefeld in der Nähe der Kufa. Die Treppe hoch ging's dann in den Konzertsaal – oder eher das Konzertwohnzimmer, mit einer kleinen Theke, einer Bühne fast auf Publikumshöhe und einem Außenbereich zum Rauchen. Nett verziert mit Schaufensterpuppen und Gitarren. Sound und Licht von einer Balustrade weit über den Menschen (da war's bestimmt noch wärmer als unten!). Die Band selber wurde gegründet 2000 in Australien, sie besteht aus dem schon erwähnten Trash, hoch gewachsen, schlank, als Sänger und Gitarrist und abwechselnden anderen Personen, aktuell sind's drei Damen, Geige, Bass und Drums. Auch glaub ich irgendwie andere als noch auf dem Krupps-Konzert, bin mir nicht ganz sicher. Geige und Bass waren beide wie Japanerinnen gekleidet mit entsprechenden Frisuren, die eine mit schwarzen, die andere mit roten Haaren, sehr hübsch (soweit ich was gesehen habe – der Scheinwerfer!). Die Kostüme der beiden ähnlich wie im letzten Jahr als Vorband der Krupps. Die Drummerin eher im Arbeitsdress – und sie hat getrommelt! Wirklich großes Kino! Hat sich wirklich ins Zeug gelegt und war gut dabei, echt spitze. Hab immer mal wieder daran gedacht, dass ich am Samstag ja The Mission sehe, die einen eher unbegabten Drummer haben und hab mir gewünscht, dass ich sie mir für diesen Abend ausleihen könnte ;-). Klasse! Trash dann mit einer Art Brokatkleid-Überzug-Dings, ein bisschen Japanisch/Mongolisch angehaucht, aber mit reflektierenden Bildern von Augen drauf und irgendwelchen LED-Schnüren. Auf dem Rücken einen Rucksack, der ein bisschen an einen stacheligen Käfer erinnert hat (schwarzes Gummi?) und auf dem Kopf einen schwarzen Stachelhelm. Naja, muss man mögen. Ihm war glaub ich auch ein bisschen warm, zog und zupfte auf jeden Fall immer am Kleid rum. Im Hintergrund der Bühne ein Verstärker (Marshall), darauf drei Plastik-Alien-Figuren (Elliot, das eingelegte Alien, das man für 500,- auch kaufen kann, war natürlich auch wieder dabei). Und eine Art Ventilator in Form eines Laufrads mit Hamster. Ich hoffe, er war nicht echt. Irgendwann war der Verstärker ausgeschaltet und machte trotzdem "wuuusch". Was zu Verwirrung führte, bis man Trash erklärte, dass seine Elektronik im Kleid dafür wohl verantwortlich sei. Danach ist er dann häufiger und absichtlich vor dem Verstärker rumgehobst ;-).

