Ihr habt drei Konzerte zur Auswahl:

Tanzwut und Danger du Mort, 18.04.1999

Tanzwut, 27.04.2000

Tanzwut, 24.10.2000


Tanzwut und Danger du Mort Zeche, Bochum, 18.04.1999


Nachmittags um vier beschloß ich, weil völlig frustriert und genervt, mich doch noch von lauten Trommeln und Dudelsäcken ablenken zu lassen und das Wagnis einzugehen, mir Corvus Corax in Form von Tanzwut anzusehen. Ich hatte nur eine sehr vage Vorstellung: CorvusCorax-Musik halt, also Mittelalterliches mit Trommeln und Dudelsäcken, Drehleiern und diversen Flöten in Verbindung mit modernen Instrumenten wie Synthesizer und E-Gitarre. Damit lag ich auch gar nicht so verkehrt. Das Bühnenbild war doch ein völlig anderes als zu Corvus-Corax-Terminen, obwohl die große Trommel aus Holz auch wieder an ihrem Gestell hing. Die Trommel war aber diesmal erweitert um ein 'normales', modernes Schlagzeug und thronte zusammen mit einem Synthesizer erhöht über dem Rest der Bühne. Den Vorbau dieses Podestes bildeten Stahlplatten, in die 3 x 3 Lampen/Scheinwerfer, nach vorn gerichtet, eingebaut waren. Vor diesem Podest standen zweimal zwei Fernseher, daneben weitere Scheinwerfer mit Lichtstrahlen, die nach oben gerichtet wurden. Auch Mikros waren diesmal zu sehen, zwar lagen auch diverse Dudelsäcke und eine Drehleier sowie eine Art Mandoline verstreut auf der Bühne herum, aber der mittelalterliche Flair von Corvus Corax war nicht wirklich zu entdecken, eher eine sehr interessante Mischung aus alt und neu, aus alten und neuen Materialien, Holz und Stahl, aus Handwerk und Technik.
Im Hintergrund noch zwei Stahlschränke und ein großes Tuch aus grauem oder silbernem Samt, auch dieses wirkte, einmal angestrahlt, eher wie Metall denn wie Stoff.

Während die Halle sich weiter füllte, fing um 20:00 h die Vorgruppe an zu spielen, zwei Leute, ein Sänger, ein Mann am Synthesizer, der unten rechts aufgebaut wurde. Name: Danger du Mort. Och, dachte ich mir, ist ja ein Ding.
Ein Bekannter hat vor etwa zwei oder drei Jahren mal von dieser damals noch sehr kleinen Band erzählt und hat mir mal ein Tape aufgenommen. wenn ich nicht irre, hab ich sogar in der Gothic.Ger oder im Gothicnet mal nachgefragt, ob die Herrschaften jemand kennt. Zugegebenerweise hab ich nicht sonderlich auf die Musik geachtet, sondern mit Markus gequatscht, was ich auch sehr nett fand: will damit sagen: als Hintergrundmusik sind sie wirklich nett, volle Aufmerksamkein lohnt nicht wirklich. Obwohl mir das Tape damals gut gefallen hat. Danger Du Mort hören sich ein bißchen an wie The invincible spirit, finde ich. Aber das, was ich an der Aufnahme meines Kollegen so interessant fand, fehlte hier: die weibliche Stimme, die die Stimme des Sängers ein wenig ergänzt hätte. Die songs kannte ich allesamt nicht, bis auf das letzte, Secret Sign. Hier war eine weibliche Stimme zu hören, ich schaute ganz verblüfft mal wieder auf die Bühne, leider war die Stimme jedoch nur per Playback eingespielt. Naja, war auch ein wenig unfair, eine Synth-Band vor Tanzwut auftreten zu lassen. Ich habe nachher den Mann am Licht gefragt, ob er mir nicht die Setlist der beiden Bands geben könnte, was er netterweise auch gemacht hat, nochmal meinen herzlichen dank dafür!! Daher kann ich euch also auch verraten, welche Titel Danger Du Mort gespielt haben:
Dust, Looser, Let me go, Yesterday, Memories, Don't calm down, Whisper, Time, Perfect day, Strange und eben Secret Sign.

Sie spielten etwa eine Dreiviertel-Stunde, die Zugabe, die auf der Setlist steht, gab's nicht mehr.

Tanzwut begannen um Punkt 21:00 h mit Beben und Zittern.
Die restlichen Songs nenne ich im Anschluß an den Bericht, auch hier wieder Dank an den Mann am Licht, der mir seinen Zettel überließ.