Dann ging's los, 20:47 h. Orchestral Art Rock Dings. Live großartig, die meisten Songs nichts für mein Wohnzimmer. Obwohl man es nicht weiß. Es gibt erst eine Platte, die neue lässt auf sich warten. Über Pledge wurde zwar schon gesammelt, die Band ist aber derzeit ohne Management und irgendwie stockt der Plattenaufnahmeprozess – zumindest gab's beim Merch wieder eine Sammelbox für die Platte. Die Finanzierung scheint damit noch nicht abgeschlossen. Von sich selber sagt die Band auf ihrer Homepage: "Their appeal reaches baroque-pop steam-punks, metal-heads, indie-rock fanatics, and beyond. They incorporate multimedia performance art wherever possible and seek submissions from local artists who paint the band’s live energy onstage in real time. With costumes, conceptual stage shows, live painting and human canvases their performance combines sound and visuals to create an experience that stimulates the senses and minds of the audience". Beschreibt es vielleicht besser als mein orchestral-art-rock-Dings. Trash hat eine echt schöne Stimme – insbesondere wenn er sie noch mehr zum Singen nutzen würde oder wenn sie nicht untergehen würde vor lauter lautem Instrumentengespiele. Ab Lied vier wurde jemand fürs Malen gesucht, da sich niemand fand, hatte man wohl vorsichtshalber im Vorfeld schon jemanden gefunden. Ein Mädel mit Phantasiemaske durfte das in gold angemalte Model (wohl auch aus dem Publikum), das wieder wie bei den Krupps eine Maske aufhatte mit Spiegelaugen, anmalen. Sie hatte auch noch eine Leinwand an der Seite der Bühne stehen, die sie ebenfalls bemalen durfte. Hat sie auch brav gemacht, auf den Bauch hat sie The Revolution is never coming geschrieben – was auch das vorletzte Lied des Konzerts war – weise Voraussicht - oder Erinnerung, dass sie auch bloß nicht vergessen es zu spielen? ;-). Die songs waren ein bisschen schwierig, leider war der Sound nicht so gut, dass ich ohne weiteres verstanden hätte, was Trash denn da so singt - hab's aber mittlerweile glaub ich rausbekommen (Danke an Steffi für die Setlist, wenn auch aus Oberhausen und an den Bericht auf depechemode.de und natürlich monkeypress.de). Start mit God save silence , weiter mit Chinese Whispers. Das dritte war irgendwas mit rock'n' roll und not sorry:  it is as it was. Das vierte kannte, ich, war nämlich ein cover: they don't really care about us, Trash verzeih ich sogar Michael Jackson. Danach eines, das ich auch auf der Krupps-Tour schon toll fand: Streets fell into my window (Alice im Wunderland, eher Sprechgesang, aber sehr intensiv). Hier schritt dann das Leinwand-Model auf die Bühne, gefolgt von der Dame, die sie anmalen würde. Eigentlich war die Bühne dafür viel zu klein, die Band musste auch quer durch Publikum, um überhaupt auf die Bühne zu kommen, alles ganz schön viel Wohnzimmeratmosphäre, quasi richtig kuschelig - auch temperaturmäßig ;-). Dann irgendwas mit last day, grey sky, black stars: Surreal Opus. Das nächste startete mit einem eingespielten Nachrichtensprecher, der irgendwas von Aliens erzählt hat: Wasps, danach Fall of Rome. Trash stoppte mitten im Lied, sagte was von so, jetzt sind 20 h rum, ihr seid dazwischen alle von Aliens entführt worden, ohne dass ihr es gemerkt habt, die haben jetzt deutsche Organe, werden damit Hybriden bauen und die Welt und den Weltraum erobern. Oder so. Ist klar. Vorher hat er übrigens irgendwas von magic mushrooms erzählt. Ob das einen Zusammenhang hatte? ;-). Dann Lied Nr 8: this could be our last train home. Das nächste hatte viele Trommeln, sehr, sehr schön und laut: irgendwas mit Curse. Bei Nr. 10 bin ich raus, hier hab ich nichts verstanden, was bei der Liedfindung helfen könnte, vielleicht gehröte es auch noch zum vorherigen Lied oder alles war eins (denn auf monkeypress.de kam direkt hinter Fall of Rome Mad world - aber es waren deutlich mehr songs, es sei denn, die Herrschaften machen Künstlerpausen innerhalb eines Lieds ;-) ). Dem Model war warm, hat sich vorher schon an die Wand gelehnt gehabt, jetzt ging's nicht mehr und sie wurde von der Bühne gebracht. Nach Maske ab und vermutlich einem bisschen frischer Luft und Wasser war sie aber wieder ganz vorne im Publikum mit dabei. Unsere Malerin bearbeitete stattdessen die aufgestellte Leinwand.

Danach mein Red-Paintings-Lieblingslied kurz vor Streets fell into my window und Revolution, weil er da so schön singt – zumindest am Anfang: das Tears for Fears Cover Mad World. Ganz, ganz groß! Danach dann wieder irgendwas mit power to cease you und 21st century: Arctic is screaming. Das nächste war You're not one of them. Und zum fast guten Schluss dann noch Revolution is never coming, wie es schon auf dem Anmal-Model stand. Am Ende wollte er für 3 Zeilen (xxx, for your protection) noch Worte haben , Dinge die es gibt zum _Ironie an_ "Schutz der Bürger" _Ironie off_. Jemand sagte "Trump". Trash verstand Drugs. Fand das – siehe magic mushroom irgendwie nicht nachvollziehbar, hat's aber trotzdem gesungen – und dann wurde ihm nochmal erklärt, dass er wohl was an den Ohren hat, auch wenn er meinte, das läge sicherlich am Akzent des Senders. Die beiden anderen Sachen, die genannt wurden, weiß ich nicht mehr, doch eins war Music, was er auch komisch fand, und hier muss ich ihm definitiv recht geben, er hat's aber erklärt und meinte, ja, wenn er sich Nickelback vorstellt, könnte er das nachvollziehen;-). Dann erzählte er, er habe ja einen Alien geschenkt bekommen von seiner Geigerin, weil er Geburtstag habe und sich über Spenden für das neue Album freuen würde (ist klar), hat dann aber ein wirkliches Geburtstagskind – Tanja - auf die Bühne geholt, sie gedrückt und uns genötigt, noch ein Geburtstagsständchen zu singen – war irgendwie schief ;-).