Sieben Leute, diesmal alle ein wenig metallischer gekleidet, einer mit einer Art Grubenlampe auf dem Kopf. Ich konnte mich nicht zwischen Grubenlampe und der Ausstattung eines Borg entscheiden ;-) Der andere (der kleine Blonde, dessen Seitenscheitel wohl nun doch der Schere zum Opfer gefallen ist) hatte die halbe Zeit des Konzerts eine halbe Gesichtsmaske aus Blech auf, von der Seite sah er also aus wie der Mann mit der Eisernen Maske ;-) Vielleicht hätte er bis zum Ende, bis zum Lied 'Eisenmann' durchhalten sollen ;-) Der Teufel sah allerdings so aus wie immer, roter Lederschurz, rote Stiefel. Die Schuhe der anderen hatten teilweise was von der neuen 'Mode': Plateausohlen ;-) Der Mönch und der andere Dudelsackspieler in silbernen Gewändern, der zweite sänger mit den dunklen Haaren (ich sollte mir endlich mal die Namen merken ;-) ) in grünem Lendenschurz, der Synth-spieler ebenfalls in silber und der Drummer mit einer weiß-blauen Stoffhose, die man aber nur beim Abgehen von der Bühne gesehen hat.

Schon nette Sachen, einige richtig heftig, mit E-Gitarre und Synth und Dudelsäcken oder diversen Flöten, musikalisch ein bißchen an Rammstein (vielleicht als kurzer Hinweis: ich hasse Rammstein normalerweise, aber hier ist es durchaus positiv gemeint: wenn man sich bei Rammstein die Stimme und die Typen wegdenkt, ist das, was übrig bleibt gar nicht schlecht ;-) imho natürlich) gemahnend, dazu die hypnotische Stimme des Teufels, den man allerdings teilweise trotz überwiegend deutscher Sprache und Mikro schlecht verstanden hat. Dann wieder Stücke, die teils mit allen Instrumenten, teils nur mit den mittelalterlichen Instrumenten zusammengebastelt wurden, zwei Lieder, bei denen der Teufel Unterstützung von einer barfüßigen Maid mit einem silbernen (wie sollte es auch anders sein ;-) ) Gewand bekam. Besonders mittelalterlich war dieses Gewand allerdings nicht: dazu war es zu figurbetont ;-) Es gab auch ein oder zwei rein mittelalterliche, wo vor allem die E-Gitarre Pause hatte und unser wackerer E-Gitarrist wieder mit dem Dudelsack aufspielte. Und je nach Song die entsprechende Lichtgestaltung. Bei den elektrischen Stücken rauschten die Fernseher, zeigten wild wechselnde Bilder, verstreute eine Baustellenlampe ihr orangefarbenes Licht, zuckten große Säulen grellen elektrischen Lichts von der Bühne in den Himmel oder ins Publikum. Bei den mittelalterlichen Stücken gab es zwei große rote Leuchtfeuer, einen Blitz mit darauffolgendem Donner, wie auch schon bei Corvus Corax (und ich hab mich wieder erschreckt ;-) ) und Funkenregen. Dieser war diesmal besonders interessant: der Teufel kam auf die Bühne mit einem, tja, Brett, wo Kopf und Hände durch öffnungen gesteckt werden. Gefangene wurden früher so zur Verurteilung gebracht. Den Namen dieses hübschen Geräts weiß ich leider nicht. Der Funkenregen kam jedenfalls von der oberen Kante dieses Holzbrettes, zu beiden Seiten von des Teufels Kopf und sprühte über seine beiden Mitstreiter zur Rechten und zur Linken Feuerregen. Dahinter dann die erwähnten Leuchtfeuer. Sah klasse aus!

Insgesamt natürlich wieder Gehopse und Getanze auf der Bühne aber auch davor. Die Stimmung war echt klasse.

Songs: Beben und Zittern, Heilige Schriften, Bombardement, Auferstehung (Meseb), Exkrementum, Bannkreis, Balz, Königreich, Im Rausch, Verrüct (steht da so!), Augen zu, Leck mich, Erinnerung (das zweite, bei dem der Teufel von der holden Maid unterstützt wurde), Eisenmann (Cover von Black Sabbath's Iron Man?!), Moorweib, Tanzwut, Bretonischer Tanz.

Das letzte Lied war übrigens die moderne Abwandlung des Corvus-Corax-Liedes, schneller, mit entsprechend anderen Instrumenten und eben mit dem Schrei 'Tanzwut' statt 'Corvus Corax' ;-) Das ursprüngliche Lied wurde vom Publikum zwischendurch gesungen, was dem Teufel ein 'nanana', entlockte ;-)

Zugabe: leider nur eine: der Bretonische Tanz, auch in etwas ungewohnter Form. Um etwa 22:20 h war dann Schicht.