Zum guten Schluss dann noch das Motto der Tour: Deleted romance, sehr schön. Und dann war's vorbei um 22:09 h.

Die Herrschaften – zumindest Trash, als ich gegangen bin – waren dann noch für Fotos, Unterschriften und Geplauder am Merch. Echt gelungen. Wenn Ihr noch die Gelegenheit habt, sie sich anzuschauen, macht das auf jeden Fall, heute zum Beispiel (19.05.) sind sie in Oberhausen!

Hier noch ein paar schlechte Aufnahmen weil ohne Licht:

(c) bat 05/17


Foto der Chameleons The Red Paintings, Druckluft, Oberhausen, 28.06.2018

Veranstaltungsort: Sehr kleines Jugend-/Kulturzentrum mit Biergarten bei schönem, warmem Wetter. Mit einer Band, die zunächst mal nebenan entspannt am Tisch sitzt (man erkennt sie kaum ohne ihre Kostüme), während die Begleiter der Band mehrfach versuchen, einen Freiwilligen für das Body-Painting-Dings zu finden. Leider ohne Erfolg :-).

Leider waren nur so um die 80 Leute da und davon noch einige, die gar nicht so aussahen, als würden sie ein Punk-/Rock-man-weiß-es-nicht-Konzert (Art-Prog-Rock findet man im Netz als Beschreibung oder auch Orchestral Art Rock – meinetwegen auch das) anschauen wollen, aber bunt gemischt ist ja immer gut. Hat sich allerdings gegen Konzertmitte dann doch noch als richtige Einschätzung erwiesen ;-).

Der Merch wieder mit netten T-Shirts und allerlei Alien-Zeugs und sonstigem… Kitsch aus Animé- und anderen Filmen sowie natürlich dem kleinen Alien im Glas – diesmal aber war sogar noch sein Bruder dabei und stand neben allerlei Leuchtzeugs und dem Hamster im Rad auf der Bühne.

Start ohne Vorband um 20:40 Uhr. Kostüme wieder gleich aufwändig, dieses Mal war's vielleicht nicht ganz so warm wie letztlich in Krefeld in der Kulturrampe, aber dennoch ganz ordentlich. Am meisten geschwitzt und gearbeitet hat wieder die Drummerin, die wirklich mit Herz und Seele dabei ist, sehr beeindruckend. Als Body-Paint-Model musste dieses Mal – laut Trash – seine Tante herhalten (die Mama wollte er nicht, die Tante wäre schon irgendwie schwierig genug.... sie hatte aber diesmal keine Sonne-/Mond- sondern eine Insektenmaske auf und war damit und mit der schwarzen Grundierung ohnehin nicht zu erkennen). Als Malerin hatten sie eine Freundin aus New York dabei. Parallel wurden von einem ortsansässigen Künstler (ich glaube er war auch schon in Krefeld dabei) zwei Bilder gemalt – immer quasi gleichzeitig zum Konzert. Beide sehr schön, das eine in eher blauen Tönen, das andere in grau mit rot und schwarz, beide toll, das zweite fand ich aber noch schöner.

Band und Musik – wie immer tolle Show und die Musik absolut gewöhnungsbedüftig und nix, aber auch gar nix für mein Wohnzimmer, es sei denn, wir reden von Alice im Wunderland (Streets..) oder von der genialen Cover-Version von Mad World.