Fazit: klasse, da bin ich fast froh, daß ich so gefrustet war ;-) Ging gut ab, nette Mischung, klasse Bühnenshow, liebevoll zusammengestellte Bühnenbestückung, klasse Publikum.

Aber...

Corvus Corax gefällt mir besser ;-) Dennoch war es klasse und wenn sie wieder da sind, bin ich es auch, egal ob ich grade mies drauf bin oder nicht ;-)

(c) bat, 1999

 PS: Unter dem Bild ist ein Link zur Tanzwut/Corvus Corax Homepage mit geschichtlichen Hintergründen, Discographie, Tourbericht Mexico... echt nett gemacht! Das Bild hat dort auch sein copyright

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Tanzwut Zeche, Bochum, 27.04.2000

Irgendwie war es eine Wiederholung des letzten Konzerts. Tanzwut sind Corvus Corax in 'modern', mit Keys und E-Gitarren. Konkurrenz zu den 'modern' gewordenen In Extremo? Keine Ahnung. Ich hoffe, daß weiterhin die Corvus-Corax-Seite Priorität haben wird.

Die Jungs sind auch die gleichen, die Outfits sind ähnlich, also mittelalterlich, aber aufgepeppt mit metallischen Gegenständen, halbe Masken, Schweißerbrillen, Ketten. Die Stimme des Teufels und auch der anderen wird bei Tanzwut im Gegensatz zu Corvus Corax elektronisch verstärkt. Die Stimme des Teufels war leider trotzdem recht undeutlich, so daß die Texte schlecht zu verstehen waren, obwohl das meiste in deutsch war. Ein Song war mindestens in Latein: Zwischen Himmel und Hölle ist Musik (oder so ähnlich). Sie spielten leider nur etwa 1 1/2 Stunden, die letzte Zugabe war ein song, den sie schon gespielt hatten (Königreich)... es lag also vielleicht aud daran, daß sie kein Material mehr hatten.

Neben den songs der letzten CD gab's auch andere, die ich nicht kannte... oder nur fast kannte. Ich weiß allerdings nicht, ob sie schon eine neue CD haben (der Merchandise-Stand hatte keine) oder ob zumindest eine in Planung ist.

Es war natürlich dennoch eindrucksvoll, die ganzen seltsamen Blas- und Streichinstrumente anzusehen und den Teufel zu beobachten, wie er seltsame Geschichten erzählte und wie er voller Elan auf der Bühne herumwirbelte. Wie beim letzten Mal haben mich die songs oder Songteile extrem irritiert, wie oben schon angedeutet: man hatte dauernd das Gefühl, die Sachen irgendwo her, von irgendeiner anderen Mittelalterband oder von Corvus Corax oder von anderen Komponisten aus der Klassik-Ecke zu kennen.. zumindest die Songs oder Songteile, die mittelalterlich angehaucht waren, wo die Flöten, Trommeln, Backpipes dominierten. Eins war zumindest in Teilen ziemlich eindeutig die Ode an die Freude, andere kann ich nicht benennen, bin mir aber sicher, sie von irgenwelchen Mittelalterbands zu kennen... Und ich muß sagen, daß mir die Songs oder Songteile, die ohne die E-Gitarren und Keyboards auskamen, immer noch am besten gefallen - ohne die anderen schlecht machen zu wollen.Ich bin also doch eher Corvus- Corax-Fan.. ;-) Ansehen würde ich mir Tanzwut aber dennoch immer wieder - und die Leute, die die Zeche so gut gefüllt haben (vielleicht 400?), sicher auch, denn die Stimmung war mal wieder absolute spitze!

(c) bat, 05/2000

 


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Tanzwut und Weissglut Zeche Carl, Essen, 24.10.2000