Vor der Bühne tanzte ein etwas angetrunkener Herr mit Iro und Anzug mit Weste sowie eine vermutlich dazugehörige Dame mit regenbogenbunten Haaren und einem weißen Kleid. Irgendwann erwähnte Trash, dass ihm das outfit gut gefiele, worauf er dann gelernt hat, dass die beiden an just diesem Tage geheiratet haben. Großes Hurra bei den Gästen. Noch größer dann aber, als klar wurde, dass die beiden die Band vorab angefragt hatten, ob sie bei ihnen auf der Hochzeit spielen würden. Nein, sagte die Band. Ok, dachte sich das Hochzeitspaar, und hat die komplette Hochzeitsgesellschaft kurzerhand zum Konzert mitgenommen – wenn der Prophet nicht zum Berg kommt... ;-). Erklärt dann auch die leicht irritierten Menschen, die uns eingangs schon aufgefallen waren.

Trash fragte dann irgendwann, ob es denn schon einen Hochzeitstanz gegeben habe: nein. Also Mitte vor der Bühne freiräumen und das Cover von Mad World als Hochzeitstanz für die beiden. Sehr, sehr schön ;-).

Ein wohl mit eingeladener Mensch enterte dann noch die Bühne und beschloss, dass man jetzt zu – Revolution is never coming, war es glaub ich - einen Circle Pit veranstalten würde – wie immer. Hmm. Letztes Jahr in Krefeld bin ich nicht im Kreis gelaufen, muss dann wohl danach passiert sein. Und dass die Band dann – wie immer - immer schneller spielen würde, je nachdem, wie schnell die Herrschaften rennen. Trash fand das glaub ich mittel-gut, welcher Star teilt schon gerne ungefragt die Bühne? Er ließ sich aber letztendlich dann doch drauf ein. Es gab dann mit dem Brautpaar und dem einen oder anderen aus der Hochzeitsgesellschaft noch ein Abschlussfoto auf der Bühne – die ohnehin eigentlich schon gut voll war, aber wo ein Wille ist – und dann war es auch gut.

Ende um 21:53 h – es lebe die Zugabe. Die gleiche Hochzeitsgesellschaft hatte noch ein großes Plakat gebastelt mit Happy Birthday - hmm. Das letzte Mal hatte Trash im Mai Geburtstag und hat sich daher sehr über Spenden für sein neues Album gefreut - vermutlich hat er einfach immer Geburtstag, daher liegt man mit einem solchen Plakat niemals falsch ;-). Zugabe war dann Hong Kong – anstrengend ist dabei freundlich ausgedrückt - mit Pausen und eingefrorenen Menschen auf der Bühne und ich glaube, die Herrschaften machen so lange weiter, bis auch der letzte verstanden hat, dass man in diesen Kunstpausen nicht zu klatschen hat, sondern geduldig und ruhig sein soll, bis die Band selber das Ende beschließt ;-).

Es war sehr … familiär.. am Ende also doch so etwas wie eine schräge Hochzeitsfeier, denn die Herrschaften haben deutlich an der Abendgestaltung und dem Ablauf des Konzerts mitgewirkt, in jedem Fall was Besonderes.

Fast hätte ich mich mehr für das rot-schwarze Bild interessiert, wenn Trash die Bilder nicht dem Hochzeitspaar als Geschenk überlassen hätte. Sehr nett! Diese Hochzeit wird jedenfalls etwas sein, dass sie ihren Enkeln noch erzählen können!

Dabei fällt mir noch ein: die neue Platte ist immer noch nicht fertig, es werden immer noch Spenden gesammelt, aber Trash erzählte, dass es im Herbst tatsächlich so weit sein soll (ein Jahr hat er allerdings nicht genannt), die Aufnahmen seien beendet. Ich bin gespannt. Jetzt aber die Songs:

God save silence
Chinese Whispers
They don't care about us (Cover M. Jackson)
It is as it was

hier ging es dann los mit den beiden Bildern

Streets fell into my window (Alice)
Wasps
The Fall of Rome
Mad world – der Hochzeitstanz
Arctic is silent (?)

Bandvorstellung

Revolution is never coming

-----21:53-----

Hong Kong

---22:06 h---

Und hier noch ein paar Fotos:

(c) bat 07/2018


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