Die Vorband hieß Weissglut - über deren Hintergründe muß ich mich unbedingt nochmal schlau machen - und begann um 21:10 h, endete um 21:50 nach 8 gespielten songs. Die Band hat mich nicht weiter beeindruckt, aber ich hab auch schon schlechtere gesehen. Die Texte waren deutsch, aber durch das Gitarrengeschreddel sehr schlecht zu verstehen (kann auch an meinen Stöpseln gelegen haben, weil Zeche Carl doch immer so laut ist..). Zwei songs waren ganz nett, die Herren hingegen waren eher nichtssagend, auf der Straße würde ich allerhöchstens den Sänger wiedererkennen (seltsame Frisur ;-)). Im Grunde haben wir uns mehr Sorgen um den Rücken des Bassisten gemacht (der sehr sehr seltsam Bass gespielt hat, fast mit dem Bass und dem Gesicht auf der Erde) und über das nicht ganz um den Arm reichende Tattoo eines keltischen Bandes beim Sänger gelästert (das aber abgesehen davon sehr schön war), als aufmerksam der Musik zu lauschen... tja, wäre sie besser gewesen, wären wir sicher auch konzentrierter bei der Sache gewesen ;-) Aber zu ihrer Verteidigung: ich hab auch schon eine ganze Menge viel viel schlechterer Vorbands gesehen und musikalisch hat's schon zueinander gepaßt, wenn auch Weiáglut gar nicht mittelalterlich waren, so dennoch voller schräger Gitarren ;-)

Grund für meine eingangs gemachte Bemerkung, daß ich mich über diese Band nochmal näher informieren muß, war die Aussage des Sängers (nach einem Song, der was damit zu tun hatte, daß man immer die Wahl hat, auf welcher Seite man stehen will), daß sie entgegen aller Gerüchte (die ebenso wie die Band bislang wohl völlig an mir vorbeigelaufen sind) nichts mit "diesem Nazipack" zu tun haben würden. Und das wirklich mit Nachdruck! Nächster song dann 'wir haben nichts gemein', allerdings kam dann nicht Nazipack sondern irgendwas anderes, was ich wieder vor lauter Gitarrengeschreddel nicht verstanden habe. Sollte jemand mehr über den Hintergrund dieser Äußerung wissen, wäre ich sehr interessiert.

Denn Nazibands als Vorgruppe von Tanzwut würden mich schon arg verwundern und ein gar merkwürdiges Licht auf Tanzwut werfen...ich würde also lieber dem Sänger glauben. Und Verleumdungen von Bands ohne näheres zu wissen oder mich selbst überzeugt zu haben, finde ich auch nicht so gelungen. Aufgefallen ist mir an den Texten (soweit ich sie verstehen konnte) jedenfalls nichts, was in diese Richtung gedeutet hätte.

Nach einem Komplettumbau der Bühne ging es dann um 22:10 los. Vorab ein - oder auch ein paar mehr - Wort(e) zu selbiger: zwei Ebenen, oben links der man mit den Effekten, Synths (Tec), oben rechts der Mann mit den Drums (dürr, rote Zöpfe, ganzer Rücken voller Tattoos, Name leider wieder vergessen). Auch der Gong und die Riesentrommel waren wieder dabei. Neben den beiden jeweils eine Plattform für die beiden Dudelsack- und Trötenspieler (Castus Rabensang und Brandan).

Dazwischen eine Rampe, auf der der Teufel von oben nach unten und wieder zurück laufen konnte - und die auch fleißig von Castus und Selbfried (so zumindest heißt der 'Mönch' bei Corvus Corax) genutzt wurde. Vorn an der Bühne dann links der Bassist (Venustis bei Corvus Corax) und rechts der Gitarrist (Brandanarius oder Brandan), beide auch Aushilfsdudelsackspieler, wenn es denn mal akustisch-mittelalterlich werden sollte.

Das war's aber auch schon, keine aufwendigen weiteren Bühneninstallationen, wie sie in Bochum üblich waren. War aber auch so eindrucksvoll genug, schon die Rampe in der Mitte fand ich eine witzige Idee..irgendwie ist in der Zeche auch die Bühne größer, so daß man mehr Schnickschnack machen kann - von der Menge an Zuschauern mal ganz abgesehen. Gut gefüllt war's in der Zeche Carl trotzdem - aber sie ist halt längst nicht so groß wie die Bochumer Ausgabe. Hat mich eigentlich verwundert, daß es so verhältnismäßig leer war..

Los ging's mit einem Intro (Ekstase (sic!) sagt die Setlist), dann kamen die Herren auf die Bühne, eigentlich Tanzwut-gewandet wie immer, was bedeutet, daß sie im Grunde wenig anhatten, das Wenige meist aus Leder oder Leinen bestand, kombiniert mit Raver-Brillen, Metallplatten oder ähnlichen Neuzeit-Accessoires. Die Maske bei Brandan fehlte, Selbfried hatte irgendein komisches Plastikteil um, in das Ketten eingelassen waren, der Teufel trug diesmal keinen Rock, sondern eine Hose aus einer Art Schlangenlederimitat (grünlich) mit einer weiteren Hose darüber (sowas wie es die Cowboys anhaben, zumindest in der Marlboro-Reklame ;-) ) in rotem Leder, zusätzlich eine Art Mieder bis kurz unter die Brust.

Das erste richtige Lied war Labyrinth der Sinne, bei dem das Publikum direkt richtig mitfeiern konnte. In der Folge Auferstehung (von der Tanzwut-CD). Weiter ging's mit einem Song, den sie angeblich (sagte einer meiner Mit-Konzert-Besucher und so steht's auch in einem Interview auf ihrer Homepage) gar nieeee mehr spielen wollten, weil man ja auch nicht so gemein seinen Mitmenschen und Mit-Musikern gegenüber sein soll: Exkremento (ebenfalls Tanzwut), natürlich dennoch heftig begrüßt ;-) Gemein sein ist halt ab und an dennoch sch?n ;-) Die Konkurrenz findet's übrigens eher witzig, was Tanzwut auch wissen.

Der Teufel machte natürlich zwischendrin Faxen, erzählte wilde Geschichten, flirtete mit den Mädels vorn in der ersten Reihe, muß man hören, kann man nicht erzählen.

Weiter ging's mit Bannkreis, auch absolut klasse.

Die ganze Setlist erinnerte mich übrigens stark an den letzten Gig in Bochum, wo auch schon die neue Platte die Hauptrolle gespielt hat.

Zwischendrin immer mal wieder Passagen, wo die elektronischen Instrumente weitestgehend Pause hatten und die Dudelsäcke das Geschehen bestimmten - wie schon häufiger, muß ich auch dieses Mal wieder erwähnen, daß das die gelungensten Passagen sind und muß erwähnen, daß ja Corvus Corax im Dezember wieder aus der Asche von Tanzwut auferstehen werden zu einem Konzert in der Bochumer Zeche ;-)

Auch die neuen Songs gefielen mir gut, obwohl ich sie auáer auf dem letzten Konzert noch nie gehört habe, ich hab mich aber an fast alles erinnern können und das Konzert in Bo war nicht gerade vorgestern. Eingängige Songs haben sie da mal wieder fabriziert.

Nächste Songs: Die Balz (Tanzwut), Drohne, Wächter und das geniale Lügner, Niemals ohne Dich, Bitte, Bitte (laß mich Dein Sklave sein) ;-) "Das hättet ihr wohl gern, daß der Teufel sich von euch auspeitschen läßt, was? Aber das werdet Ihr nicht erleben! " Sagte der Teufel nach diesem Song augenzwinkernd ;-) Danach wurde es fast romantisch mit Gigolo, das mir auch sehr gut gefallen hat.

Später dann Im Rausch (Tanzwut), Was soll der Teufel im Paradies (klasse!), Seelenverkäufer, Dämmerung und zu guter Letzt Königreich (Tanzwut) Eines der Lieder war übrigens ein 'Piratensong', den sie extra für diese Tour geschrieben haben, damit sie, weil sie ja jetzt auch so lange unterwegs sind, so etwas wie eine Hymne haben: irgendwas mit hoho und Wo sind wir jetzt, total witzig ;-) Welcher der obigen songs das war, kann ich leider nicht so genau sagen...

Dann machte der Teufel einen Witz (wie er sagte): "Das war Tanzwut." Und weg waren sie. Castus und Selbfried sowie Brandan und Venustis kamen aber relativ schnell mit Dudelsäcken wieder, stellten sich oben auf und spielten Götterfunken (Ode an die Freude), so daá Beethoven seine Freude gehabt hätte.. naja ;-) Irgendwann später kam der Teufel und zitierte Faust: Ich bin der Geist, der stets verneint, der Gutes tut und Böses meint. Witzig ;-) Dann wieder die Götterfunken, dann wieder der Teufel, zum Schluß beides zusammen, Sprechgesang und die Ode. Absolut gelungen - fand ich jedenfalls ;-)

Sie verschwanden erneut, kamen wieder und spielten noch einmal Im Labyrinth der Sinne, diesmal übernahm der Teufel die Vorstellung seiner Bandkollegen.

Zum Schluß wurde es nochmal richtiggehend mittelalterlich mit dem Bretonischen Tanz, beendet durch eine Verbeugung aller Bandmitglieder inkl. Synths und Drums. Und dann war um 23:50 h nach 1:40 h der Spuk wieder vorbei.

Schön, allerdings kein wildes Gehopse wie sonst, kein Song mit Namen Tanzwut!, irgendwie hat's mir in Bochum bislang besser gefallen, da war mehr Stimmung.

(c) bat, 10/2000

PS: Grüße nochmal an meine netten Begleiter Stewart und Eckhardt. Ich hoffe wir sehen uns bei Corvus Corax wieder ;-)


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